Alles, was ihr zum 7. Spieltag wissen müsst

Eine Mannschaft ist noch ungeschlagen. Zwei sind noch ohne Sieg. Drei ohne Unentschieden. Vier Tore haben die schwächsten Offensivabteilungen der 3. Liga bislang erzielt, fünf Punkte genügen derzeit für das rettende Ufer. Sechs Spiele haben die meisten Klubs absolviert – Zeit, dass wir uns um Spieltag Nummer 7 kümmern!

Die Ausgangslage

Es liegt eine wahrhaftig ereignisreiche Englische Woche hinter uns. Sie begann am vergangenen Wochenende mit hitzigen Spielen, zahlreichen Roten Karte und jeder Menge strittiger Entscheidung. Nicht weniger spektakulär gerieten die Partien am Dienstag und Mittwoch: Satte 37 Tore hatten die Drittligisten im Gepäck, dazu gab es Rudelbildungen und weitere Platzverweise, in Kaiserslautern trat ein Sportvorstand den gegnerischen Trainer, noch dazu leider die schlimme Verletzung von Dominik Schad, bei der man kaum zusehen mochte. Insgesamt aber ist die 3. Liga längst wieder drin im üblichen, unberechenbaren Rhythmus. Auch erkennbar daran, dass im 1. FC Saarbrücken ein Aufsteiger die Tabelle anführt – und eine ganze Reihe vermeintlicher Schwergewichte dieser Liga nach wie vor im Tabellenkeller festhängt.

Besonders schauen wir in dieser Woche abermals auf die, denen noch das erste Erfolgserlebnis fehlt. Der VfB Lübeck hat sich selten wirklich schlecht präsentiert, mit zwei Punkten aus sechs Spielen aber einen für Aufsteiger ungewöhnlichen Fehlstart hingelegt. Im Heimspiel gegen den Halleschen FC ist der Druck kein geringer. Kaiserslautern dagegen kommt nicht unten raus, weil zuletzt stets die Punkte geteilt wurden. Aber seien wir ehrlich: Für einen Sieg fehlte meist die Konstanz binnen 90 Minuten, oft zeigte der FCK ein gutes und ein schlechtes Gesicht. Doch noch größer ist das Zittern beim kommenden Gegner SV Meppen.

 

Vier Spiele im Fokus

Frings muss liefern: SV Meppen gegen den 1. FC Kaiserslautern

Ironie des Schicksals: Vor einem Jahr gastierte ein angeschlagener FCK unter dem damaligen Trainer Sascha Hildmann beim SV Meppen – und holte sich eine schlimme 1:6-Niederlage ab. Hildmann wurde wenig später entlassen. Nun ist Lautern erneut viel zu tief in der Tabelle platziert, hat aber in Jeff Saibene zumindest einen Coach, der fest im Sattel sitzt. Meppen dagegen befindet sich nach dem 1:4 beim Halleschen FC im absoluten Alarmzustand: Fünf Niederlagen aus den letzten sechs Spielen, teils katastrophales Abwehrverhalten, das sich in zwei Gegentoren pro Spiel niederschlägt. Ob es nur an den "individuellen Fehlern" liegt, die Trainer Torsten Frings in Halle feststellte? Klar ist: Der Druck auf dem Ex-Nationalspieler ist riesig, die Anhängerschaft ist sehr skeptisch. Sollte auch das vierte Heimspiel der Saison verloren geht, gehen der Vereinsführung die Argumente allmählich aus. Noch stehen die Verantwortlichen aber hinter dem früheren Nationalspieler.

Rheinisches Derby: MSV Duisburg gegen den KFC Uerdingen

Sicherlich wäre beim Duell zwischen Duisburg und Uerdingen einiges los an der Duisburger Wedau – doch auch der MSV muss wohl noch für längere Zeit ohne Zuschauer auskommen, denn die Corona-Infektionszahlen sind in Duisburg wie im gesamten Ruhrgebiet sehr, sehr hoch. Wären die Zebra-Anhänger da, so wären sie optimistischer als zuvor: Nach der Zwangspause infolge mehrerer positiver Corona-Tests wendete Duisburg mit dem überraschenden 1:0-Sieg in Unterhaching den Fehlstart ab. Es sei "kein berauschendes Spiel" gewesen, stellte Trainer Torsten Lieberknecht im Anschluss fest. "Aber wir hatten das Spielglück." Das ging dem KFC Uerdingen zuletzt komplett ab: Beim 0:4 gegen Wehen Wiesbaden erwischte das Team von Stefan Krämer einen ganz schwachen Tag, es war ein Rückfall in alte, längst vergessene Muster. Wackelt Krämers Stuhl? Mäzen Mikhail Ponomarev dementierte das zuletzt eindeutig. Doch auch er verfolgt mit dem KFC ganz andere Ziele als Tabellenplatz 16.

Topfavoriten unter sich: FC Ingolstadt gegen Dynamo Dresden

Es ist vieles gesagt worden zum unrühmlichen Auftritt der Ingolstädter Belegschaft beim 1:1-Remis in Kaiserslautern. Erst der Platzverweis für Caniggia Elva – eine Unbeherrschtheit, die passiert. Der überflüssige Tritt von Sportdirektor Michael Henke an Ex-Trainer Jeff Saibene war schwer unsportlich, und dass Trainer Tomas Oral die schwere Verletzung von Dominik Schad in seinen Ausführungen nach Spielende gar nicht erst erwähnte, auch nicht die ganz feine Art. Gelegenheit, sich als gute Gastgeber zu präsentieren, haben die Schanzer nun im "Topspiel" gegen Dynamo Dresden. Klar: In der Tabelle sind die Vereine bislang im vorderen Mittelfeld angesiedelt und vielleicht noch etwas unter Wert verkauft. Doch wer dieses Duell gewinnt, der stößt in die Spitzengruppe vor und untermauert seine Ambitionen. Besonders wird das Duell für FCI-Stürmer Stefan Kutschke: Der gebürtige Dresdener war in der Saison 2016/17 noch Zweitliga-Torjäger für die SGD – dann wechselte er nach Ingolstadt.

Die frechen Aufsteiger messen sich: 1. FC Saarbrücken gegen den SC Verl

War es nun ein Versehen oder ein übler Scherz aus dem 1860-Lager? Wie dem auch sei: Saarbrückens Trainer Lukas Kwasniok grüßte offiziell aufgrund "technischer Probleme" in der virtuellen Pressekonferenz nach dem 2:1-Sieg in München mit Sonnenbrille und Hut – irgendjemand hatte ihn mit diesem Filter geschmückt. Kwasniok und ganz Saarbrücken wird gelacht haben über das unfreiwillig passende Bildnis. Denn tatsächlich stellt der FCS mit seiner coolen und abgezockten Art die 3. Liga gerade auf den Kopf. Wer kann die Blau-Schwarzen stoppen? Vielleicht ja Mitaufsteiger SC Verl. Der putzte den 1. FC Magdeburg am Dienstag hochverdient mit 3:1 von der Platte, hat selbst einen klasse Start hingelegt. Verstecken liegt nicht in der DNA von Guerino Capretti und seinen Mannen – das könnte ein feines Fußballspiel werden!

 

Wer könnte überraschen?

Viktoria Köln bei Hansa Rostock

Die Buchmacher sehen Hansa gegen Viktoria recht klar in der Favoritenrolle. Doch ist die Lage tatsächlich so eindeutig? Wir schauen auf die Tabelle: Rostock ist Vierter, Köln Zweiter bei zwei Punkten mehr auf dem Konto. Wir schauen auf die Form: Rostock holte sehr gute acht Punkte aus vier Spielen, Viktoria allerdings die Maximalausbeute – zwölf Zähler! Noch dazu gewann Köln die letzten beiden Spiele in phasenweiser Unterzahl. Sicherlich wird sich Pavel Dotchev wünschen, bald mal wider eine Partie zu elft zu beenden. So oder so aber kann Köln, das im Vorjahr nach 0:3-Rückstand noch ein 3:3 holte, in Rostock durchaus für Aufsehen sorgen.

   
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