Alles, was ihr zum 24. Spieltag wissen müsst

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Wir sind wieder voll drin im Spielbetrieb: Mit dem 24. Spieltag nähert sich die 3. Liga allmählich dem finalen Saisondrittel – doch ob die Paarungen dieses Wochenendes getoppt werden können, ist fraglich. Zwei, drei richtig heiße Derbys stehen uns bevor, echte Highlights dieses Februars sind das. Noch dazu geht es in der unteren Tabellenhälfte rund. Hier ist unsere Vorschau auf das Wochenende!

Die Ausgangslage

Ein Blick auf die Rückrundentabelle zeichnet ein ziemlich gutes Bild der aktuellen Formkurven aller Klubs. Ganz vorne rangiert aktuell der SV Wehen Wiesbaden – er holte als einziger Klub alle zwölf möglichen Punkte aus vier Partien. Dahinter folgen nicht etwa Aufstiegskandidaten, sondern die Würzburger Kickers und der SV Meppen, der zuletzt wohl die größten Schritte in Richtung Klassenerhalt gemacht hat. Und wer steht unter massivem Erfolgsdruck? Letzter, noch ohne einen einzigen Zähler, ist der VfR Aalen. Der hat seine Konsequenzen vor wenigen Tagen gezogen und Trainer Argirios Giannikis entlassen – von den letzten Sechs hat damit einzig Energie Cottbus noch den gleichen Übungsleiter wie zu Saisonbeginn, nämlich Claus-Dieter Wollitz.

Seinen Einstand beim VfR feiert der Ex-Hallenser Rico Schmitt am Montagabend bei 1860 München. Die weiteren kriselnden Vertreter sind der FSV Zwickau und der KFC Uerdingen, die in der Rückserie bei erst einem Pünktchen stehen. Carl Zeiss Jena spielte derweil zuletzt viermal in Folge Remis – im Ostderby gegen Zwickau sollte es mindestens wieder dieser Punkt sein.

 

Was noch passiert ist

Der KFC Uerdingen plant offenbar nach dem diesjährigen Umzug in das Duisburger Zweitliga-Stadion schon bald den nächsten. In der Verlosung sind offenbar das gut 50.000 Plätze fassende Stadion von Fortuna Düsseldorf, aber auch das Lohrheidestadion von Viertligist Wattenscheid 09 – dort würden rund 15.000 Zuschauer Platz finden.

Hansa Rostock musste derweil kurz nach dem ersten Erfolg unter Trainer Jens Härtel eine Hiobsbotschaft verkraften: Stürmer Marco Königs fällt mit einem Mittelfußbruch mindestens in den kommenden Wochen aus.

 

Vier Spiele im Fokus

Derbyzeit im Münsterland: Preußen Münster gegen den VfL Osnabrück

Münster gegen Osnabrück, in diesem Duell steckte in den vergangenen Jahren stets eine besondere Würze. Giftpfeile flogen zwischen den Fanlagern jede Menge hin und her, und auch auf dem Rasen gaben sich ausgewählte Akteure regelmäßig Feuer. Auch vor der neuesten Auflage des ewig jungen Derbys zwischen Schwarz-Weiß-Grün und Lila-Weiß stehen impulsive Akteure im Fokus: Auf Seiten der Gastgeber, die nach der 0:1-Niederlage in Lotte wieder Abschied von den vorderen Plätzen nehmen mussten, meldete sich nämlich René Klingenburg rechtzeitig fit – auf Osnabrücker Seite ist allen voran Marcos Alvarez so ein Typ, der für das Spiel gegen Münster überhaupt keine zusätzliche Motivation braucht.

Der VfL muss das 0:2 gegen Großaspach verdauen, hat in der Tabelle dank schwächelnder Konkurrenz aber kaum an Boden verloren. Vor mehr als 10.000 Zuschauern werden sie wohl alles dafür geben, damit das Aufstiegs-Zitterspiel nicht ausgerechnet beim Rivalen beginnt…

Knallerspiel in Karlsruhe: Der KSC gegen den 1. FC Kaiserslautern

Wo wir schon bei Giftpfeilen sind: Das Duell zwischen dem Karlsruher SC und dem FCK, unser zweites Derby an diesem 24. Spieltag, dürfte allein in puncto Zuschauerresonanz eine noch größere Nummer werden. Knapp 17.000 Karten hatten die Gastgeber am Mittwoch schon verkauft, eine ausverkaufte Kulisse ist denkbar – der Wildpark fasst schließlich wegen der aktuell laufenden Umbaumaßnahmen nur 20.500 Plätze. Dreitausend dieser Plätze werden mit Anhängern der Roten Teufel belegt sein, die neben Waldhof Mannheim auch für die Karlsruher eher wenig übrig haben. Deshalb wandten sich im Vorfeld der vor allem für den KSC auch tabellarisch wichtigen Begegnung die Kapitäne an die Fanlager und appellierten an ein faires Verhalten. Hoffen wir, dass es so kommt! Sportlich wollen die Gastgeber ihre Verfolger auf Distanz halten, aber auch Lautern spielt noch um mehr als die Goldene Ananas. Fünf Punkte Vorsprung auf Rang 17 können schließlich schneller verbraucht sein, als so manchem lieb ist…

Energie droht Absturz: SV Meppen gegen Energie Cottbus

Wann wacht Energie Cottbus auf? Aktuell scheinen die Lausitzer auf direktem Wege zurück in die Regionalliga – zumindest spricht der Trend eine eindeutige Sprache. Zwei Heimspiele bestritt der FCE im neuen Jahr, beide gingen verloren und zweimal war es ein frühes Gegentor, das Trainer Wollitz besonders geärgert haben dürfte. Insgesamt ist die Lage düster. Die erhofften Wintertransfers kamen erst spät, ein Stürmer war aber nicht dabei. Noch dazu ist Streli Mamba, Torjäger der Aufstiegssaison, schlichtweg nicht in Form. Und jetzt geht es auch noch zur in Fahrt gekommenen Konkurrenz aus Meppen – der SVM steht mittlerweile fünf Zähler vor dem FCE. Gibt es wenigstens positive Erinnerungen aus dem Hinspiel? Nicht wirklich, denn da "klaute" Meppen Cottbus den Heimsieg in letzter Minute, 1:1 hieß es am Ende.

Zwei Sieglos-Serien treffen aufeinander: FSV Zwickau gegen Carl Zeiss Jena

Wie, Sieglos-Serie? Zumindest Fans von Carl Zeiss Jena dürfen jetzt gerne protestieren. Immerhin ist deren Trainer Lukas Kwasniok in den bislang fünf Punktspielen, in denen er die Thüringer betreut hat, noch ungeschlagen. Zur Wahrheit gehört aber auch die Serie von zuletzt vier Remis, davon drei torlose. Schießbude Jena, vorne hui und hinten pfui – das ist Vergangenheit. Nur reicht dieser stete Punktgewinn nicht, um die Kellerregion zu verlassen. In die rutscht aktuell auch der FSV Zwickau und Joe Enochs wieder hinein. Das war nicht auszuschließen, wäre aber dennoch vermeidbar gewesen. Etwa im Nachholspiel gegen Karlsruhe, als die Sachsen so stark starteten und näher am Sieg waren, als viele erwartet hatten. Nun muss das wohl oder übel gegen Jena nachgeholt werden. Es ist ein Sechs-Punkte-Spiel für beide – und damit ist eigentlich alles gesagt.

 

Wer überraschen könnte

Wehen Wiesbaden in Unterhaching!

Gut, es wäre keine Mega-Sensation, wenn Wiesbaden drei Punkte aus Bayern entführt. Doch die Heimbilanz der Hausherren liest sich immer noch beachtlich, allen voran die Torbilanz von 23:5 Treffern pro Haching. Der SVWW hält seine makellose Rückrundenbilanz dem entgegen – und könnte das aus der vergangenen Spielzeit bekannte Duell mit dem Karlsruher SC neu anheizen.

   

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