Will keiner aufsteigen? Schneckenrennen an der Spitze

Aus Sicht der Spitzenmannschaften dürfte die Länderspielpause zur genau richtigen Zeit kommen. Für fast alle Klubs, die so gut aus den Startlöchern gekommen waren, läuft es aktuell aus verschiedenen Gründen nicht richtig. Folgen hat es aufgrund der geschlossenen Inkonstanz für keinen – die heimlichen Profiteure stehen in der Tabelle weiter hinten. Ein Überblick.

Sieglos die Aufstiegsplätze verteidigt

Ein 0:0 in Ingolstadt und ein 2:2 gegen Preußen Münster, bei dem sogar ein Zwei-Tore-Vorsprung verspielt worden ist: Die jüngste Bilanz des Tabellenersten SpVgg Unterhaching liest sich allenfalls mittelprächtig. Es reichte aber problemlos, um die Führungsposition zu verteidigen. Der erste Verfolger aus Halle legt nämlich aktuell nur mit Remis nach, und zwar gleich drei nacheinander.

Auch der HFC trennte sich vom SC Preußen mit 2:2, das 1:1 in Braunschweig war dagegen fraglos zufriedenstellend. Doch das 1:1 gegen Zwickau, noch so ein Heimspiel der Kategorie "Pflichtsieg" als Aufstiegskandidat, holte die Saalestädter schnell zurück auf den Boden. "Wir sind vom Weg abgekommen, aber immer noch Zweiter", sagte Trainer Torsten Ziegner nach dem Zwickau-Spiel sogar etwas verwundert. Mit Selbstkritik sparte er nicht: "Ein Unentschieden hatten wir heute nicht verdient."

BTSV verlernt das Toreschießen

Wer auch immer nach 38 Spieltagen wahrscheinlich knapp das Nachsehen haben wird, denn ein ausgeglichenes Rennen um die ersten drei Ränge deutet sich schon in der Frühphase der Spielzeit an, der darf sich auch über die jetzige Saisonphase ärgern. Denn die Schwächen des Topduos weiß kein Klub für sich zu nutzen. Eintracht Braunschweig etwa rutscht mehr und mehr in eine kleine Krise, nachdem es aus den vergangenen vier Punktspielen nur zwei Zähler gab und auch die Partie beim FC Bayern II zwar ziemlich überflüssig, aber nun einmal verloren ging. Auf 18 Tore in den ersten sieben Ligaspielen folgten nur noch zwei in den jüngsten vier Begegnungen, es herrscht Ladehemmung bei den Löwen. Beispielhaft war das 0:2 in München, als reihenweise Topchancen vergeben wurden. "Im Fußball musst du am Ende Tore machen", bediente sich Kapitän Benjamin Kessel im Floskel-Duden. Und doch kann der BTSV in anderthalb Wochen daheim gegen Haching mit etwas Schützenhilfe wieder an die Tabellenspitze springen. Verrückte Welt.

Nun endet die Auflistung hier längst nicht. Auch der MSV Duisburg, der als großer Gewinner hätte hervorgehen können, hat aus der vermeintlich machbaren Englischen Woche gegen Jena, Meppen und Chemnitz nur drei Punkte geholt und die jüngsten Spiele jeweils mit 1:3 verloren. Ohne Gegentreffer blieb die Zebra-Defensive zuletzt Anfang August, 18 kassierte Tore bedeuten den Höchstwert auf den vorderen Plätzen. So befreit die Mannschaft zu Saisonbeginn aufspielte und richtig feinen Fußball bot, so schwer fällt es derzeit, daran anzuschließen. Auch die Fans werden nach der Pleite beim Vorletzten aus Chemnitz unruhiger, die Lockerheit ist vor dem schweren Hinrunden-Finale (u.a. Rostock, Viktoria Köln, Halle, Unterhaching) dahin.

Das sind die Profiteure

Die Profiteure lauern nicht unbedingt auf den direkt folgenden Rängen. Denn auch Viktoria Köln und Waldhof Mannheim, die gut und gerne auf einen Aufstiegsrang hätten klettern können, tun sich aktuell schwer, dreifach zu punkten. Der FC Ingolstadt ist mit dem fulminanten 5:1-Erfolg in Großaspach auf gutem Wege zur Rehabilitation, die fünf sieglosen Partien zuvor wirken aber noch nach. Vielmehr sind es der 1. FC Magdeburg und Hansa Rostock, die trotz eines mäßigen Auftakts mit schwankenden Leistungen aktuell im vorderen Mittelfeld vor Anker liegen, aber angesichts von nur vier Punkten Rückstand auf den dritten Platz binnen weniger Tage ordentlich vorwärts marschieren können.

Das Problem mangelnder Konstanz zieht sich allerdings durch die gesamte Liga: Nur der FC Bayern II hat die vergangenen beiden Spiele gewinnen können, nur Jena hat sie verloren. Es ist die oft zitierte Ausgeglichenheit, die die 3. Liga auch in der Saison 2019/20 begleitet und sie so spannend macht, dass wir das Ende der EM-Qualifikationspause kaum erwarten können.

   
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