VfR Aalen: Mittendrin und doch (noch) nicht so recht dabei

Als Zweitliga-Absteiger war der VfR Aalen in die Dritte Liga gekommen, zeitgleich betrachteten ihn viele Experten als absolute Wundertüte. Ein kleiner Kader, der zum Teil mit jungen und erfahrenen, zum anderen Teil mit etablierten Zweitliga-Spielern an den Start ging. Nach 15 Spieltagen kann ein zufriedenstellendes Zwischenfazit gezogen werden, auch wenn die oberen Plätze derzeit noch ein Stück entfernt sind.

Keine Frage, Rang fünf hätten nach 15 Spieltagen wohl nahezu alle Verantwortlichen gerne unterzeichnet. Der VfR Aalen bewies keine Anlaufschwierigkeiten, sondern etablierte sich sogleich in der Liga und liefert wohl mit die konstantesten Ergebnisse ab. Dennoch stehen mit 22 Punkten weniger als 1,5 Zähler pro Spiel zu Buche – in wohl keiner anderen Spielzeit reichten so wenige Punkte, um in dieser Saisonphase noch unter den Top 5 zu stehen. Gleichzeitig sind die Abstiegsränge damit (7 Punkte) fast genau so weit entfernt wie der Aufstiegsplatz 2 (6 Punkte) – eine Situation, die nicht zum Entspannen einlädt. Erst jüngst holte die Mannschaft von Peter Vollmann beim Aufsteiger Würzburger Kickers durch einen späten Ausgleich von Youngster Steffen Kienle noch ein 2:2 (0:0)-Remis, hätte sich gleichwohl über eine Niederlage aber nicht beschweren dürfen. Nein, für eine Siegesserie ist dieser VfR bisher ebenso wenig geschaffen wie für anhaltend schwache Spiele – stattdessen zieren insgesamt sieben Punkteteilungen das Konto der Baden-Württemberger.

Der Knipser fehlt in Aalen

Spielerisch wirkt tatsächlich immer noch Luft nach oben: 15 Treffer in 15 Spielen stellen einen dürftigen Wert dar, 13 Gegentore sind hingegen ein Spitzenwert in der 3. Liga. Zieht man „Torfestivals“ wie den 4:0-Erfolg in Cottbus sowie den 3:1-Heimsieg über den SV Wehen Wiesbaden ab, bleiben gar nur noch acht Treffer in den restlichen 13 Begegnungen über – in acht Begegnungen durften die Anhänger der Vollmann-Elf gar überhaupt nicht jubeln, ein schwacher Wert. Dabei verfügt die Offensive mit Spielern wie Dominick Drexler, Michael Klauß oder dem Finnen Mika Ojala in Sachen spielerische Fähigkeiten, Schnelligkeit und Standardstärke gleich mehrere wertvolle Spieler in seinen Reihen. Bisher überzeugt aber lediglich Drexler mit regelmäßigen überzeugenden Leistungen, ein Knipser kristallisiert sich derweil nicht heraus.

Stabile Defensive, Lücke in der Schaltzentrale

Die Defensive überrascht hingegen mit jungen Akteuren wie Fabian Menig oder Alexandros Kartalis, denen der Sprung in die Startelf gelang. Zeitgleich hat Daniel Bernhardt seinen Ruf als einer der besten Drittliga-Torhüter eindrucksvoll unter Beweis gestellt, er hielt seinen Kasten bisher sieben Mal sauber und blieb darüber hinaus in den ersten 1350 Spielminuten ohne einen groben Fehler. Im ohnehin dünn besetzten Mittelfeld fehlt in der Zentrale ein Kicker, der den schnellen Außenspielern die Bälle auflegt. Ein Experiment mit dem defensivstarken Robert Müller ging zuletzt schief – Drexler wird wohl bald wieder diese Position übernehmen, zumal der zuvor drei Spiele gesperrte Klauß wieder in die erste Elf rücken kann. Im Heimspiel gegen Erfurt kann er wieder auflaufen und dazu beitragen, einerseits den Abstand auf RWE und die unteren Ränge weiter zu vergrößern. Andererseits sollen die beiden Ausreißer aus Großaspach und Münster ebenfalls nicht weiter davonziehen: Ein Heimsieg wäre Gold wert. Die gute Nachricht dabei: Der VfR Aalen hat noch keines der bisherigen sieben Heimspiele verloren.

 

   

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