Wie sich die Zweitliga-Aufsteiger Osnabrück und Cottbus schlagen

In der 2. Bundesliga wurden bislang zehn Spiele absolviert. Mittendrin sind die Aufsteiger VfL Osnabrück und der FC Energie Cottbus. Wie haben sich beide Klubs bislang geschlagen? liga3-online.de blickt auf die bisherige Zweitliga-Saison.

Transferphase: Mit einer souveränen Ausbeute von 80 Punkten gingen die Lila-Weißen im letzten Sommer rauf. Vielversprechende Talente wie Kevin Wiethaup oder Yigit Karademir entschieden sich anschließend für andere Zweitliga-Angebote, zudem schlugen mit Offenisvmotor Lars Kehl und Stammtorwart Lukas Jonsson auch Leistungsträger einen anderen Weg ein. Außerdem beendete Routinier Robert Tesche seine Karriere, während bewährte Kräfte wie David Kopacz oder Frederik Christensen weiterzogen. Leihstürmer Robin Meißner wurde hingegen fest verpflichtet, dazu eine ganze Reihe von erfahrenen Spielern um Adrian Beck, Konrad Faber oder Daniel-Kofi Kyereh verpflichtet. Ein Transferfenster, das sich für den VfL insgesamt lohnte, denn der Marktwert der Mannschaft ging von 8,63 Mio. Euro auf 13 Mio. Euro hinauf. Und trotzdem ist Osnabrück mit diesem Wert das Schlusslicht der 2. Bundesliga.

Saisonverlauf: In zehn Spielen hat der VfL inzwischen elf Punkte eingesammelt. Gerade der Start verlief mit sieben Gegentore in den ersten beiden Spielen holprig. Daraufhin begann die Achterbahnfahrt, denn die Mannschaft von Timo Schultz sammelte anschließend zwei Siege ein, musste sich wieder einmal geschlagen geben, und holte zwei weitere Unentschieden. Zuletzt folgte auf einen Erfolg gegen Fürth (3:0) dann wieder eine Niederlage gegen Wolfsburg (0:2). Insgesamt tritt der VfL jedoch gefestigter auf, kassierte seit dem 3. Spieltag nur noch zehn Gegentore und jubelte selbst 14 Mal. Besonders das Aufblühen von Kyereh, der nach dreijähriger (!) Verletzungspause wieder unter Schultz trifft (zwei Tore/eine Vorlage), erfreut das Fußballherz weit über die Osnabrücker Stadtgrenzen hinaus.

Prognose: Zwischen Platz 8 und Platz 18 liegen im Unterhaus zurzeit nur vier Punkte. Auf Platz 10 stehend ist der VfL mittendrin und hat sich besonders defensiv nach anfänglichen Wacklern an die Zweitliga-Qualität gewöhnt und angepasst. Seit der Länderspielpause fahren die Osnabrücker ein ausbalanciertes Spiel mit fünf Toren und fünf Gegentoren, weshalb eine Tendenz für den weiteren Saisonverlauf schwer fällt. Allerdings haben die Lila-Weißen schon gegen fünf Mannschaften der aktuellen Top 7 gespielt – und nur in diesen Partien jedes Mal eine Niederlage kassiert. In allen anderen Spielen waren die Osnabrücker auf Augenhöhe, was dafür sprechen könnte, dass der VfL jetzt auch richtig Fahrt aufnehmen könnte.

 

Transferphase: Stammkeeper Marius Funk und Abwehrturm Nyamekye Awortwie-Grant schafften geradewegs den Sprung in die Bundesliga, wohingegen sich der ältere Tolga Cigerci für einen Schritt zurück in die Regionalliga Nordost entschied. Darüber hinaus musste Energie lediglich den Abschied von Defensiv-Allrounder Simon Straudi und Offensivtalent Can Moustfa verkraften, wohingegen Abwehrchef King Manu sogar fest verpflichtet werden konnte. Und dann? Dann landete Cottbus einen echten Transfer-Coup, indem Leonardo Bittencourt nach jahrelangem Aufenthalt in der Bundesliga in die Heimat zurückkehrte. Schon vor seinem ersten Pass galt der Rückkehrer als neue Lichtgestalt im Herzen des Lausitzer Mittelfelds. Mit Luca Erlein, Lucas Copado, Fousseny Doumbia oder Dmytro Bogdanov kamen zudem noch namhafte Talente, sowie erfahrene Kräfte wie Marcel Lotka oder Christian Kinsombi. Der Marktwert des Cottbuser Teams steigerte sich von 8,95 Mio. Euro auf nunmehr 15 Mio. Euro.

Saisonverlauf: Im eigenen Stadion gelang am 1. Spieltag der Traumstart, weil Cottbus mit Hannover 96 einen vermeintlichen Aufstiegsaspiranten mit 3:1 nach Hause schickte. Daraufhin folgte aber nur noch ein weiterer Punkt aus drei Partien – und es hagelte elf Gegentore für die Mannschaft von Claus-Dieter Wollitz. Gegen Karlsruhe (3:0) gelang die Trendwende, aber seitdem wartet die Lausitz wieder seit fünf Partien auf einen weiteren Sieg. Zehn Punkte aus zehn Spielen? Das bedeutet zurzeit Platz 14 in der Tabelle. Schwer ins Gewicht fällt natürlich, dass sich Top-Stürmer Erik Engelhardt schon nach dem 1. Spieltag einen Kreuzbandriss zuzog. Tolcay Cigerci und Justin Butler erzielten wiederum zusammen schon zehn Tore für den FCE.

Prognose: Cottbus hat 18 Treffer im Unterhaus markiert, aber auch 20 Gegentore bekommen. Das bedeutet, dass in Partien mit Cottbuser Beteiligung insgesamt schon 38 Mal – nur beim VfL Wolfsburg (25:14) ist mehr los, weshalb auch bezeichnend ist, dass die Lausitzer bei ihrem Gastspiel beim Bundesliga-Absteiger ein 4:4-Unentschieden retteten. Der "Hurra-Fußball", wie er in Cottbus augenblicklich erscheint, dürfte das Publikum in den kommenden Wochen weiter unterhalten. Genauso schnell kann es aber auch nach hinten losgehen, schließlich hat nur Karlsruhe mehr Gegentore bekommen. Solange das Verhältnis zwischen Offensive und Defensive weiter ausgeglichen bleibt, kann es für Energie in alle Richtungen gehen.

   

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