10. März 2014 um 16:48 Uhr

Einige Bundesliga-Klubs planen Abschaffung der U23-Teams

Von
SpielerStuttgartII5groß

Es scheint so, als bahne sich eine tiefgreifende Änderung im Nachwuchsbereich der deutschen Profiklubs an, welche auch Auswirkungen auf die Dritte Liga hätte. Wie die “Sportbild” am Montag berichtet, wollen mehrere Erst- und Zweitligavereine ihre zweiten Mannschaften vom Spielbetrieb abmelden. Die Überlegungen herrschen vor allem bei den Mannschaften, die in jüngster Vergangenheit nur selten oder kaum Spieler aus der U23 in den Profikader beförderten. “Wir diskutieren schon lange den Sinn und Zweck der zweiten Mannschaft. Es ist definitiv noch nichts entschieden, aber wir stellen uns die Frage, wie es weitergeht mit der zweiten Mannschaft, und ob man sie braucht. Wir wissen, dass die zweite Mannschaft bei vielen anderen Vereinen auch sehr kritisch gesehen wird”, sagte Rudi Völler, Sportchef bei Bayer Leverkusen, gegenüber der Zeitung.

Dortmund und Stuttgart mit guter Jugendarbeit

Auch Adreas Rettig, Geschäftsführer Spielbetrieb bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL), wollte Überlegungen in diese Richtung nicht dementieren: “Wir arbeiten an diesem Thema und bemühen uns um eine Lösung”. Aktuell ist es jedoch so, dass eine U23 laut DFL-Regularien für Profivereine verpflichtend ist. “Die müssten verändert werden, damit eine U23 für einen Verein keine Pflicht, sondern eine Option ist”, teilte der Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Peter Frymuth, mit. Aktuell befinden mit der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart und der von Borussia Dortmund zwei Mannschaften von Bundesligisten in der Dritten Liga. Beim Double-Sieger von 2012 schafften jedoch gleich drei Spieler (Marvin Duksch, Erik Durm und Jonas Hofmann) den Sprung in den Kader von Jürgen Klopp. Bei den Schwaben konnten sich Antonio Rüdiger, Rani Khedira und Raphael Holzhauser bei Bundesligisten empfehlen. Der Erfolg in den Jugendabteilungen beider Vereine würde demnach gegen eine Abmeldung der zweiten Mannschaften vom Spielbetrieb sprechen. In den fünf Regionalliga-Staffeln gibt es indes 25 zweite Mannschaften von Bundesligaklubs. Nach aktuellem Stand der Dinge könnten drei von ihnen den Sprung in die Relegation zur Dritten Liga schaffen und womöglich die Anzahl der U23-Teams in Liga 3 auf fünf erhöhen.

FOTO: Marcel Junghanns / Klettermaxe Photographie / Fototifosi

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  • ronry

    So lange Bundesligaclubs nur den schnellen Erfolg leben mit eingekauften Spielern, werden die Spieler dieser U-Mannschaften ( bis auf wenige Ausnahmen) auch nie Beachtung in den Profikadern der BL finden. Wer mittelmäßige Ausländer mit übertriebenen Millionensummen einkauft und ausstattet, muss sich nicht wundern, wenn er den Bach runtergeht. Die U23 des VfB ist eine der Besten in Deutschland – oben kommt da aber nicht viel an. Die Erfahrung zeigt – entweder hat der Spieler den Willen/Einstellung/Potential und geht von den A-Junioren sofort hoch in den Männerbereich. Über die U23-Mannschaften sind fast kaum Spieler nach oben gekommen ( natürlich -siehe BVB – gibt es Ausnahmen). Für die etablierten Drittligisten ( meinen RWE zähle ich mal dazu) ist es stets ein Ärgernis in wirtschaftlicher Hinsicht, diese Mannschaften zu empfangen. Das Zuschauerinteresse ist dezent. Allein der BVB II zieht noch Leute an in gewissen Gegenden Deutschlands. Sportlich ist es grenzwertig, wenn die Trainer entweder Spieler zur Ersten abstellen müssen bzw. Spieler der Ersten zum Aufbau einsetzen sollen bzw mancher Spieler sich mitunter am Wochenende auf 3 Plätzen wiederfindet – freitagabend Profimannschaft, samstag 3.Liga, Sonntag A-Junioren-BL. Zu Zeiten der DDR-Oberliga war das bei uns im Osten so geregelt, das die erstklassigen Vereine vor dem Punktspiel stets ein Vorspiel im Programm hatten – die Nachwuchsoberliga. Da spielte dann die U21/U23 ( das wechselte mehrfach vom Alter) gegen die U des Gegners. Also eigene Spielklasse. Könnte man auch heute machen – würde aber den Kommerz um die Erste empfindlich stören.

  • Adlerträger

    Naja in einer eigenen Liga macht wenig Sinn, da sie da auch nicht den Unterschied zwischen Junioren und Senioren Bereich lernen, die müssen schon auch gegen alte Haudegen spielen und vorallem an die Bedingungen des Profilebens gewöhnt werden (Presse, Zuschauer etc.) Ideal wären Kooperationsverträge zwischer Erst- und Drittligisten nach dem Modell, jeden Jahr werden drei junge Spieler verliehen.

  • Volker

    Das die U 23 Teams der 1. u. 2. Ligen keine Zuschauer anlocken und nur Ballast für die 3. Liga sind, ist nun endlich nach vielen Jahren auch schon oben beim DFB angekommen !
    Volker

    • Tom-MS

      Stimme absolut zu! Für seine Erstligaclubs macht der DFB jeden Blödsinn mit, der letztendlich nur den “normalen Clubs” schadet. Weniger Publikumsinteresse und teilweise Wettbewerbsverzerrung sind das Ergebnis dieser DFB-Idee. Möglichst schnell handeln, um die Attraktivität der Regionalligen und der 3.Liga zu verbessern!

  • froewi

    Diese überlegung ist schon lange überfällig.

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