SVWW trotzt der Vergangenheit: "Der Kopf spielt immer eine Rolle"

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Mit dem 3:0-Erfolg gegen Fortuna Köln schob sich der SV Wehen Wiesbaden bis Montagabend auf den zweiten Tabellenplatz. Trainer und Mannschaft waren nach dem Sieg erleichtert, denn die Ängste der Vorsaison spuken den Hessen immer noch im Kopf herum.

"Letztes Jahr schon versagt"

Im März 2018 stand der SV Wehen Wiesbaden auf dem dritten Tabellenplatz, zuvor wurden sechs Siege in Folge eingefahren und ein spannendes Saisonfinale stand bevor – hätte der SVWW nicht fünf der letzten sieben Spiele verloren. Somit verblieben die Hessen in der 3. Liga, in der sie nun in exakt derselben Rolle wieder antreten müssen. Der erste Schritt gegen den FSV Zwickau ging vor einer Woche beim 1:2 bereits daneben. "Der Kopf spielt immer irgendwo eine Rolle. Wir hatten natürlich viele, die uns zugerufen haben: 'Wir sind gespannt! Die sieben Spieltage vor Schluss habt ihr letztes Jahr schon versagt'", ließ Trainer Rüdiger Rehm in der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Fortuna Köln tief in die geschundene Seele der Wiesbadener blicken.

Nach der Pleite in Zwickau lastete der Druck bereits auf den Schultern der Hessen, doch die stemmten sich mit einem 3:0-Sieg gegen die Kritiker. "Das Ergebnis ist meines Erachtens einen Tick zu hoch ausgefallen", gestand Rehm im Nachhinein ein, die drei Punkte allerdings werden Balsam für den SVWW sein. "Es ist völlig egal, wie wir gewonnen haben, nur dass wir gewonnen haben", erkannte deshalb auch der Cheftrainer, der sich mit seiner Mannschaft für das Wochenende somit auf Platz zwei vorschob – erst am Montagabend wird der Karlsruher SC eingreifen können.

Schäffler und Kyereh im Gleichschritt

Die Torschützen vom Dienst, Manuel Schäffler und Daniel-Kofi Kyereh, weisen nach der Partie jeweils 14 Treffer und fünf Vorlagen auf ihrem Scorer-Konto auf. Mit seinem Doppelpack war der jüngere Stürmer dem älteren dieses Mal um eine Nasenspitze voraus: "Ich hab gesehen, dass er vor mir an den Ball kommt und ich wollte eigentlich weglaufen. Dann standen wir uns gegenseitig im Weg, aber hauptsache einer von uns dribbelt den Ball noch nach vorne", erzählte der 23-Jährige im Vereins-TV über ein internes Laufduell im Verlauf des Spiels.

Sein Sturmpartner Manuel Schäffler zeigte sich nach der Partie ebenfalls erleichtert: "Der Konter zum 1:0 ist dann ein bisschen der Dosenöffner gewesen." Denn zuvor war dem SVWW der Druck anzumerken, der 30-Jährige konnte mit seinem frühen Treffer davon einiges lösen. "Letzte Woche hat uns nicht viel gefehlt, nur ein bisschen was. Heute wollte jeder reingehen, wollte sich wehtun, wollte dem Gegner wehtun und die Bälle gewinnen", blickte Schäffler deshalb auch auf die Unterschiede zwischen den letzten beiden Partien zurück. Nun bleiben den Wiesbadenern noch fünf Partien, um dem ersehnten Aufstieg näher zu kommen. Mit einem Auswärtsspiel in Jena geht es am kommenden Samstag weiter.

   

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