SV Sandhausen schießt Bremen II ab

Mit gemischten Gefühlen begann der Fußballnachmittag im Hardtwaldstadion. Mäßige 1400 Zuschauer im obligatorischen Kellerduell der höchsten Spielklasse des DFB. Damit lag der Schnitt zumindest einmal über den miesesten Erwartungen. Sandhausen fand wie einst gegen Regensburg überraschend gut ins Spiel und konnte bereits nach Bruchteilen der ersten Minute namhafte Chancen verzeichnen. Leider blieben die Chancen – wie unlängst so oft – ungenutzt. Werders Testroet ließ sich in der Zwischenzeit nicht zweimal bitten und führte Sandhausens Keeper geschickt an der Nase herum und überwand ihn in sehenswerter Leichtigkeit zum Führungstreffer für die Gäste.

Tore wie dieses werden vom Fan belächelt, über einen Gegentreffer wie jenen kann man sich jedoch nur die Augen reiben und sich fragen, womit man so etwas bitteres verdient hat.

Erneut heimgesucht vom Fluch des frühen Gegentreffers ließen sich die Sandhäuser ab jetzt nun nimmermehr beirren in diesem bedeutsamen 6-Punkte-Spiel. Eine halbe Stunde musste sich der Sandhäuser Fan noch gedulden, bis Danneberg nach einem ‚Schick’en Freistoß die Gelegenheit nutzte und den verdienten Ausgleich besorgte. Bremen wurde direkt nach der Pause eines besseren belehrt sich nicht auf einer hauchdünnen 0:1-Führung – in der Fremde gegen aufgeweckte Sandhäuser – auszuruhen. Nur 2 Minuten nach Wiederanpfiff der Partie krempelte Regis Dorn in alter Torjägermanie die Partie um und sorgte mit seinem 3. Saisontreffer für die 2:1-Führung der Hausherren.

Kurz darauf fiel Löning im grün-weißen Strafraum. Pinto verwandelte den fälligen Elfmeter nach zögerlichem Anlauf dann doch gewohnt sicher. Nur Minuten später wurde der Ball abermals Richtung Bremer Kasten ge‚Schick’t. Benschneider nahm dankend an und nickte ein zum 4:1. Und weil an diesem Tage aller guten Dinge 5 und nicht 3 waren, ließ es sich Elfmetertorschützenprimus Roberto Pinto nicht nehmen nach Einladung von Referee Cortus das Leder zum 5:1 einzuschieben.

Mit einem Spektakel wie diesem hatten im Vorfeld nur wenige gerechnet. Ich war eine der wenigen, die sich an dem Gedanken so sehr festgeklammert hat, dass es sogar funktioniert hat. Da sieht man mal wieder: Glauben versetzt Berge. Oder in diesem Fall Schick, nur dass es nicht Berge waren, sondern Toptorvorlagen.

An diesem pietätvollen Spieltag muss man einigen Spielern Tribut zollen, anderen wäre es jedoch zu empfehlen sich etwas aufopferungsvoller zu präsentieren. Angenehm rühmen sollte man in jedem Falle Schick, Stickel, Schauerte und Pinto, die unentwegt – den für den Klassenerhalt nötigen – Kampfgeist verkörperten. Auch Dorn rief mit seiner Leistung Erinnerungen an seine Topsaison hervor und kann mit gleichbleibendem Ehrgeiz eine abermals torgeballte Saisonleistung erzielen.

Mit der Genesung von Sreto Ristic steht Pavel Dotchev zudem wieder einer der verlässlichsten und systemorientiertesten Spieler zur Verfügung, von dessen Potenzial wir uns hoffentlich am kommenden Sonntag in Unterhaching einmal mehr überzeugen lassen können.

   

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