Fünf Spiele ungeschlagen: Warum es beim SV Meppen derzeit läuft
Seit fünf Spielen ungeschlagen und dabei neun Punkte geholt: Der SV Meppen gehört derzeit zu den formstärksten Teams und hat sich aus der Abstiegszone befreit. liga3-online.de nennt die Gründe für den Aufschwung.
Grund 1: Abwehr stabilisiert
Die Aufstiegssaison endete für die Emsländer mit einem souveränen Torverhältnis von 103 Toren zu 35 Gegentreffern in 34 Partien. Entsprechend zuversichtlich startete Lucas Beniermann mit seiner Mannschaft in die Saison – aber der Cheftrainer musste zunächst ein paar Stellschrauben drehen, denn der Start war holprig. In sieben Spielen gab es bereits 15 Gegentore, was einen Schnitt von 2,14 Gegentreffern pro Partie bedeutete. Besonders die deutliche 1:6-Niederlage im Heimspiel gegen Saarbrücken fällt in die Statistik.
Einen unmittelbaren Einfluss auf die Ergebnisse hatte sicherlich der Ausfall von Kapitän Jonas Fedl. Der 27-jährige Innenverteidiger startete zwar am 1. Spieltag, doch schon nach 13 Minuten war aufgrund von muskulären Problemen wieder Schluss. Fedl setzte mehrere Wochen aus – und kehrte im defensiven Mittelfeld zurück. Ein wichtiger Baustein im Abwehrverbund, denn Meppen konnte die Anzahl der Gegentore drastisch reduzieren. Das Ergebnis? In den letzten fünf Partien waren es nur noch zwei Gegentreffer, was einen Schnitt von 0,4 Toren pro Partie ergibt. Seit dem 8. Spieltag war keine andere Mannschaft defensiv stärker als der SVM.
Grund 2: Effektivität erhöht
Weniger Gegentore, mehr eigene Treffer? So einfach geht die Gleichung im Emsland zwar nicht auf, aber Meppen macht jetzt auch mehr aus seinen Chancen. In sieben Spielen schaffte der SVM insgesamt acht Tore, aus den letzten fünf Partien folgten acht weitere Treffer – ein deutliches Zeichen, dass die Beniermann-Elf ihre Effektivität erhöht hat. Insgesamt (!) liegt die Chancenverwertung der Meppener über die Saison gesehen nur bei sechs Prozent, denn für 16 Tore brauchte es 265 Torschüsse. Das ist der viertniedrigste Wert der gesamten Liga.
Aber: Die Tendenz ist steigend. Gegen Hansa Rostock (2:0) gelangen zwei Tore aus vier Schüssen, gegen Würzburg (4:0) waren es vier Treffer aus zwölf Versuchen. Und der Erfolg verteilt sich auf mehrere Schultern: Angreifer Oliver Schmitt traf zwei Mal in den letzten Wochen, auch Abwehrmann Stefan Rankic jubelte doppelt. Dazwischen fungiert Jannic Ehlers (ein Tor, zwei Vorlagen) formstark, sodass auch die Standards derzeit wieder eine Waffe für den SVM sind. Beide Treffer gegen Rostock fielen beispielsweise nach einem ruhenden Ball, weshalb Meppen nun nach und nach in der Liga anzukommen scheint.
Grund 3: Spielglück
Und dadurch erarbeiten sich die Emsländer auch das nötige Spielglück für den Erfolg. Am vergangenen Freitag war Meppen zu Gast in Düsseldorf – eine relativ einseitige Partie, denn die Fortuna diktierte das Spielgeschehen. Trotzdem holte der SVM beim torlosen Unentschieden einen Punkt, weil F95 seine Möglichkeiten nicht nutzte. Oder andersherum gesagt: Meppen verteidigte alles weg, wodurch ein deutlicher Expected Goals (xG) widerlegt wurde. Denn Düsseldorf hatte einen xG-Wert von 2,92, weshalb ein 3:0 für die Fortuna nicht verwunderlich gewesen wäre – bei 14 Schüssen auf das Tor.
Aber in den meisten Fällen stand auch SVM-Keeper Julius Pünt im Weg. Die Formkurve des 22-Jährigen steigt ebenfalls an, hielt er doch in drei der letzten fünf Partien die Null. So entwickelt sich der SV Meppen derzeit zum besten Aufsteiger dieses Jahres – und liegt mit 15 Punkten nur noch einen Zähler hinter den vor der Saison hochgehandelten Teams aus Rostock und Düsseldorf.