"Mag nicht, unter Anfeindungen zu arbeiten": Wollitz lässt Zukunft offen

Am Sonntag gastiert Energie Cottbus zum Topspiel beim MSV Duisburg – und könnte mit einem Sieg einen großen Schritt Richtung 2. Bundesliga machen. Ob und in welcher Rolle Claus-Dieter Wollitz in der kommenden Saison noch für den FCE tätig sein wird, ließ der 60-Jährige im Vorfeld der Partie jedoch offen.

"Wir werden sehen, es ist alles möglich"

Energie ohne Wollitz? Das scheint eigentlich undenkbar. Seit Juli 2022 ist der gebürtige Ostwestfalen in seiner dritten Amtszeit für Energie tätig – und saß insgesamt 452 Mal auf der Bank. Ob er auch in der kommenden Serie an der Seitenlinie stehen wird oder sich nur noch auf seine Aufgabe als Sportdirektor konzentriert und inwiefern das von der Liga-Zugehörigkeit abhängt, vermochte der 60-Jährige bei der Spieltags-Pressekonferenz am Donnerstag nicht kommentieren: "Wir werden sehen, es ist alles möglich." Es gehe nicht um ihn, sondern darum, "was das Beste für den Klub ist". Und dieser müsse sich auch im Staff breiter aufstellen und auch infrastrukturell "außergewöhnlich" besser werden, betonte Wollitz und sprach zudem davon, dass jede Saison "Spuren und Kräfte" hinterlassen hätten.

Die letzten fünf Jahre seien eine "extreme Erfolgsgeschichte" unter "erschwerten Bedingungen" gewesen, blickte der Energie-Coach zurück und betonte: "Ich mag es nicht, unter Anfeindungen zu arbeiten." Mehrfach fühlte sich Wollitz in den letzten Wochen falsch verstanden – und hatte schon im März gesagt: "Es reicht mir irgendwann. Und es dauert auch nicht mehr lange. Ich gebe es nur mit auf den Weg, weil es macht mir keinen Spaß mehr." Nach Eindruck des 60-Jährigen sei es für Energie "sehr schwierig, Anerkennung zu bekommen".

Das machte er unter anderem daran fest, dass die Tatsache, dass Cottbus in der Rückrunde bislang nur 15 Gegentore hinnehmen musste, bislang keine große Beachtung gefunden habe. "Wenn wir mal zwei Gegentore kassieren, bekommen wir das immer um die Ohren gehauen." Augenscheinlich haben ihn die Diskussionen in den letzten Wochen, die nach dem Spiel gegen Essen in einen kurzzeitigen Medienboykott mündeten, durchaus mitgenommen. Er sei zwar reifer in der Erfahrung, aber sensibler mit dem Umgang geworden, betonte der 60-Jährige. Gleichwohl werde er "immer alles geben", schließlich gehe es um einen "außergewöhnlichen Traum".

Bangen um Engelhardt

Gemeint ist der Aufstieg in die 2. Liga. Diesbezüglich kann Energie am Sonntag in Duisburg einen großen Schritt machen. Schließlich würde der FCE die Zebras bei einem Sieg auf sechs Punkte distanzieren, was in zwei Spielen kaum noch aufzuholen wäre. Allerdings plagen Cottbus einmal mehr Personalsorgen. Neben dem gesperrten King Manu (fünfte gelbe Karte) und dem erkrankten Timmy Thiele drohen mit Top-Torjäger Erik Engelhardt, der in dieser Woche noch gar nicht trainiert hat, Kapitän Axel Borgmann, Dominik Pelivan und Justin Butler mehrere Stammspieler auszufallen.

Schon seit Wochen schlage sich Energie laut Wollitz mit Problemen herum, sodass die Mannschaft den Wunsch geäußert habe, den in die Jahre gekommenen Platz am Eliaspark nicht mehr zu betreten. Der FCE-Coach sprach von einer "krassen Aussage", kam dem Wunsch aber nach und ließ auf dem Gelände der U17 trainieren. Ob dort aber auch am Freitag und Samstag ausgewichen werden kann, ist offen. Falls Engelhardt ausfallen sollte, wird Ted Tattermusch von Beginn an auflaufen, wie Wollitz ankündigte. Dem Stürmer bescheinigte er, in den letzten Wochen eine "fantastische Entwicklung" genommen zu haben.

Auch zum MSV fand Wollitz anerkennende Worte und äußerte "allerhöchsten Respekt" vor der Leistung. Der Staff mache einen "ausgezeichneten Job" und habe eine "geschlossene und gefestigte Mannschaft" zusammengestellt. Daher brauche Energie "das beste Spiel der Saison, dann ist vielleicht etwas möglich". 2.000 Fans werden die Lausitzer begleiten – und sicherlich darauf hoffen, dass Wollitz' Zukunft weiterhin in Cottbus liegt – in welcher Rolle auch immer.

   

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