"Denkbar schlechter Spielverlauf": Viktoria-Frust nach Pleite
Nach zuvor zwei Siegen musste Viktoria Köln beim Tabellenführer aus Osnabrück eine 0:2-Niederlage hinnehmen, obwohl viele Statistiken für die Domstädter sprachen. Marian Wilhelm machte dafür die Qualität des Gegners und die des Platzes verantwortlich und hatte trotz der Pleite lobende Worte für seine Truppe übrig.
Wilhelm beklagt "denkbar schlechten Spielverlauf"
Zumindest vom Papier her war es am Ende eine überraschende Niederlage, die Viktoria Köln am Dienstagabend an der Bremer Brücke in Osnabrück einstecken musste. Die Domstädter hatten über das gesamte Spiel deutlich mehr Ballbesitz als der Gegner und wiesen am Ende ein Eckenverhältnis von 9:0 auf, sodass gar Osnabrücks Trainer Timo Schultz nach dem Abpfiff ein wenig überrascht auf den eigenen 2:0-Erfolg reagierte: "Ich musste auch ein bisschen mit dem Kopf schütteln." Für die Viktoria war das allerdings kein wirklicher Trost, nach zuletzt zwei Siegen ging es ohne Zähler zurück an den Rhein.
"Auch wenn wir 60 bis 70 Prozent Ballbesitz hatten, damit gewinnst du nicht zwangsläufig Spiele. Sondern eben mit Toren. Das hat Osnabrück heute wesentlich besser gemacht und deswegen gehen wir als verdienter Verlierer vom Platz", zeigte sich Kölns Cheftrainer Marian Wilhelm als fairer Sportsmann, ärgerte sich aber über einen "denkbar schlechten Spielverlauf." Denn bereits nach fünf Minuten waren die Niedersachsen durch Robin Meißner in Führung gegangen, wechselten dann ein wenig in den Verwaltungsmodus und legten nach einem Fehler im Aufbauspiel der Gäste in Person von David Kopacz noch einmal nach (42.).
Lobende Worte für die junge Kölner Truppe
"Es ist schwer gegen sie ein Tor zu erzielen, vor allem, wenn du so früh einen Gegentreffer kassierst", so Wilhelm, beklagte sich aber auch über einen "Platz, der nicht einfach war und auch nicht einfacher wurde". Tatsächlich versprang seiner Truppe auf dem tiefen Geläuf zu häufig der Ball, wurden Spielzüge nicht sauber bis zum Ende durchgespielt. Als Ausrede wollte der 37-Jährige das aber nicht sehen, sondern lobte eher die Kaltschnäuzigkeit des Gegners und Torschütze Kopacz für dessen Treffer mit der Hacke: "Das ist herausragend gemacht, den muss man erstmal so machen.“
Trotz der nun elften Saisonniederlage hatte Wilhelm aber auch für seine junge Truppe noch lobende Worte über. Insbesondere wie seine Spieler mit dem Rückstand umgegangen seien, habe ihm gefallen. "Wir sind bis zum Schluss nicht kopflos geworden und lassen auch in der zweiten Halbzeit nicht viel zu. Ich glaube, das haben wir richtig gut gemacht", so Wilhelm, um dann aber doch noch ein Zugeständnis machen zu müssen. "Aber richtig gut hat gegen diese Osnabrücker Mannschaft heute halt nicht gereicht." Die Kölner verbleiben damit weiterhin im sicheren Mittelfeld und haben schon am Freitag die Chance, sich wieder Zählbares zu holen. Dann kommt der TSV 1860 München in die Domstadt.