VfR Aalen plant für die Regionalliga – mit Schmitt?

Acht Punkte Rückstand bei noch vier ausstehenden Partien: Der VfR Aalen steht mit anderthalb Beinen in der Regionalliga. Die Planungen für den scheinbar unvermeidlichen Abstieg laufen bereits – folgt Trainer Rico Schmitt dem Verein in die Viertklassigkeit?

Schmitt gesprächsbereit

Von einer Herkulesaufgabe sprach Rico Schmitt, als er seine Stelle beim VfR Aalen im Februar antrat. Eine Aufgabe, der es alles unterzuordnen gelte und die nur glücken könne, wenn man "vier andere Teams wegbeißen" würde. Etwas mehr als zwei Monate später zeichnet sich allerdings immer deutlicher ab, dass diese Aufgabe gescheitert und nicht mehr zu einem Happy End für den VfR Aalen führen wird. Der Vertrag des Trainers gilt in der Regionalliga nicht – wie auch die Arbeitspapiere sämtlicher Kadermitglieder. Könnte Rico Schmitt trotzdem der Verantwortliche für die Mission Wiederaufstieg werden?

"Rico Schmitt ist unser erster Ansprechpartner und er hat uns signalisiert, dass er gesprächsbereit ist", sagt Präsidiumsmitglied Hermann Olschewski der "Schwäbischen Post". Und auch der Trainer bestätigte: "Ich kann es mir schon vorstellen, wenn die Ziele entsprechend ambitioniert hier sind."

Königsmann verlässt den VfR

An dieser Stelle scheint der Knackpunkt zu liegen: Um das Saisonziel "direkter Wiederaufstieg" formulieren zu können, müsste das Budget stimmen. Schließlich muss eine mehr oder weniger komplett neue Mannschaft geschaffen werden, da alle Spieler im Sommer ablösefrei zu anderen Vereinen wechseln könnten: "Natürlich wird es einen größeren Umbruch geben", bestätigt Olschewski, der aber auch betonte, dass es bei einigen Spielern durchaus vorstellbar sei, sie auch in der Regionalliga für den VfR Aalen begeistern zu können. Darüber hinaus wird in die U19 geschaut, wie Geschäftsführer Holger Hadek schon im März betonte: "Es gibt einige Kandidaten, die für unsere erste Mannschaft in Frage kommen."

Klar ist bereits: Torhüter Timo Königsmann wird den VfR verlassen, der 22-Jährige hat seinen Vertrag nach nicht mal einem halben Jahr bereits aufgelöst. "Timo hat bei vier Torhütern keine Möglichkeit für sich gesehen, in den Kader zu kommen“, so Olschewski. Königsmann war im Winter zum VfR gestoßen, jedoch ohne Einsatz geblieben.

Was wird Olschewski?

Ob der direkte Wiederaufstieg das Ziel sein wird, ist eine Frage des Geldes: "Es hängt allein vom Budget ab, wie wir uns für die kommende Saison aufstellen können", erklärt Olschewski. Gespräche mit Sponsoren und Partnern würden bereits laufen: "Spitzenmannschaften wie Waldhof Mannheim oder der 1. FC Saarbrücken haben rund 2 Millionen Euro“, betont Olschewski. Mannschaften im Mittelfeld rechnen mit 800.000 bis einer Million Euro – der VfR Aalen könnte sich irgendwo dazwischen einpendeln.

Inwieweit Olschewski selbst am Wiederaufbau beteiligt sein wird, scheint derweil noch offen: "Ich bin der Meinung, dass im Abstiegsfall ein kompletter Neuanfang nötig ist. Mit Personen, die nicht vorbelastet sind. Als Außenstehender würde ich auch sagen, dass derjenige, der sportlich in der Hauptverantwortung steht, der Falsche für den Neuaufbau ist", so das Präsidiumsmitglied Sport. Gleichzeitig warnt Olschewski aber auch: "Wenn man jetzt nur die Verantwortlichen in die Pflicht nimmt, ist das realitätsfremd. Ein Trainer und Sportvorstand können nichts dafür, wenn die Spieler zig Mal allein aufs Tor zulaufen und den Ball nicht reinbringen."

   
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