GdP schätzt Kosten für Einsatz bei Derby auf bis zu eine Million Euro
Die schweren Ausschreitungen rund um das Pokalderby zwischen Mannheim und Kaiserslautern haben eine neue Diskussion über die Sicherheit bei Hochrisikospielen entfacht. Im Fokus stehen dabei nicht nur die Vorfälle im Carl-Benz-Stadion, sondern auch die Frage, ob Profiklubs künftig stärker an den Kosten von Polizeieinsätzen beteiligt werden sollten. Nach Schätzungen der Gewerkschaft der Polizei (GdP) könnte der Einsatz am Freitag zwischen 700.000 Euro und einer Million Euro gekostet haben.
Vereine an den Kosten beteiligen?
GdP-Bezirkschef Thomas Mohr hält eine Kostenbeteiligung der Vereine daher für überfällig, wenn wie am Freitag rund 1.400 Beamte zum Einsatz kommen. Gegenüber dem "SWR" argumentierte er, dass zusätzliche Polizeikräfte bei kommerziellen Großveranstaltungen nicht dauerhaft allein von der Allgemeinheit finanziert werden sollten. Schließlich stünden die Beamten während solcher Einsätze für andere Aufgaben nicht zur Verfügung. Bisher werden die Klubs nicht an den Kosten beteiligt, weil die Kooperation von Polizei, Fanvertretern, Vereinen und Städten zu weniger Gewalt und weniger Einsatzkosten rund um die Spiele geführt habe.
Zugleich äußerte sich Mohr zur großen Menge an Pyrotechnik, die beim Derby zum Einsatz gekommen war. Dass verbotene Gegenstände ihren Weg in die Stadien finden, überrasche ihn grundsätzlich nicht. Vom Ausmaß der Vorfälle sei er allerdings schockiert gewesen. Nach seiner Erfahrung würden Feuerwerkskörper teilweise bereits Tage vor einer Partie ins Stadion gebracht. Deshalb sieht er auch die Verantwortlichen des Carl-Benz-Stadions in der Pflicht.
Politik fordert ebenfalls Konsequenzen
Auch Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel (CDU) fordert Konsequenzen. Gegenüber dem "SWR" betonte er: "Für die Sicherheit in den Stadien sind die Vereine zuständig." Die Ereignisse vom Freitag hätten jedoch gezeigt, dass das Sicherheitskonzept nicht aufgegangen sei. Der Minister kündigte an, zeitnah Gespräche mit den Profiklubs führen zu wollen.
Dabei soll es unter anderem um mögliche Anpassungen der Sicherheitskonzepte bei Hochrisikospielen sowie um die Zusammenarbeit in den sogenannten Stadionallianzen gehen. Zudem müsse aufgearbeitet werden, wie es möglich war, dass eine derart große Menge an Pyrotechnik ins Stadion gelangte. Ein schlichtes "Weiter so!" könne es nach den Vorfällen nicht geben, erklärte Hagel. Kritik am Einsatz und Vorgehen der Polizei gibt es indes vom Waldhof-Fanverband "Pro Waldhof".