Ismaik verspricht Finanzspritze – Bierofka denkt an Owusu

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Die Stürmersuche beim TSV 1860 München verläuft mehr als schleppend – es fehlt schlicht an entsprechenden finanziellen Mitteln. Investor Hasan Ismaik kündigte kürzlich an, diesbezüglich Abhilfe schaffen zu wollen. Bevor sich Sport-Geschäftsführer Gorenzel allerdings auf die Suche nach geeignetem Personal machen könne, so Cheftrainer Daniel Bierofka, müssten konkrete Zahlen vorliegen. 

Stürmersuche: Bierofka darf wieder hoffen

Ohne Geld kein neues Personal – die Transfer-Rechnung bei den Münchner Löwen war bisher nicht allzu schwer zu verstehen. Am Donnerstag kam jedoch noch einmal Bewegung in die Sache. Investor Hasan Ismaik kündigte laut "AZ" an, Mittel für die Verpflichtung eines Angreifers bereitstellen zu wollen. Dass den Worten durchaus Taten folgen könnten, zeigte bereits die Rückkehr von Timo Gebhart an die Grünwalder Straße – auch damals flossen Ismaiks Gelder.

Auf der Pressekonferenz vor der Partie gegen den SV Meppen nahm Löwen-Trainer Daniel Bierofka Stellung zur laufenden Stürmersuche. "Es ist auf jeden Fall eine sehr, sehr positive Botschaft, wenn wir nochmal etwas tun können. Wir können mit Spielern aber erst reden und schauen, was auf dem Transfermarkt so los ist, wenn wir die Zahlen kennen." Das ist derzeit noch nicht der Fall – entsprechend sind Geschäftsführer Günther Gorenzel nach wie vor die Hände gebunden.

Owusu? "Für uns immer ein Thema"

Auch im Falle einer positiven Nachricht bezüglich der erhofften Finanzspritze sei die Aufgabe nicht leicht, wie Bierofka anfügte. "Günther schaut sich um, aber leider ist der Faktor Zeit entscheidend, da wir sehr spät dran sind. Klar ist auch, dass viele Spieler, mit denen wir im März geredet haben, jetzt bei anderen Vereinen spielen." Hoffnungslos ist das Unterfangen jedoch keinesfalls, da sich in den Klubs nach Saisonstart regelmäßig noch Veränderungen ergeben. "Wir halten die Augen offen. Vielleicht fällt noch was bei den Zweitligisten ab, weil der ein oder andere Stürmer merkt, dass er nicht drankommt."

Eine solche Option wäre womöglich Bielefelds Prince Osei Owusu, der bereits die vergangene Rückrunde auf Leihbasis bei 1860 verbrachte. "Solange er sich nicht für einen anderen Verein entscheidet, ist er für uns immer ein Thema. Erst einmal brauchen wir das Budget, dann muss Osei sich für uns entscheiden. Aber ich denke, dass die Chancen nicht so schlecht stehen würden."

   
  • anteater

    Alles ziemlich spät, selbst die Verpflichtung von Gebhart, der ja die Saisonvorbereitung bei uns nicht mitmachen konnte. Was für Stürmer, die uns tatsächlich verbessern, eine gute Woche vor Transferschluss noch auf dem Markt sind, das ist höchst fraglich.

    Dabei wäre es auch anders gegangen. Allen Beteiligten ist bekannt, dass die KGaA über € 200.000 an Rückstellungen bilden musste, da ob der Eigenkapitalquote wieder eine Strafe vom Verband kommen wird. Hätte der sich jetzt als großer Gönner präsentierende Herr Ismaik beispielsweise im Juni einen vergleichsweise kleinen Teil seiner Darlehen in Genussscheine umgewandelt, hätte diese Rückstellung aufgelöst werden und das Geld in den Kader fließen können. Auf der einen Seite kritisiert Herr Ismaik also gerne den Verband wegen 50+1, stellt aber auf der anderen Seite sicher, dass dieser Verband von uns stetig mit Geld versorgt wird, das man sich echt sparen könnte. Verstehe das wer mag.

    Bei der gesamten Berichterstattung, bei der Herr Ismaik als großer Gönner dargestellt wird, fehlt mir der Teil, den der e.V. tatsächlich einbringt. Es ist inzwischen nämlich längst so, dass die KGaA sich weitgehend aus der Finanzierung des NLZ zurückgezogen hat. Hier steuert der e.V. inzwischen deutlich über eine Million Euro zum Erhalt bei. Auch schreibt der e.V. über eine halbe Million Euro ab, die ihm seitens der KGaA zustehen. Würde diese Unterstützung ebenso in den Medien breitgetreten wie die Aktionen des Herrn Ismaik, könnte eine viel bessere Grundlage für eine sachliche Diskussion entstehen.

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