Zu leicht zu knacken: Hansa sucht nach defensiver Stabilität

Sechs Tore in zwei Spielen – die Offensive des F.C. Hansa Rostock glänzte zu Saisonbeginn, obwohl Top-Torjäger Emil Holten verletzungsbedingt fehlt. Allerdings sorgt die Abwehr für Kopfzerbrechen. Auch das 0:4 im DFB-Pokal sorgte für bittere Erkenntnisse. Noch ist die Kogge auf der Suche nach defensiver Stabilität.

"Das ist halt scheiße"

Der VfB Stuttgart buhlte in diesem Sommer lange um Sturmjuwel Dzenan Pejcinovic, der bei seinem Debüt für die Schwaben gleich dreifach traf. Gegen Hansa Rostock. In der 1. Runde des DFB-Pokals waren die Ostseestädter gegen den Teilnehmer aus der Champions League der klare Außenseiter, aber die Gegentore fielen dann doch zu einfach. Kapitän Franz Pfanne, der im Pokal seinen ersten Einsatz bekam, um die Defensive zu stabilisieren, rutschte vor dem zweiten Gegentreffer weg. "Das ist halt scheiße, dass das in einer Situation passiert, die zum Tor führt", ärgerte sich der Routinier nach Spielschluss in der "Ostsee-Zeitung".

Die Hereinnahme des Kapitän, sie verpuffte wirkungslos. "Wir haben unheimlich viele Wege gemacht und viel wegverteidigt", fand Pfanne zwar, doch am Ende gab es trotzdem den deutlichen Sieg für den haushohen Favoriten. Der 31-Jährige freute sich zwar über seine ersten Einsatzminuten in dieser Spielzeit, bei denen er den Teamkollegen sicherlich neue Impulse im Vergleich zu den beiden Auftritten in der Liga mitgeben konnte, doch die Besetzung der Abwehr wird Cheftrainer Daniel Brinkmann weiter beschäftigen. Denn auch Pfanne wusste: "Jedes Gegentor tut dir als Verteidiger weh." Und davon hatte Rostock zuletzt zu viele bekommen.

"Wir graben uns irgendwie ein Loch"

In der Liga probierte es Brinkmann zwei Mal mit der gleichen Viererkette, dazu blieb auch die Besetzung auf der Doppelsechs identisch. Im Pokal stellte der Cheftrainer auf eine Fünferkette mit zwei Neuen um und tauschte auch die defensiven Mittelfeldspieler komplett aus. Obwohl der VfB Stuttgart qualitativ nicht mit Hoffenheim II oder Waldhof Mannheim vergleichbar war, nutzten die Umstellungen augenscheinlich nur wenig. Dieses Problem erkannte auch Marco Schuster. "Wir graben uns irgendwie ein Loch, aus dem wir wieder rauskriechen müssen. Das kostet sehr viel Kraft und am Ende Punkte, und das ist ärgerlich", sagte der Abräumer im Vereins-TV. "Viele Gegentore hätten wir schon vorher verhindern können – verhindern müssen, nicht erst in der Box."

Den Pokalauftritt ausgeklammert, liegt die Quote der Gegentore nach zwei Partien bei 2,5 Treffern pro Spiel – zu viel für die ambitionierten Ziele der Rostocker. Zumal auch nicht in jedem Spiel drei Tore gelingen werden. Klar ist deshalb, dass die aktuellen Spektakel-Ergebnisse den Rostockern langfristig nicht in die Karten spielen werden. Und da geht es um Details, wie Florian Carstens zusammenfasste: "Es ist nicht viel, aber es sind die entscheidenden Momente, in denen wir einfach nicht zupacken, dem Gegner einen oder zwei Meter zu viel gewähren. Und der nutzt das eiskalt aus." Ein Problem, was sich bei mehrfacher Wiederholung nicht als Zufall abtuen lässt.

   

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