Was aus den Abgängen des FC Ingolstadt geworden ist

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© imago images / Michael Schwarz

Wie auch bei den anderen beiden Zweitliga-Absteigern 1. FC Magdeburg und MSV Duisburg gab es beim FC Ingolstadt in der Sommerpause einen großen Umbruch. Gleich 17 Spieler verließen den FCI. Einige fanden einen Klub in der Bundesliga, andere zog es in die 2. Bundesliga oder ins Ausland und drei Spieler haben noch keinen neuen Verein.

Trio kickt jetzt in der Bundesliga

Linksverteidiger Paulo Ótavio wechselte nach zwei Jahren in Ingolstadt zum Erstligisten VfL Wolfsburg. Der 24-jährige Brasilianer unterschrieb bei den Wölfen einen Kontrakt bis Juni 2023. Ob Ótavio für den VfL regelmäßig zum Einsatz kommt, bleibt abzuwarten. In der DFB-Pokal-Partie beim Halleschen FC (5:3 n.V.) gehörte er nicht zum Aufgebot. Ebenfalls in der Bundesliga gelandet ist Torwart Philipp Tschauner, der in der letzten Saison von Bundesliga-Absteiger Hannover 96 an den FCI ausgeliehen war. Der 33-jährige Routinier ist nun Ersatztorwart bei Champions League-Teilnehmer RB Leipzig.

Auch Mittelfeldspieler Thomas Pledl spielt jetzt erstklassig. Der 25-jährige frühere deutsche Junioren-Nationalspieler erhielt bei Fortuna Düsseldorf einen Vertrag bis Juni 2021. Im DFB-Pokalspiel beim Oberligisten FC 08 Villingen (3:1) stand Pledl in der Startelf. Wir sind gespannt, ob sich der Gewinner der U 18-Fritz-Walter-Medaille in Silber aus dem Jahr 2012 beim Bundesligisten durchsetzen kann.

Sechs Spieler im Ausland aktiv

Sechs Abgänge des FCI verdienen mittlerweile im Ausland ihr Geld. Mittelstürmer Charlison Benschop schnürt nun die Schuhe für den niederländischen Erstligisten FC Groningen. An den ersten beiden Spieltagen der Eredivisie (1:0 beim FC Emmen und 1:3 gegen Twente Enschede) kam er jeweils zum Einsatz, in Emmen 45 Minuten und gegen Twente 28 Minuten. Ein Tor für seinen neuen Klub erzielte er aber noch nicht. In Mexiko sucht Darío Lezcano sein Glück. Der Ex-Leistungsträger des FCI spielt dort für den Erstligisten FC Juárez und gehört bereits zum Stammpersonal. Zuletzt war der ehemalige Nationalspieler von Paraguay dreimal in Folge über die volle Distanz für Juárez am Ball. Bislang ging ein Assist auf sein Konto, auf einen Treffer wartet auch Leczano noch.

Der nur 1,67 Meter große Mittelfeldakteur Takahiro Sekine wechselte in sein Heimatland Japan zu seinem Ausbildungsverein Urawa Red Diamonds. Der Rückkehrer steuerte bei vier Einsätzen für die Japaner schon ein Tor und eine Vorlage bei. Auch Innenverteidiger Lucas Galvao und Außenstürmer Thorsten Röcher kicken nicht mehr in Deutschland. Beide Spieler sind allerdings nur verliehen – Röcher an den österreichischen Erstligisten SK Sturm Graz und Galvao an den Al-Wasl Sports Club aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der österreichische Angreifer scheiterte mit Graz in der Europa League-Qualifikation an FK Haugesund aus Norwegen, aktuell fällt er mit einer Muskelverletzung aus. Für Lucas Galvao hat die Saison in der Arabian Gulf League noch nicht begonnen. Sein Trainer bei Al-Wasl ist übrigens der ehemalige Bundesligaprofi Laurentiu Reghecampf (unter anderem 1. FC Kaiserslautern und FC Energie Cottbus).

Der sechste Spieler mit neuem Klub im Ausland ist Almog Cohen. Der 30-jährige Mittelfeldakteur ging nach sechs Jahren beim FC Ingolstadt zurück in sein Heimatland Israel. Beim Erstligisten Maccabi Netanya unterschrieb der 27-malige Nationalspieler einen Kontrakt bis Juni 2023. Am 26. August startet Cohen, der für den FCI in 135 Partien zwölf Tore erzielte und sieben Treffer vorbereitete, mit Netanya in die neue Spielzeit.

Quintett spielt weiter in der 2. Bundesliga

Für fünf ehemalige Spieler des FCI hat sich nur der Verein geändert, nicht die Liga. Abwehrspieler Mergim Mavraj kehrte zurück zur SpVgg Greuther Fürth, für die er bereits von Januar 2011 bis Sommer 2014 gespielt hatte. In allen drei bisherigen Pflichtspielen des Kleeblatts stand Mavraj die kompletten 90 Minuten auf dem Platz. Im DFB-Pokal verlor er mit Fürth 0:2 beim MSV Duisburg. Auch Sonny Kittel blieb der 2. Bundesliga treu und läuft nun für den Hamburger SV auf. Die bisherige Bilanz des 26-jährigen Offensivspielers kann sich sehen lassen: Drei Spiele, zwei Treffer und ein Assist. Kittel ist auf dem besten Weg, in Hamburg ein absoluter Leistungsträger zu werden.

Rechtsverteidiger Phil Neumann hat bei Holstein Kiel ein neues Zuhause gefunden. Den langjährigen Nachwuchsspieler des FC Schalke 04, der 2015 Deutscher A-Junioren-Meister wurde, zog es nach zwei Jahren in Ingolstadt in den hohen Norden. Für Kiel kam Neumann sowohl im DFB-Pokal (6:0 beim Sechstligisten FSV Salmrohr) als auch in der Ligapartie beim SV Darmstadt 98 (0:2) zum Einsatz. Außenstürmer Cenk Sahin kehrte nach der abgelaufenen Leihe zu seinem Stammverein FC St. Pauli zurück. Nur ein halbes Jahr spielte der 24-jährige Türke für den FCI, in St. Pauli will er sich nun endlich durchsetzen. Im DFB-Pokal (7:6 n.E. beim Nord-Regionalligisten VfB Lübeck) erhielt er seine Chance, in der Liga gehörte Sahin dagegen noch nicht zum Aufgebot. Der fünfte Spieler, der weiter in der 2. Bundesliga kickt, ist Torwart-Routinier Philipp Heerwagen. Nach bloß einem Jahr in Ingolstadt (fünf Einsätze) heißt sein neuer Klub SV Sandhausen. Beim SVS ist Heerwagen hinter Stammkeeper Martin Fraisl einer der beiden Ersatztorhüter.

Matip und Träsch noch auf Vereinssuche

Die letzten drei der insgesamt 17 Abgänge des FC Ingolstadt haben Mitte August immer noch keinen neuen Verein gefunden. Dazu zählt auch Marvin Matip (33), Rekordspieler und langjähriger Kapitän des FCI. Der ältere Bruder von Champions League-Sieger Joel Matip (FC Liverpool) spielte neun Jahre für Ingolstadt und kam dabei auf 278 Einsätze. In der letzten Saison wurde er zeitweise aussortiert und in die Regionalliga-Mannschaft geschickt, im Sommer trennten sich dann die Wege von Verein und Spieler komplett.

Mit Christian Träsch sucht auch ein Ex-Nationalspieler und DFB-Pokalsieger von 2015 (mit dem VfL Wolfsburg) einen neuen Klub. Der 207-fache Bundesligaprofi stand beim FCI zwei Spielzeiten unter Vertrag. Nach vielen Jahren im Oberhaus beim VfB Stuttgart und in Wolfsburg war er 2017 in seine Geburtsstadt Ingolstadt zurückgekehrt. In der letzten Saison kam Träsch aufgrund eines Kreuzbandrisses bloß zu elf Einsätzen. Ein weiterer Abgang ohne neuen Verein ist Innenverteidiger Romain Brégerie. Nachdem der 33-jährige Franzose in der zurückliegenden Saison an den Zweitliga-Absteiger 1. FC Magdeburg ausgeliehen war, hatte er nach seiner Rückkehr keine Zukunft mehr beim FC Ingolstadt. Mit dem FCI spielte Brégerie auch in der 1. Bundesliga, jetzt ist er auf der Suche nach einer neuen Herausforderung.

   
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