Alles, was ihr zum 18. Spieltag wissen müsst

Einen Tag später als üblich, aber pünktlich zum Nikolaus haben wir für Euch alle Informationen, mit denen ihr gut gerüstet in den drittletzten Drittliga-Spieltag des Jahres 2019 gehen könnt. Vor allem an der Tabellenspitze ist wieder mit Bewegung zu rechnen – aber lest selbst, welche Duelle es an diesem Wochenende in sich haben.

Die Ausgangslage

Durch den HFC-Sieg über den MSV Duisburg – was war das für ein unglaubliches Tor des Terrence Boyd – ist die Spitze wieder etwas näher zusammengerückt und die Zebras sind daheim gegen Bayern II unter Zugzwang, sonst dürfte die Konkurrenz aufschließen. Die weitere Konkurrenz, namentlich Ingolstadt und Braunschweig, ist teils richtig gut in Form, beide aber haben schwere Auswärtsspiele vor sich. Nur Unterhaching kämpft nach der 2:3-Pleite gegen 1860 München mehr denn je mit schlechter Stimmung, lediglich eines der vergangenen acht Ligaspiele wurde gewonnen.

Im Mittelfeld ist der 1. FC Magdeburg nach zwei Siegen in Folge erster Verfolger des Spitzen-Quintetts geworden, dahinter schiebt sich Verein für Verein voran. Lediglich Viktoria Köln und die Würzburger Kickers werden seit einiger Zeit durchgereicht und müssen Gedanken an den Abstiegskampf richten. Auf den letzten vier Plätzen haben es sich Chemnitz, Großaspach, Münster und Jena derweil bequem gemacht – keine der Mannschaften wird die Regionalliga-Ränge 17 bis 20 am kommenden Wochenende verlassen, das steht schon jetzt fest.

 

Was sonst passiert ist

Sportlich ist die Zukunft von Carl Zeiss Jena völlig unklar, hinter den Kulissen aber wird an einer Zukunft im nationalen Fußball geschraubt: Bis 2023 soll für knapp 49 Millionen Euro aus dem Ernst-Abbe-Sportfeld ein reines Fußballstadion werden, das wurde Mittwoch bekannt.

Teuer zu stehen kommt Eintracht Braunschweig ein Pyro-Einsatz seiner Fans im Auswärtsspiel bei Preußen Münster vor einigen Wochen. Auf 30.000 Euro beläuft sich die Rechnung des DFB – viel Geld für den klammen Klub, der vor der Spielzeit im Zuge von Sparmaßnahmen auch Mitarbeitern gekündigt hatte.

Schöner ist die Nachricht, dass die 500-Tore-Marke in der 3. Liga schon am 17. Spieltag gefallen ist. Mit 3,1 Treffern pro Partie unterstreicht diese Statistik, wie attraktiv diese Spielklasse doch ist.

 

Vier Spiele im Fokus

Sachsenderby: Chemnitzer FC gegen den FSV Zwickau

Das Derby dieses Spieltags steigt im Osten der Republik: Mit sechs Zählern Handicap steigt der Chemnitzer FC gegen Zwickau in den Ring – zuletzt holten die Himmelblauen vor der ernüchternden Kulisse von 3.444 Zuschauern gegen Uerdingen ein 1:1-Remis, Zwickau unterlag in Braunschweig mit 1:3. Die Devise vor besser gefüllten Rängen lautet für den CFC: irgendwie drei Punkte holen und den Abstand auf Platz 16 verkürzen. Der FSV um Joe Enochs möchte den Start in die Partie keinesfalls so verschlafen wie in Braunschweig, als man erst nach dem Drei-Tore-Rückstand aufwachte. Sollte Chemnitz Probleme haben, das Spiel zu machen, dürfte Zwickau seine physischen Vorteile voll ausspielen können.

Lauterns vierter Streich? 1. FC Kaiserslautern gegen den Halleschen FC

Drei Dreier haben die Lage in Kaiserslautern merklich entspannt. Die neuen starken Männer im Klub, Ex-Schiedsrichter Dr. Markus Merk und Geschäftsführer Sören Voigt (früher Braunschweig) können unter ruhigeren Vorzeichen die Arbeit aufnehmen. Die positive Stimmung trüben will der Hallesche FC, der davon profitiert, dass beim FCK Christian Kühlwetter mit der fünften gelben Karte ausfällt. Das 1:0 über Duisburg wurde durch das späte Traumtor von Terrence Boyd zum emotionalen Höhepunkt – gut möglich, dass Halle von diesem Moment noch zehren kann. Will der HFC aufsteigen, so sollte er auch die aktuell schwere Hürde Lautern meistern.

FCM auf dem Sprung: 1. FC Magdeburg gegen den FC Ingolstadt

Ein Schlüsselspiel? Die Formulierung ist so unglaublich abgedroschen, aber aus Magdeburger Sicht trifft sie eben doch zu. Lange gurkte der FCM im Mittelfeld herum, die Konstanz fehlte, immer wieder kehrte etwas Unruhe ein. Zwei Siege in Folge tun an der Elbe nun richtig gut, das traumhafte 2:1-Siegtor von Christian Beck in der Großaspacher Nachspielzeit war Balsam auf der Seele. Trainer Stefan Krämer scheint angekommen, mahnte aber nach dem SGS-Spiel, weil längst nicht alles positiv war. Ein härterer Prüfstein wird jetzt der Vierte aus Ingolstadt: Die zweitbeste Offensive testet den die beste Verteidigung. Dafür bedarf es einer stabileren Verteidigung, meint Krämer. Wohlwissend, dass er bei einem neuerlichen Erfolg oben angekommen wäre.

Ein Ticket in ruhige Gewässer: Würzburger Kickers gegen Viktoria Köln

Die Kontrahenten eint, dass auf ihnen bislang selten der Fokus lag – und dass sie sich in dieser Saisonphase sehr, sehr schwer tun. Die Viktoria kommt nach ihrem starken Start auf zehn sieglose Pflichtspiele in Folge, dazu hagelte es zuletzt zwölf Gegentore in vier Partien. Die Tabelle straft es mit dem 15. Rang, die Abstiegszone rückt immer näher. Platz 16 hat Würzburg inne, das eins der vergangenen sechs Matches gewonnen hat und zuletzt gegen Uerdingen als auch in Rostock unterlag. Trainer Michael Schiele steht öffentlich nicht unter Rechtfertigungsdruck, eine schwierige Personallage und der geringere Etat machen dem Ex-Zweitligisten aus Unterfranken zu schaffen. Und doch: Ein Erfolg gegen den Aufsteiger muss vorausgesetzt werden, denn zu tief darf die Erwartungshaltung am Dallenberg nicht fallen.

 

Die mögliche Überraschung

Carl Zeiss Jena gegen Unterhaching

Seit Wochen, nein Monaten schaut der FC Carl Zeiss in erster Linie auf den Rang über sich – und den dazugehörigen Abstand. Lange Zeit wuchs dieser immer weiter an, nach dem jüngsten Erfolg beim FC Bayern II hat sich der Rückstand auf den Neunzehnten Münster aber auf vier Zähler reduziert. Es sind diese kleinen Erfolge, die die Thüringer motivieren, nicht aufzugeben. Das Wunder der Vorsaison hat es eindrucksvoll beweisen, warum sollte dies kein zweites Mal möglich sein? Unterhaching, das im Vorjahr einen denkwürdigen 5:4-Erfolg im Paradies einfuhr, ist zuletzt in acht Spielen achtmal sieben geblieben und wirkt als nominelle Spitzenmannschaft oben im Tableau derzeit etwas fehl am Platz. Es könnte die Chance für Jena sein, mehr Hoffnung zu tanken.

   
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