Boyd fühlt mit Aue: "Egal, was du machst, nichts klappt"
Jetzt geht der SV Waldhof Mannheim auch offiziell vom Klassenerhalt aus. Im Duell mit Erzgebirge Aue setzten sich die Buwe am Ende glücklich mit 2:1 durch, weshalb Cheftrainer Luc Holtz auch freie Tage in der Länderspielpause spendierte. Derweil führte Terrence Boyd mit den Veilchen.
"Das kostet alles"
"Ich hatte den Jungs das schon länger versprochen, dass sie drei freie Tage bekommen. Jetzt haben sie das Spiel gewonnen, also sollen sie in aller Ruhe das machen, was ihnen Spaß macht", erklärte der Luxemburger nach dem 2:1-Sieg seiner Mannschaft bei "MagentaSport". Der Waldhof stellt sein Konto auf 45 Punkte, was hinlänglich für den Klassenerhalt ausreichen dürfte. "Das war das Ziel", verriet Luc Holtz. "Das ist das, was mich heute interessiert. Vom Inhalt her war mir das zu wenig. Mit dem Ball und gegen den Ball war das zu langsam. Das war keine Körperlichkeit, da waren wir nicht auf dem Platz."
Entsprechend ging Mannheim durch einen "Schwächeanfall" von Terrence Boyd in Rückstand. "Den habe ich aus dem Stand mit dem schwachen Bein versucht zu klären, aber den solltest du natürlich nicht in den Fuß von Stefaniak spielen", gab der Mittelstürmer nach Abpfiff zu. Den Rückstand konnte der Waldhof im zweiten Abschnitt drehen, weil Lovis Bierschenk sein erstes Tor im Profifußball erzielte. Auch Boyd freute es: "Das kostet alles. Debüt kostet, erstes Tor kostet", erklärte der erfahrene Angreifer, dass nun die Mannschaftskasse klingeln wird. Ob Boyd auch selbst einzahlen wird?
Holtz zeigt Verständnis bei Siegtor
Der 35-Jährige erzielte den Siegtreffer in der letzten Minute, der die Gemüter erhitzte. Denn das Spielgerät war offenkundig nicht hinter der Linie. "Das ist schwierig zu sagen", hielt sich Waldhof-Coach Holtz anfangs noch zurück, doch der Luxemburger drehte das Blatt schnell. Der Cheftrainer führte aus: "Wir haben auch schon Tore gemacht, die nicht anerkannt wurden. Irgendwann musst du darüber nachdenken, ob wir die Tortechnologie einführen. Das ist das dritte Spiel, seit ich hier bin, wo das so ein extremer Fall ist." Den Unmut der Auer könne Holtz daher verstehen, weshalb er auch die Daumen für Christoph Dabrowski drückte. "Wenn der Trainer Äußerungen trifft, die nicht passend sind, dann wird er hoffentlich nicht direkt wieder bestraft."
Auch Boyd fühlte mit den Veilchen: "Das ist die Scheiße, wenn du im Abstiegskampf steckst. Egal, was du machst, nichts klappt – die Freudigkeit, die Leichtigkeit. Du redest dir ein und musst dich selber belügen: Jetzt wird’s. Und dann kommen so Zufälle und Kacktore dazu. Es ist sehr hart, aus der Scheiße rauszukommen." Die Buwe sind nun endgültig raus und blicken nun dem Landespokal-Halbfinale beim 1. FC Bruchsal am Samstag entgegen. Danach geht es zu 1860 München