Tigges: "Wäge ab, welcher Schritt meine Karriere voranbringt"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Osnabrücks Offensivspieler Steffen Tigges über seinen Doppelpack beim 3:1-Erfolg in Kaiserslautern, das Titelrennen, seine Karrierepläne und das anstehende Duell gegen die Sportfreunde Lotte.

"Ein Wahnsinns-Tag!"

liga3-online.de: Bis zum 30. Spieltag mussten Sie auf Ihr erstes Saisontor warten, dann gelang Ihnen gleich ein Doppelpack – und das auch noch vor über 23.000 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion des 1. FC Kaiserslautern. Was war das für ein Gefühl, Herr Tigges?

Steffen Tigges: Als ich das erste Tor erzielt habe, war das eine riesige Erleichterung für mich. Dass mir der Treffer vor so einer großen Kulisse in einem legendären Stadion gelungen ist, hat diesen Moment doppelt schön gemacht. Nach dem zweiten Tor konnte ich kaum glauben, was da gerade passiert ist. Erst treffe ich so lange gar nicht und dann plötzlich zweimal innerhalb weniger Minuten. Ein Wahnsinns-Tag!

Durch den 3:1-Erfolg beim FCK beträgt der Vorsprung auf Relegationsplatz drei weiterhin neun Zähler. Der Aufstieg scheint dem VfL Osnabrück nicht mehr zu nehmen zu sein.

Wir sollten nicht anfangen, abzuheben. Die Konkurrenz schläft nicht und es sind noch acht Partien zu spielen. Allerdings ist es schon so, dass wir uns nur noch selbst schlagen können. Wir spielen nach einer durchwachsenen letzten Spielzeit eine unglaubliche Saison. Wohl niemand hatte damit gerechnet, dass wir so konstant sind und fast die ganze Zeit die Liga anführen. Wenn wir an unsere bisherigen Leistungen anknüpfen und weiter hart arbeiten, dann werden wir es auch schaffen, die Saison mit dem Aufstieg zu vergolden.

Es war in Kaiserslautern erst Ihr siebter Saison-Einsatz von Anfang an. Wie stehen Ihre Chancen, im Endspurt öfter von Beginn an zu spielen?

Unser Trainer hat es bei der Wahl der Startelf nie einfach. Die Leistungsdichte im Team ist sehr hoch, wir haben in der Offensive enorm viel Qualität. Mit meinen zwei Toren konnte ich nun sicher Eigenwerbung betreiben und ich hoffe, dass ich auch am Montagabend im Derby gegen die Sportfreunde Lotte von Beginn an auflaufe. Aber ich weiß, dass der Doppelpack keine Garantie für einen Startelfeinsatz ist. Es gilt, jede Woche aufs Neue im Training Vollgas zu geben und sich anzubieten.

 

"Wenn der BVB anklopft, beschäftigt man sich damit"

Ihr Vertrag beim VfL Osnabrück läuft zum Saisonende aus. Wie geht es im Sommer weiter?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Ob ich in Osnabrück bleibe, ist vor allem davon abhängig, wie meine sportliche Perspektive beim VfL aussieht. Ich wäge aktuell ab, welcher Schritt meine Karriere voranbringt. Um vorwärts zu kommen, muss ich mehr spielen. Ich habe sowohl mit dem VfL als auch mit anderen Vereinen bereits Gespräche geführt. Noch gibt es aber keine Tendenz.

Die U23 von Borussia Dortmund aus der Regionalliga West hat angeblich Interesse bekundet. Wäre ein Wechsel zum BVB interessant für Sie?

Wenn der BVB anklopft, beschäftigt man sich damit. Borussia Dortmund ist neben dem FC Bayern München der Verein mit der größten Strahlkraft in Deutschland. Es ist ein absoluter Top-Klub mit hervorragenden Fans und einem tollen Umfeld.

Aber wäre der Schritt in die 4. Liga kein Rückschritt für Sie?

Mir ist vor allem wichtig, mehr Einsatzzeit zu bekommen. Wenn ich dafür vorerst in die 4. Liga wechseln müsste, dann hätte ich damit kein Problem. Aber es ist ja grundsätzlich nicht so, dass ich weg will. Wenn ich eine realistische Chance sehe, mich in Osnabrück durchzusetzen, dann spricht viel dafür, zu bleiben.

Mit 1,95 Meter gehören Sie zu den größten Spielern in der 3. Liga, dennoch werden Sie auf der Außenbahn eingesetzt. Das ist durchaus ungewöhnlich. Wieso spielen Sie nicht in der Sturmspitze?

Es ist nicht so, dass ich noch nie zentral in der Spitze gespielt habe. Mit meiner Größe und meiner Zweikampfstärke wäre ich eigentlich prädestiniert dafür, da haben Sie Recht. Aber ich fühle mich auf der linken Außenbahn wohl. Auch auf dieser Position kann ich meine Stärken einbringen. Mir liegt es, viele Kilometer abzuspulen und defensiv wie offensiv zu agieren.

Am Montagabend geht es für Osnabrück mit dem Derby gegen die Sportfreunde Lotte weiter. Im Hinspiel fielen keine Tore. Was erwarten Sie diesmal für eine Partie?

Lotte ist ein ekliger Gegner, der zwar seit vier Spielen auf einen Sieg wartet, sich aber unter der Regie von Trainer Nils Drube dennoch stark entwickelt hat. Vor allem der Kampfgeist ist beeindruckend. Die Sportfreunde wollen wichtige Punkte für den Klassenverbleib holen und erstmals in unserem Stadion gewinnen. Sie werden hoch motiviert sein. Wie schon im Hinspiel, wird es eine enge, ausgeglichene Partie, in der Kleinigkeiten entscheiden werden.

   

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