Wilhelm lobt: "Begeistert, wie die Jungs das gemacht haben"
Auf die dramatischste Art und Weise im Elfmeterschießen gegen den 1. FC Nürnberg hat sich der FC Viktoria Köln aus dem DFB-Pokal verabschiedet, geht aus dem Pokalduell nun aber mit breiter Brust heraus. Marian Wilhelm zeigte sich hinterher stolz auf seine Jungs und stärkte den beiden Fehlschützen vom Punkt noch einmal explizit den Rücken.
"Genau das sind die Momente, wo es darum geht zu wachsen"
Niklas Swider hatte die Entscheidung zu Gunsten der Kölner Viktoria auf dem Fuß, als er zum insgesamt zehnten Elfmeter anlief. Der 19-jährige Defensivspieler geriet allerdings in Rücklage und jagte das Leder über die Latte anstatt in die Maschen des Nürnberger Tores und vergab damit den Sieg, der kurz darauf – und nach einem weiteren verschossenen Elfmeter durch Niklas Jahn – an die Clubberer gehen sollte. Ein für den Drittligisten bitteres Ende einer Pokalpartie, die den Zuschauern zuvor wirklich alles geboten hatte und einen Sieger aus Köln definitiv gerechtfertigt hätte.
"Ich bin begeistert, wie die Jungs das gemacht haben. Wie viel sie reingeschmissen haben um zu verteidigen und trotzdem selbst noch gefährlich zu bleiben", lobte Marian Wilhelm daher seine Mannschaft und zeigte sich stolz über deren Auftritt. Zugleich dachte er aber auch an die beiden Fehlschützen und stärkte ihnen demonstrativ den Rücken. "Ich glaube genau das sind die Momente, wo es darum geht zu wachsen. Beide Jungs haben ein unfassbares Spiel gemacht. Auch wenn es gerade wehtut, wird es ihnen in Zukunft helfen", war sich der 37-Jährige auf der Pressekonferenz nach dem Spiel sicher.
Wilhelm lobt die Reaktion auf den Rückstand
Zuvor hatte die Viktoria unheimlich viel Moral bewiesen, als sie trotz nahezu überlegen geführter Partie durch einen Treffer von Piet Scobel (56.) in Rückstand geraten war, anschließend aber nicht aufsteckte. "Ich find die Reaktion der Mannschaft auf das 0:1 extrem positiv. Bei den Chancen die du vergibst kannst du in dich zusammensacken. Aber es ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen. Sie haben sich nochmal mehr zugetraut und nochmal mehr das Heft in die Hand genommen", so Wilhelm. Belohnt wurde das Engagement mit einem Last-Minute-Treffer von Meiko Sponsel (90.+6), der die Verlängerung und das anschließende Drama im Elfmeterschießen erst möglich machte. "Dieser Glaube daran bis zur letzten Sekunde hat den Ball dann vorne einfach reingezwungen."
Nichtsdestotrotz sind die Domstädter nun raus aus dem Wettbewerb, haben am Mittwoch mit dem Landespokalspiel gegen den FC Schaffhausen aber gleich das nächste K.O.-Spiel vor der Brust. "Ich glaube es gibt schwierigere Pokalrunden als die, die direkt danach folgt, Weil man es noch präsent hat, wie cool das hier ist im DFB-Pokal zu spielen, da träumt man als kleiner Junge von. Und diese Reise geht eben im Landespokal los", glaubt Wilhelm aber daran, seine Truppe bis dahin wieder aufgebaut und für das Spiel entsprechend motiviert zu haben.