Überzeugendes 4:0 gegen Kiel: Was für den VfL noch drin ist

Am vergangenen Samstag machte der VfL Osnabrück in überraschend überzeugender und eiskalter Manier einen großartigen Sieg gegen Holstein Kiel an der heimischen "Bremer Brücke" perfekt. 4:0 hieß es am Ende eines den Osnabrückern dem Wetter entsprechend Frühlingsgefühle hervorrufenden Spiels. Doch nach der Partie muss man die Frage stellen: Was bringt dieser Sieg nach 32 Spieltagen und nur noch sechs ausbleibenden Spielen? Der VfL kommt zu spät richtig in Fahrt.

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Osnabrücks höchster Saisonsieg

Die besten Männer auf dem Platz waren kurz nach dem Spiel schnell ausgemacht: Daniel Nagy und Massimo Ornatelli, der Mitte der letzten Woche seinen beim VfL auslaufenden Vertrag bis 2016 verlängerte, agierten als Denker und Lenker im Mittelfeld und brachten nicht nur gefährliche Pässe in Person von Offensiv-Mann Nagy in den Kieler Strafraum, sondern auch erstklassige Standards durch eben jenen Ornatelli, der an allen drei selbst erzielten Toren der Osnabrücker direkt beteiligt war und selbst eines davon erzielte. Dass das zwischenzeitliche 3:0 durch ein vermeintliches Eigentor des Kielers Schulze ein Geschenk war, interessierte nach dem Spiel niemanden mehr – zu groß war die Dominanz der Lila-Weißen, sodass niemand an eine Wende zugunsten von Holstein dachte. KSV-Innenverteidiger Schulze hatte in der 46. Spielminute einen verunglückten Klärungsversuch an die eigene Unterlatte des Tores bugsiert, den vor der Torlinie aufprallenden Ball hatte Schiedsrichter Alt hinter der Linie gesehen und gab fälschlicherweise das 3:0 für die Osnabrücker. Doch der VfL hatte sich diesen Treffer erarbeitet, trumpfte nicht nur mit den bekannten Tugenden wie Einsatzbereitschaft und Willenskraft auf, sondern schaffte es gegen Holstein Kiel nun auch endlich mal, die Dominanz in Tore und damit in drei wohl verdiente Punkte umzuwandeln. Auch nach dem 4:0 in der 48. Minute durch Feldhahn ließen die Lila-Weißen nicht nach und waren dem 5:0 näher als die Kieler dem Ehrentreffer. Am Ende des Tages stand für den VfL Osnabrück dennoch der höchste Saisonsieg, zuvor konnten die Osnabrücker nur gegen Wacker Burghausen und den 1. FC Saarbrücken mit jeweils 4:1 als höchstes bisheriges Ergebnis gewinnen. Die weiteren Treffer für den VfL erzielten per Doppelschlag Pisot (25.) und Ornatelli (26.).

Ziel DFB-Pokal-Qualifikation

Mit geringen Erwartungen war der VfL in die Saison gestartet, mit fast komplett neuer Mannschaft und einem neuen Trainer wurde zunächst ein Übergangsjahr ausgerufen. Nach drei Siegen in Folge zum Saisonauftakt und weiter folgenden überzeugenden Auftritten mussten die Ziele jedoch, auch wegen den Erwartungen des Umfelds, doch wieder nach oben geschraubt werden: Der Blick des VfL Osnabrück ging immer mehr nach oben, lange Zeit konnte man auch den Anschluss an die Aufstiegsplätze halten. Doch nach zuletzt drei sieglosen Spielen in Folge musste sich der VfL nicht nur im Kampf um den Relegationsplatz gegen den SV Darmstadt 98 geschlagen geben, sondern in der letzten Woche auch im Kampf um Platz 4 und der damit verbundenen Qualifikation für den DFB-Pokal, das "kleine" Ziel der Osnabrücker. Mit einer 0:1-Niederlage beim SV Wehen Wiesbaden waren die Wiesbadener an den Osnabrückern vorbeigezogen, nun folgt die Aufholjagd im Kampf um den vierten Tabellenplatz. Nach dem Unentschieden der Wiesbadener am vergangenen Wochenende sind es für den VfL, seinerseits auf Rang 5 der Tabelle, nur noch zwei Punkte Rückstand auf Wiesbaden. Für den VfL Osnabrück geht es dementsprechend jetzt nur noch um Platz 4, der Aufstieg ist längst abgehakt, was aufgrund der guten bis sehr guten Leistungen der Osnabrücker in vergangenen Spielen wie beim 0:1 in Leipzig nicht nötig gewesen wäre. Zumindest den Anschluss an die Aufstiegsplätze hätte man aufgrund der spielerischen Leistung halten können, doch es fehlte ein ums andere Mal an Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, die der VfL erst am letzten Samstag gegen Holstein Kiel so richtig zeigen konnte. Sollten die Osnabrücker in den nächsten Wochen weiterhin so engagiert auftreten, dürfte dem vierten Platz und der DFB-Pokal-Qualifikation bei entsprechenden Ergebnissen der Konkurrenz wohl nichts mehr im Wege stehen. Am nächsten Samstag (14.00 Uhr) wartet die SV Elversberg auf den VfL Osnabrück, Holstein Kiel empfängt die SpVgg Unterhaching.

FOTOS: Flohre Fotografie

 

 
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