Sportfreunde Lotte: Umstrittener Elfmeter sorgt für Diskussionen

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Wer in der letzten Minute den Ausgleich erzielt, der kann in der Regel einen Punkt auf das Konto gutschreiben. Nicht so die Sportfreunde Lotte, die sich in der letzten Sekunde (!) noch geschlagen geben mussten. Ein umstrittener Elfmeter sorgte für die Entscheidung.

"Aus meiner Sicht ein Handspiel"

Fünfte Minute der Nachspielzeit, Freistoß für Köln. Der Ball knallte an den Pfosten, Lotte zitterte das Unentschieden nach Hause – dachten jedenfalls alle. Dann gab es den Elfmeterpfiff von Guido Winkmann, Köln ließ nicht zweimal bitten, 1:2-Niederlage. "Ich hoffe, ich bekomme hier jetzt ein bisschen Aufklärung und ein paar Szenen zu sehen", sagte SFL-Trainer Nils Drube als erstes, als er an das Mikrofon der "Telekom" trat. Unklar war die Situation im Strafraum, wo es unter anderem zu einem foulwürdigen Zweikampf zwischen Kyereh Mensah und einem Lotter Verteidiger kam – der Elfmeterpfiff ertönte jedoch schon vorher.

"Es wurde Handelfmeter gegeben", war Drube bereits informiert worden, vielleicht hatte er diese Information zu diesem Zeitpunkt auch schon von seinem Torwart Steve Kroll bekommen: "Der Elfmeter an sich, sag ich, ist berechtigt, das ist aus meiner Sicht ein Handspiel. Da muss ich dem Schiedsrichter recht geben, davor die Entstehung darf uns wieder nicht passieren." Und auch diese Vorgeschichte ist es eigentlich, was den Coach der Sportfreunde Lotte in der Pressekonferenz nach der Partie am meisten störte.

Szene vor dem Freistoß entscheidend

"Mich würde die Szene vor dem Freistoß noch interessieren. Sehr, sehr kritische und schwierige Entscheidung, ich möchte sie nicht treffen", erklärte Drube, der ein fast identisches Foul an Felix Drinkuth anführte, bei dem aber auf Stürmerfoul entschieden wurde. "So nehmen die Dinge ihren Lauf, es ist extrem unglücklich. Weil Köln weiß heute nicht, wie sie die drei Punkte geholt haben", machte der Fußballlehrer deutlich, dass er in seiner Mannschaft zuvor das bessere Team gesehen hatte. Man habe zwar selbst auch nicht "Tore am laufenden Band herausgearbeitet", aber dem Gegner aus Köln sei es nur um ein Tor gegangen, was "wir ihnen auch noch geschenkt haben."

Der Handelfmeter in der Nachspielzeit war dann das zweite Geschenk, an dem auch Schiedsrichter Guido Winkmann mit verpackt hatte. Wie liga3-online.de-Experte Babak Rafati analyiserte, sei das Handspiel von Al-Hazaimeh keines gewesen. "Für mich kein absichtliches Handspiel, wäre ja auch schön doof, wenn er das da macht", schloss sich Drube unabhängig von Rafatis Einschätzung dem Urteil an. Bezeichnend sei für ihn außerdem gewesen, dass ihm zugetragen wurde, "dass der Schiedsrichter nicht mehr wusste, wer überhaupt Hand gespielt hat." Al-Hazaimeh soll die gelbe Karte in der Situation jedenfalls wegen Meckerns bekommen haben, nicht wegen einem Handspiel. Aber damit wollte sich Drube nicht länger aufhalten, ändern könne man es eh nicht. Schon am Mittwochabend steht das Spiel gegen den FC Carl Zeiss Jena (19 Uhr) an.

   

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