"Absoluter Witz": Großer Lok-Frust nach erneut verpasstem Aufstieg

Erst 2020, dann 2025 und jetzt erneut: Zum dritten Mal ist Lok Leipzig in den Aufstiegsspielen am Sprung in die 3. Liga gescheitert. Nach dem erneut verpassten Aufstieg war der Frust groß – zumal die Würzburger Kickers in ihrer Staffel nicht mal Meister geworden sind.

"Das muss ein Linienrichter sehen"

In der Nachspielzeit war sie plötzlich nochmal da, die Riesenchance auf den Ausgleich. Dann wäre noch ein wenig Zeit gewesen, um sich mit einem weiteren Treffer zumindest in die Verlängerung zu retten. Doch nach einem Schuss von Kusic sprang der Ball erst an die Unterkante der Latte und dann wieder aus dem Kasten, sodass das Schiedsrichter-Team um Jarno Wienefeld auf Weiterspielen entschied. Die TV-Bilder konnten zwar nicht zu 100 Prozent aufklären, ob der Ball mit vollem Umfang hinter der Linie war, tendenziell sah es aber so aus.

"Das muss ein Linienrichter sehen. Tut mir leid, der ist einen halben Meter hinter der Linie", schimpfte Trainer Jochen Seitz im "MagentaSport"-Interview und haderte: "Das Stadion wäre nochmal angezündet worden, wir hätten noch mal alles nach vorne geschmissen und vielleicht noch eine kleine Chance bekommen." Doch letztlich sei das Schicksal nicht aufseiten der Leipziger gewesen. "Das trifft uns brutal." Es fing schon damit an, dass gleich fünf Stammspieler für die beiden Partien gegen Würzburg verletzungsbedingt nicht zur Verfügung standen und ging weiter damit, dass Würzburg während der Partie am Montagabend zweimal auf der Linie klärte und der Ausgleich der Leipziger durch Ziane nur 65 Sekunden Bestand hatte.

Komplimente für das Team und die Fans

"Das trifft uns alles brutal", war Seitz sichtbar resigniert. "Mir tut es unendlich leid für den Verein, für alle Ehrenamtler, für die Mannschaft, die jetzt brutal down ist, und die Fans." Den 2.000 mitgereisten Anhängern sprach der 49-Jährige ein "Riesenkompliment" dafür aus, dass sie das Team bis zum Schluss unterstützten und es auch nach Spielende mit Gesängen wieder aufbauten. Wie im Vorjahr den Aufstieg verpasst zu haben, "tut schon brutal weh", offenbarte Seitz – und verspürte eine "gewisse Leere, Wut und Enttäuschung".

Sportchef Toni Wachsmuth sprach von einem "Déjà-vu", das sich nicht weniger beschissen anfühle als im letzten Jahr. Dennoch richtete er ein "Riesenkompliment" an die Mannschaft, die alles gegeben habe. "Am Ende brauchst du auch ein bisschen Glück. Das hatten wir heute nicht", so der Ex-Profi, der Würzburg fair zum Aufstieg gratulierte. "Sie haben das dann auch verdient. Das muss man auch ganz ehrlich sagen."

"Ich weiß nicht, was noch alles passieren muss"

Bitter war der erneut verpasste Aufstieg für die Leipziger auch deswegen, weil sie wie schon 2020 im Duell mit dem SC Verl gegen einen Zweitplatzierten gescheitert waren, nachdem Bayern-Meister Nürnberg II keine Zulassung beantragt hatte. Farid Abderrahmane bezeichnete es als "absoluten Witz, dass wir gegen einen Zweitplatzierten spielen müssen. Ich weiß nicht, was noch alles passieren muss". Nach Auffassung des 30-Jährigen hätte es kein anderer Klub so sehr verdient, den Aufstieg zu schaffen wie Lok Leipzig. Auch die Kickers fühlten mit den Sachsen.

Dass der Nordost-Meister in der kommenden Saison direkt aufsteigt, war an diesem Abend nur ein schwacher Trost. Zumal ein Wettrüsten um den Aufstieg zu erwarten ist, sodass Lok ein weiter Weg bevorsteht, um zum dritten Mal in Folge Meister zu werden. "Wir sind wieder Meister geworden, und da kann man jetzt nicht sagen, nächstes Jahr werden wir wieder Meister. So einfach ist das leider nicht", meinte Seitz. Deutschland sei das einzige Land auf der Welt, in dem Meister nicht direkt aufsteigen. "Dafür gibt es keine Worte." Auch Wachsmuth wollte unmittelbar nach dem verpassten Aufstieg keine Kampfansage ausrufen, kündigte aber an: "Wir werden nicht aufgeben. Denn wir haben eine klasse Mannschaft mit einem astreinen Charakter." Sind aller guten Dinge bei Lok Leipzig dann vier?

   

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