Preußen Münster meldet Vollzug: Thomas Wörle ist neuer Trainer
Was in der vergangenen Woche bereits durchgesickert war, ist nun auch offiziell bestätigt: Thomas Wörle wird neuer Trainer beim SC Preußen Münster und soll nach dem Abstieg aus der 2. Liga einen "strukturierten und von Nachhaltigkeit geprägten Neustart" einleiten, wie es in einer Pressemitteilung der Adlerträger heißt.
Ulm von der Regionalliga in die 2. Liga geführt
Mit einem 0:3 bei Aufsteiger SV Elversberg verabschiedete sich der SC Preußen Münster am Sonntag aus der 2. Bundesliga, mit der Verpflichtung von Thomas Wörle soll nun eine neue Zeitrechnung beginnen. "Thomas kennt die 3. Liga und ihre Herausforderungen und hat bewiesen, dass er sie meistern kann", erklärt Sportdirektor Jan Uphues, warum die Wahl auf den 44-Jährigen gefallen ist. Vor allem drei Säulen seien bei der Auswahl wichtig gewesen: "Eine aktive Spielweise, eine konsequente Spielerentwicklung und die Verankerung einer Leistungskultur." All diese Kriterien würde Wörle erfüllen, so Uphues. "Eine aktive Spielweise mit und gegen den Ball soll jungen und hungrigen Spielern die Möglichkeit geben, sich in einem stabilen Gerüst weiterzuentwickeln. Fleiß, Bodenständigkeit und das Bewusstsein, sich alles hart erarbeiten zu müssen, sind dafür die Basis."
Zuletzt trainierte Wörle zwischen Juli 2021 und März 2025 den SSV Ulm. Die Spatzen führte er auf direktem Wege von der Regionalliga über die Drittliga-Meisterschaft in die 2. Bundesliga. Nach Wörles Entlassung ging es beim SSV steil bergab, inzwischen sind die Ulmer in die Regionalliga abgestiegen. Münster konnte sich nach dem Durchmarsch im selben Zeitraum zwar ein Jahr länger in der 2. Bundesliga halten, musste nun aber ebenfalls den Abstieg aus dem Unterhaus hinnehmen.
Drei-Jahres-Plan für die Zweitliga-Rückkehr
Den direkten Wiederaufstieg hält Sport-Geschäftsführer Ole Kittner nicht für realistisch, wie er betont: "Im ersten Jahr nach einem Abstieg und mit einem neuen Trainer geht es zunächst darum, sich zu stabilisieren, die Idee des Trainers zu implementieren und ein gutes Team zu werden." Dafür sei Wörle der richtige Trainer, stehe er doch für "ehrliche Arbeit, eine gute Kultur, für Entwicklung und Ambition".
Münsters Sportchef betont: "Wir sind überzeugt, dass wir mit ihm die anspruchsvolle Aufgabe des Umbruchs in einer neuen Liga im ersten Schritt meistern werden, um dann im zweiten Schritt innerhalb der nächsten drei Jahre, parallel zur Weiterentwicklung des Klubs mit dem dann fertiggestellten LVM-Preußenstadion, die Rückkehr in die 2. Bundesliga anzustreben." Es sei dabei wichtig, "dass wir uns alle bewusst sind, dass der erste Schritt die Voraussetzung für den Zweiten ist". Trotz des Abstiegs sieht Kittner den SCP "gut aufgestellt" für die Zukunft. "Auch wenn wir uns nach wie vor in der Aufbauphase des Klubs befinden, stehen wir nächstes Jahr viel stärker in der 3. Liga da als noch vor zwei Jahren."
Wörle sieht "interessantes Entwicklungspotential"
Unter Wörle soll es nun wieder bergauf gehen. Wie der 44-Jährige betont, sei ihm nach "sehr offenen und vertrauensvollen Gesprächen" mit den Verantwortlichen schnell klar gewesen, "dass ich diese Aufgabe annehmen möchte". Nach wie vor sei Preußen Münster ein echter Traditionsverein mit einer starken Fanbase und einem interessanten Entwicklungspotential. "Die letzten Jahre verliefen sehr erfolgreich, doch nun gilt es, den Abstieg mit all seinen Begleiterscheinungen in die richtigen Bahnen zu lenken."
Es sei nicht die Zeit, um zu weit in die Zukunft zu blicken, sondern Tag für Tag hart dafür zu arbeiten, den erforderlichen Umbruch zu meistern, dem Klub in der 3. Liga Stabilität zu verschaffen und dann Schritt für Schritt ein neues Team aufzubauen. Sich selbst beschreibt Wörle als "bodenständig und ambitioniert" und sieht diese Eigenschaften auch beim SC Preußen. "Ich bin hochmotiviert, diese große Herausforderung im Team anzugehen und freue mich darauf, die Menschen im Verein kennenzulernen."
Schwartz-Nachfolger
Bei den Adlerträgern folgt Wörle auf Alois Schwartz, der Mitte März die Nachfolge von Alexander Ende angetreten war, den Abstieg in sieben Spielen (vier Unentschieden, drei Niederlagen) aber nicht verhindern konnte. Als Spieler stand der 44-Jährige einst 97 Mal für 1860 München, Offenbach und Fürth in der 2. Bundesliga auf dem Platz. Offiziell vorgestellt wird Wörle am Dienstag um 14 Uhr im Rahmen einer Pressekonferenz.