Alles, was ihr zum 37. Spieltag wissen müsst

Wir haben einen Meister! Doch was passiert dahinter? Realistischerweise gibt es noch drei Kandidaten für den zweiten direkten Aufstiegsplatz und die Relegation. Wem gelingt am 37. Spieltag ein entscheidender Schritt? Wer muss federn lassen? Unsere Spieltagsvorschau verschafft einen Überblick.

Die Ausgangslage

Letztmals in dieser Saison erstreckt sich der Spieltag über das ganze Wochenende. Große Spannung herrscht bereits am Freitagabend, wo der MSV Duisburg bei Erzgebirge Aue antritt. Die Zebras liegen derzeit auf dem Relegationsplatz – zwei Tore hinter dem Tabellenzweiten Energie Cottbus, den die Zebras letzte Woche mit 2:1 besiegen konnten, und zwei Punkte vor dem viertplatzierten Rivalen Rot-Weiss Essen. RWE ist zur absoluten Unzeit in eine Krise geraten. Wie reagiert die Truppe von Uwe Koschinat auf die 1:6-Klatsche gegen Stuttgart II? Am Samstag wartet mit dem SC Verl ein schwerer Gegner auf die Rot-Weissen.

Energie Cottbus ist ebenfalls am Samstag gefordert. Im letzten Heimspiel der Saison empfangen die Lausitzer den SV Wehen Wiesbaden. Und ansonsten? Im Abstiegskampf herrscht seit letzter Woche Klarheit – so früh wie seit 2017/18 nicht mehr. Entsprechend geht es in vielen Duellen an diesem Wochenende um die goldene Ananas. Und natürlich um die Würde. So zum Beispiel im oberbayerischen Duell zwischen 1860 München und dem FC Ingolstadt. Osnabrück (Heimspiel gegen Ulm) spielt um die beste Halbserie der Drittliga-Historie. Alemannia Aachen (Auswärtsspiel gegen Viktoria Köln) möchte wiederum seinen beeindruckenden Lauf fortsetzen.

 

Fünf Spiele im Fokus

Aue vs. Duisburg: Können die Zebras vorlegen?

Im letzten Freitagabendspiel der Saison werden nicht nur die Anhänger von Erzgebirge Aue und dem MSV Duisburg gebannt ins Erzgebirgsstadion blicken. Mindestens auch alle, die es mit Energie Cottbus und Rot-Weiss Essen halten, werden mit großem Interesse verfolgen, ob die Zebras aus Duisburg im Aufstiegsrennen vorlegen können – oder sich möglicherweise einen Patzer erlauben. Alle acht Saisonniederlagen mussten die Blau-Weißen in der Fremde hinnehmen. Dem gegenüber stehen nur fünf Auswärtssiege.

Zusätzlich erschweren dürfte die Aufgabe der frische Rückenwind, den sich Aue am vergangenen Wochenende sichern konnte. Im Auswärtsspiel beim FC Ingolstadt gelang den Veilchen der erste Liga-Sieg des Jahres – wohlgemerkt nach einem 1:3-Pausenrückstand. Mann des Tages war Julian Guttau, dem ein sehenswerter Dreierpack glückte. Können die Veilchen nun auch im vorerst letzten Heimspiel in der 3. Liga ein versöhnliches Ergebnis folgen lassen? In den bisherigen fünf Duellen mit Duisburg gelang Aue jedenfalls noch kein Sieg.

Cottbus vs. Wiesbaden: Wird der SVWW zum Partycrasher?

Die Euphorie rund um Energie Cottbus ist gewaltig. Trotz der 1:2-Niederlage beim MSV Duisburg hat der FCE den Zweitligaaufstieg weiterhin in der eigenen Hand. Klar scheint jedoch, dass ein Sieg im Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden Pflicht ist. Damit dieser gelingt, mobilisieren sich die Fans: Das LEAG Energie Stadion dürfte am Samstag komplett gefüllt sein. Das liegt auch daran, dass der eigentliche Gästeblock den Heimfans zur Verfügung steht, während der Gästeanhang in den kleineren Block O ausweicht. Der SVWW übernimmt wiederum die Ticketkosten für diejenigen Fans, die die Reise aus der Hessischen Landeshauptstadt auf sich nehmen.

Rein sportlich läuft es bei Wiesbaden seit einigen Wochen nicht mehr so recht. Der letzte Sieg gelang Anfang März, fünf der letzten sieben Spiele gingen verloren. Darunter auch das Duell gegen den VfL Osnabrück in der Vorwoche aufgrund eines Gegentreffers in der Nachspielzeit. Gelingt dem SVWW nun ausgerechnet auswärts in Cottbus der Turnaround? Das Hinspiel Mitte Dezember konnten die Hessen jedenfalls mit 3:1 für sich entscheiden. Positiv aus Wiesbadener Sicht: Cottbus muss am Samstag auf die beiden gelbgesperrten Leistungsträger Tolcay Cigerci und Axel Borgmann verzichten.

Essen vs. Verl: Bezwingt RWE den Angstgegner?

Er sei "total davon überzeugt, dass wir uns aus dieser Situation befreien können", ließ Profifußball-Direktor Marcus Steegmann nach der 1:6-Klatsche beim VfB Stuttgart II wissen. RWE werde gegen Verl zurückkommen und "ein ganz anderes Gesicht" zeigen. Dieses wird auch dringend nötig sein, will Rot-Weiss Essen nach zuletzt drei Niederlagen in Folge noch mal ein Comeback im Aufstiegsrennen hinlegen. Statt von Platz zwei geht RWE nun von Platz vier aus in die letzten beiden Spiele – und muss aufgrund des schlechteren Torverhältnisses wohl drei Punkte mehr holen als mindestens einer der beiden Konkurrenten aus Duisburg und Cottbus.

Gelingen soll dieser Turnaround unter der Leitung von Uwe Koschinat, der trotz der Krise zur Unzeit weiterhin das Vertrauen der Verantwortlichen genießt. Allerdings wartet wahrlich keine leichte Aufgabe auf die Essener: Mit dem SC Verl kommt der Angstgegner an die Hafenstraße, gegen den RWE seit 13 (!) Partien auf einen Sieg wartet. Die letzten beiden Heimspiele gegen Verl gingen gar mit 1:3 bzw. 0:5 verloren. Gelingt es den offensivstarken Ostwestfalen nun einmal mehr, den großen Nachbarn aus dem Ruhrpott zu ärgern?

1860 München vs. Ingolstadt: Duell der Enttäuschten in Giesing

Der Schwung ist raus bei den Münchner Löwen. Zuletzt gab es beim Tabellenschlusslicht Schweinfurt ein müdes 1:1 für den TSV. Und auch der FC Ingolstadt schleppt sich gerade eher schlecht als recht über die Ziellinie: Sechs der letzten sieben Spiele gingen verloren, darunter auch das Heimspiel gegen Aue in der Vorwoche – trotz einer 3:1-Pausenführung. Ein Umstand, der Trainerin Sabrina Wittmann mächtig auf die Palme brachte. Personelle Konsequenzen gab es bei den Schanzern zuletzt auf Führungsebene. Geschäftsführer Dietmar Beiersdorfer verkündete am Montag seinen Abgang, interimsmäßig übernimmt Florian Günzler das Kommando.

Und bei den Löwen? Hier machte zuletzt das Gerücht die Runde, dass eine Gruppe um Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger daran arbeite, Investor Hasan Ismaik seine Anteile am Münchner Traditionsverein abzukaufen. Zurück zum Sportlichen: Hier steht am Samstag das direkte Duell der oberbayerischen Rivalen an, in dem es für beide in erster Linie darum geht, die Saison würdevoll zu Ende zu bringen. Die Löwen feiern zudem rund um das Spiel das 60-Jährige Jubiläum der Deutschen Meisterschaft.

Viktoria Köln vs. Aachen: Bauen Gindorf und Schroers ihren Torrekord weiter aus? 

Die Rückrundenmeisterschaft ist zwar nicht mehr drin für Alemannia Aachen, dafür war der VfL Osnabrück einfach zu gut. Sehr wohl kann sich der TSV allerdings Platz zwei in der Rückrundentabelle krallen, aktuell beträgt der Vorsprung auf die drittbeste Rückrundenmannschaft, den MSV Duisburg, fünf Punkte. Allen voran wollen die Kaiserstädter aber den Schwung der letzten Wochen konservieren und weiterhin Spaß am Fußballspielen haben. "Viele hätten die Saison ausrollen lassen, wenn in beide Richtungen nichts mehr geht – da ticken wir anders", betonte Mittelfeldtalent Mehdi Loune zuletzt im Interview mit liga3-online.de.

Und dann wäre da auch noch das gefährlichste Sturm-Duo der Drittligageschichte: Lars Gindorf und Mika Schroers kommen mittlerweile zusammen auf 42 Treffer – und damit auf einen mehr als Justin Eilers und Pascal Testroet im Trikot von Dynamo Dresden vor zehn Jahren. Ihren Rekord wollen Gindorf und Schroers im Auswärtsspiel bei Viktoria Köln selbstverständlich weiter ausbauen. Im Hinspiel im Dezember blieben beide torlos, damals feierte die Viktoria einen 3:0-Auswärtssieg in Aachen. Generell spricht die Bilanz dieses NRW-Duells klar für die Domstädter, die 14 der 20 Begegnungen für sich entscheiden konnten. So auch dieses Mal?

   

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