Atalan-Rückkehr nach Lotte: Ein Kreis schließt sich

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Ismail Atalan ist zurück bei den Sportfreunden Lotte! Mit dieser Meldung überraschte der Klub am Dienstagmittag, nachdem Nils Drube freigestellt worden war. Für die SFL schließt sich mit der Verpflichtung des einstigen Aufstiegstrainers ein Kreis. Ein Kommentar.

Fünf Nachfolger und Vorgänger zugleich

Oscar Corrochano, Marc Fascher, Andreas Golombek, Matthias Maucksch und Nils Drube – diese fünf Trainer versuchten sich an den Sportfreunden Lotte, doch keiner von ihnen konnte einen Eindruck hinterlassen wie er: Ismail Atalan. Nach zwei Jahren kehrt der 39-Jährige Aufstiegstrainer von 2016 wieder zurück an das Autobahnkreuz, um die SFL wieder in die Erfolgsspur zu führen – das Interesse ist wohlwissend beidseitig. Denn nach seiner erfolgreichen Zeit in Lotte lief es für Atalan ähnlich dramatisch, wie zwischendurch bei dessem neuen alten Verein.

Nur zehn Spiele bekam der Deutsch-Türke in Bochum Zeit, danach fiel sein Name immer wieder bei diversen Zweit- und Drittliga-Vereinen. Letztendlich ist Atalan wieder dort angekommen, wo seine Erfolgsgeschichte begann: in Lotte. Keiner seiner Nachfolger bzw. Vorgänger konnte langfristig überzeugen, die meisten waren eher kürzer als länger vor Ort. Corrochano beispielsweise gab sein Amt nach nur 13 Arbeitstagen wieder auf, Mauckschs Chaos-Tage endeten zu Saisonbeginn nach nur fünf Partien. Danach kam mit Nils Drube ein Trainer, von dem viele positiv überrascht wurden – und doch wurde der 41-Jährige am Dienstagmorgen von seinen Aufgaben entbunden.

Aus für beide Seiten nachvollziehbar

Dabei liest sich Drubes Bilanz nicht schlecht: Acht Siege, elf Unentschieden, acht Niederlagen – das macht 1,30 Punkte im Schnitt und war in der Zeit nach Atalan die beste Quote, die ein Trainer in Lotte in der 3. Liga erreichte. Für eine ganze Zeit verwandelte Drube das Frimo-Stadion in eine Festung, neun Spiele in Folge verloren die Lotter daheim nicht. Doch dann kam die krachende Wende, aus den letzten sechs Partien konnte die SFL nur noch einen Punkt holen und steht nur aufgrund der besseren Tordifferenz über dem Strich.

Sportlich gesehen macht die Entlassung seitens des Vereins durchaus Sinn – die Sportfreunde müssen im Abstiegskampf offensichtlich einen neuen Impuls setzen, um den drohenden Absturz in die Regionalliga zu verhindern. Dass mit Ismail Atalan nun der einstige Erfolgstrainer zurückkehrt, hat dementsprechend natürlich eine Signalwirkung sondergleichen und schließt den Kreis nach genau 638 Tagen voller Unruhe. Und auch für Drube wird das Aus in Lotte zu verschmerzen sein – unlängst bemängelte der 41-Jährige Abläufe im Hintergrund, zu denen unter anderem die Planung für die kommende Saison zählen. Darunter auch sein eigener Vertrag, der nur bis Saisonende gilt.

Bleibt den Lottern nur zu wünschen, dass dieser unerwartete Pauckenschlag keinen Rückfall in die Chaos-Tage zu Saisonbeginn bedeutet. Denn wer dachte, dass in Lotte Ruhe einkehre, der muss wohl bis zum 38. Spieltag warten.

   

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