Alles, was ihr zum 3. Spieltag wissen müsst

Wie lange hält die Magie des Saisonstarts an? Zwei Spieltage sind absolviert, dazu die 1. Runde im DFB-Pokal – inklusive Drittliga-Überraschungen. Jetzt ruft der Alltag, in den manches Teams den Schwung natürlich mitnehmen möchte. Und wieder andere zählen bereits die Schweißperlen auf der Stirn. Unsere Spieltagsvorschau liefert Euch wie gewohnt den Überblick.

Die Ausgangslage

Zwölf Drittligisten waren in der 1. Runde des DFB-Pokals am Ball. Trotz ansehnlicher Leistungen wie in den Fällen von Duisburg, Münster oder Würzburg war für die meisten Klubs Endstadion – bis auf Rot-Weiss Essen (2:0 gegen St. Pauli) und die SG Sonnenhof Großaspach, die Arminia Bielefeld im Elfmeterschießen bezwang. In Mannheim gibt es dagegen nicht nur das Pokal-Aus gegen Kaiserslautern zu verdauen, sondern auch die schweren Ausschreitungen nach Ende der regulären Spielzeit.

Wohin bringt der Glamour des Pokals die Teams nun im Liga-Alltag? In den kommenden drei Wochen stehen fünf Partien an. Und wohin führt das die Klubs, die kein neues Selbstvertrauen tanken konnten? Wiesbaden (0:4 gegen Leverkusen), Verl (0:3 gegen den HSV) und Düsseldorf (1:5 gegen Freiburg) sahen gegen die Favoriten kaum Land, wenngleich zumindest die Ostwestfalen immer wieder auf ihre Underdog-DNA zurückgreifen können. Jetzt sind allerdings Punkte gefragt.

 

Fünf Spiele im Fokus

F95 gegen VfB II: Fortuna unter Zugzwang

Wo wäre die Fortuna, wenn sie Fabian Schleusener nicht hätte? Ja, vermutlich genauso am Tabellenende wie derzeit auch. Der 34-jährige Mittelstürmer ist mit zwei Toren in drei Spielen der einzige Hoffnungsträger, der sich zurzeit in Düsseldorf hervorspielt. Darüber hinaus jagt eine Baustelle die nächste, sodass Cheftrainer Alexander Ende zunehmend in Erklärungsnot gerät. Im Tor bahnt sich ein früher Wechsel an, Kapitän Jorrit Hendrix holte sich im ersten Spiel nach seiner saisonübergreifenden Rotsperre direkt wieder den Platzverweis ab und das restliche Team tritt überwiegend gesichtslos auf. Reißt niemand das Geschehen an sich, droht weiter großes Übel.

Die Zweitvertretung des VfB Stuttgart machte zum Saisonstart wiederum das, was von einer U23-Mannschaft erwartet wird. Gegen Havelse wurden zwei Rückstände zum Sieg gedreht, gegen Viktoria Köln stellten sich die jungen Schwaben dann zum Teil selbst ein Bein. Learning by doing – getreu dem Motto, dass sich die Rasselbande von Nico Willig durchaus mal Fehler erlauben darf, ist aber natürlich auch ein Lerneffekt erwünscht. Besonders dann, wenn es gegen den Gegner geht, auf den nun alle Augen gerichtet sein werden.

MSV gegen FWK: Duisburger Heimbilanz mit Ausnahmen

Das Wunder von der Wedau wird im Pokal-Wettbewerb manches Mal unterbrochen. Seit 18 Monaten sind die Zebras im eigenen Stadion ungeschlagen – mit zwei Ausnahmen. Im Landespokalfinale gegen Essen sowie im DFB-Pokal am vergangenen Wochenende gegen Elversberg. Aber die Heimmacht der Duisburger bleibt trotzdem bestehen, wenngleich die Zebras seit Ewigkeiten in der Auswärtstabelle besser dastehen als in der Heimtabelle. Logischerweise erst einmal nach jeweils einer Partie. Die Bilanz im eigenen Stadion wird der MSV nun genauso konsequent ausbauen wollen – erneut ohne Kapitän Alexander Hahn, der die Zebras verlassen will.

Würzburg hat einen Traumstart hingelegt, bei dem der Drittliga-Aufsteiger nur ganz knapp an der Sensation vorbeiging. Vier Punkte aus zwei Spielen und zudem noch das knappe Pokal-Aus gegen den 1. FC Köln nach Führung – obwohl der Frust bei Cheftrainer Michael Schiele tief saß, können die Würzburger auf einen äußerst erfolgreichen Auftakt zurückblicken. Und das wird dem Aufsteiger auch bei der nächsten Aufgabe in Duisburg durchaus Mut machen.

Aachen gegen SVM: Ist Meppen jetzt angekommen?

Geht das Wettbieten um Top-Torjäger Mika Schroers am Tivoli noch in eine finale Runde? Wie Faton Ademi, der ebenfalls von höherklassigen Klubs umworben wird, sitzt Aachen beim Angreifer am längeren Hebel. Unzufriedenheit demonstrierte Schroers nicht – und seinen Lapsus im Spielaufbau in der ersten Partie glich der 24-Jährige sogleich durch einen eigenen Treffer aus. Aber mit Fortuna Köln war bereits einem Aufsteiger gelungen, den ambitionierten Aachenern ein Beinchen zu stellen. Gefallen ist die Alemannia jedoch nicht, obwohl sich die Selimbegovic-Elf im vergangenen Spiel per Platzverweis selbst geschwächt hatte.

Die Emsländer haben bereits beide Seiten der Medaille kennengelernt, denn auf das chancenlose 0:3 in Duisburg folgte der umjubelte 2:0-Sieg gegen Mit-Aufsteiger Großaspach. Und die SGS schaffte bekanntlich den Coup im Pokal, wodurch die Leistungsstärke der Meppener keinesfalls zu unterschätzen ist. Der SVM, den so viele vor der Saison als angriffslustig und willensstark wahrgenommen haben, wollen nun am Tivoli beweisen, dass der Klub wieder in der 3. Liga angekommen ist. Auch, wenn die Kulisse wieder gegen Meppen sein wird.

SVWW gegen RWE: Wiesbaden am Limit

Wiesbaden erlebte den Horrorstart. Mancher Orts galten die Hessen im Vorfeld als Geheimtipp, aber zwei Niederlagen und sieben Gegentore in den beiden Partien gegen Münster und Würzburg sorgten für Ernüchterung. In der 1. Runde des DFB-Pokals erwartete niemand einen Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen, aber auch gegen den klassenhöheren Gegner gab es erneut vier Einschläge im SVWW-Kasten – im Vergleich zu den Auftritten in der Liga aber wohl zu verschmerzen. Cheftrainer Daniel Scherning ist gefordert.

Vom Tal der Tränen ins himmelhohe Jauchzen verfiel Rot-Weiss Essen innerhalb von wenigen Tagen. Die Auftaktpleite gegen Saarbrücken (2:5) rief zahlreiche Kritiker hervor, die sich auch durch den knappen 1:0-Sieg gegen Havelse kaum besänftigen ließen. Cheftrainer Uwe Koschinat wurde in Fankreisen bereits diskutiert. Und dann? Dann machte RWE die Sache wieder im Stil von RWE, indem St. Pauli souverän aus dem Pokal geworfen wurde. Mit dem Rücken zur Wand fanden Cheftrainer und Mannschaft in den vergangenen Monaten oftmals die passende Antwort, sodass Vertrauen in die Elf von der Hafenstraße angebracht ist.

FCS gegen Hansa: Top-Teams im direkten Vergleich

Saarbrücken, die Wundertüte. Nach dem radikalen Umbruch im Sommer war die Spannung groß, wie sich die Saarländer nach einem Jahr im Abstiegskampf mit neuem Gesicht präsentieren würden. Und auch die Skepsis war bei manchem Fan vorhanden. Doch nach zwei Siegen gegen Essen (5:2) und Regensburg (1:0), die ebenfalls zum potentiellen Kandidatenkreis für höhere Ambitionen gehören, dürfte beim FCS nach einem Jahr voller Unruhen wieder etwas Kontrolle über die Situation einkehren. Sofern Argirios Giannikis mit seiner Mannschaft weiter daran anknüpfen kann, denn der Wind dreht sich in Saarbrücken bekanntlich schnell.

Auch die Hansa-Kogge wollte sich schon Wochen vor dem Saisonstart nicht verstecken – und mit vier Punkten aus zwei Partien waren die Ostseestädter auch gut gestartet. Allerdings steht die hohe Anzahl an Gegentoren der Offensivpower der Rostocker im krassen Gegensatz gegenüber. Ohne (!) Emil Holten erzielte Hansa zwar sechs Tore, aber fünf Gegentreffer dürften für die Ambitionen der Kogge auf Dauer zu hoch sein. Daher wird Cheftrainer Daniel Brinkmann an der Sattelfestigkeit seines Teams arbeiten müssen, was gegen gut aufgelegte Stuttgarter im Pokal in Teilen zu erkennen war – trotz vier weiterer Gegentore gegen den Bundesligisten.

   

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