Was aus den Abgängen des MSV Duisburg geworden ist

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© imago images / Jan Huebner

Bei einem Abstieg ist die personelle Fluktuation ein alltäglicher Ablauf, sodass auch 19 Abgänge beim MSV Duisburg keine verwunderliche Zahl ist. Die meisten ehemaligen Akteure der Zebras kamen dabei erneut in der 2. Bundesliga unter, einige wagen das Abenteuer im Ausland – und einer spielt nun immerhin international.

Belgien, USA, Südkorea: Abenteuer Ausland

Andreas Wiegel: Bis auf die Torhüter- oder Linksverteidiger-Position hat der 28-jährige Paderborner so ziemlich alles in seiner Karriere gespielt, was ihm möglich war. Beim MSV Duisburg ging er als Rechtsverteidiger und für diese Position holte ihn auch der belgische Erstligist Waasland-Beveren. Beim Tabellen-14. der Vorsaison debütierte Wiegel bereits am ersten Spieltag in der Startelf, wurde vom bosnischen Trainer Adnan Custovic allerdings nach nur einer Halbzeit schon ausgewechselt. Das zweite Spiel verpasste Wiegel dann direkt komplett, ehe er beim 1:1-Unentschieden gegen KAS Eupen in die Startelf zurückkehrte und den Treffer des Tages für sein Team vorbereitete.

Stanislav Iljutcenko: Soest, Rhynern, Osnabrück, Duisburg – und dann Pohang in Südkorea. Der Karriereweg des Deutsch-Russen mag ungewöhnlich daherkommen, ist aber ein erfolgreicher. Nachdem er bei den Zebras lange als Straßenfußballer mit Torriecher gefeiert wurde, wechselte der 28-Jährige in die K League 1 zum FC Pohang Steelers und besticht dort mit Toren: In seinen ersten drei Startelf-Einsätzen traf der Stürmer jeweils, seit drei Spielen ist Iljutcenko nun aber auch wieder torlos. Neben weiteren Spielern wie dem Serben Aleksandar Palocevic und dem Brasilianer Wanderson ist Iljutcenko einer der wenigen Exoten im koreanischen Team, dafür aber als Stammspieler gesetzt.

Joseph-Claude Gyau: Das Kapitel zwischen dem US-Amerikaner und den Meiderichern wurde ein kurzes, nachdem Gyau nach dem Zweitliga-Abstieg mit einem Wechsel in die Heimat kokettierte. Anfangs wollten die Duisburger den Außenstürmer zwar noch halten, am Ende verabschiedeten sie den 26-Jährigen jedoch "endlich" an den FC Cincinnati in der Major Soccer League. Dort debütierte Gyau bereits beim 2:2-Unentschieden gegen Columbus Crew mit einem halbstündigen Einsatz.

Neuer Anlauf in der 2. Bundesliga

Gleich sechs Spieler des MSV blieben der 2. Bundesliga erhalten, mit Leih-Stürmer Havard Nielsen schloss sich ein Siebter der SpVgg Greuther Fürth an. Beim Aufeinandertreffen seines neuen und alten Klubs in der ersten DFB-Pokalrunde blieb der Norweger allerdings blass, konnte in Fürth noch keine Akzente setzen. Besser macht es dagegen Lukas Fröde, der mit dem Karlsruher SC als Aufsteiger die Tabellenspitze eroberte und zu den drei notenbesten Spielern zählt.

Young-Jae Seo spielt bei Holstein Kiel dagegen noch keine Rolle, auch Borys Tashchy konnte sich aufgrund einer erneuten langwierigen Verletzung noch nicht beim FC St. Pauli empfehlen. Innenverteidiger Gerrit Nauber erlebte mit dem SV Sandhausen bislang auch keinen Höhenflug und konnte dort als Stammspieler erst ein Unentschieden in drei Pflichteinsätzen holen – die 0:1-Niederlage gegen den VfL Osnabrück traf ihn besonders hart, weil er das entscheidende Gegentor in den eigenen Kasten abfälschte.

Beim Sieg des VfL war Ex-MSV-Kapitän Kevin Wolze unbeteiligt. Der Linksverteidiger musste eine Gelb-Rot-Sperre absitzen, im ersten Spiel war er beim Stand von 1:1-Unentschieden vom Platz geflogen – Osnabrück verlor anschließend. Ein Auf und Ab ist die Saison bislang für Mittelfeldregisseur Fabian Schnellhardt beim SV Darmstadt. Im ersten Spiel folgte die Auswechslung nach 45 Minuten, den zweiten Liga-Auftritt verbrachte der 25-Jährige auf der Bank. Im Pokal dagegen empfahl er sich beim 6:1-Sieg gegen Oberneuland mit einem Tor und einer Vorlage.

Drittliga-Wechsel nach Abstieg

Nur drei Spieler gingen den Weg in die 3. Liga, der sie zwangsläufig in dieser Saison auf den MSV treffen lassen. Falls Dustin Bomheuer denn bis dahin wieder fit ist, der Innenverteidiger vom 1. FC Magdeburg fällt bis dato mit Knieproblemen aus. Auch Torjäger John Verhoek ist noch nicht wieder im Tritt, nachdem sich der F.C. Hansa Rostock erst vor rund einem Monat mit dem Niederländer verstärkte.

Einzig Daniel Mesenhöler konnte sich auf Anhieb einen Stammplatz erspielen, der 23-Jährige hütet bereits seit vier Partien den Kasten von Viktoria Köln. Der Aufsteiger startete bislang ausgesprochen gut in die Saison, dennoch musste Mesenhöler bereits neun Mal hinter sich greifen – ein hoher Wert für einen Tabellensechsten.

Wiedwald spielt Europa League

Noch ist die höchste deutsche Spielklasse zwar nicht aussagekräftig, weil sie noch gar nicht begonnen hat – und dennoch stehen zwei Spieler aktuell bei den Erstligisten unter Vertrag. Cauly Oliveira Souza schloss sich dem Aufsteiger aus Paderborn an und wurde von SCP-Coach Steffen Baumgart im Pokalspiel als Joker gebracht. Keeper Felix Wiedwald hielt dagegen bei Eintracht Frankfurt die Stellung, weil sich der Transfer von Kevin Trapp in die Länge zog und Frederik Rönnow sich gleichzeitig verletzte. So kam der Abstiegstorhüter der Zebras immerhin auf drei Einsätze in der Europa League-Qualifikation, zuletzt hielt er beim 5:0-Sieg gegen den FC Vaduz seinen Kasten sauber.

Die Langzeitverletzten Joseph Baffo und Christian Gartner sind derzeit noch ohne Verein, genauso wie Yanni Regäsel und Routinier Enis Hajri. Ein Karriereende vermeldete der 36-Jährige zumindest noch nicht.

   
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