So entwickeln sich die Zuschauerzahlen der Klubs #4

Sechs Wochen Pause – eine quälend lange Zeit für alle Vereine steht in der 3. Liga aufgrund der Coronavirus-Pandemie bevor. Vor allem jene, die von ihren Zuschauereinnahmen überproportional viel Geld generieren, stehen vor einer ungewissen Zukunft. Wir nehmen in fünf Teilen die Entwicklung der Besucherzahlen aller 20 Klubs unter die Lupe. Dabei arbeiten wir uns im Ranking dieser Saison umgekehrt voran.

Schnitt: 7.888 Zuschauer

Im achten Drittliga-Jahr kann der HFC mit seinem zweitbesten Durchschnittswert mehr als zufrieden sein, doch die Tendenz folgt der sportlichen Entwicklung: Im Jahr 2020 gehen die Besucherzahlen im Erdgas-Sportpark als Konsequenz der anhaltenden Talfahrt immer weiter zurück, zu den jüngsten Heimspielen gegen Unterhaching und Ingolstadt kamen nur noch etwas mehr als 6.000 Zuschauer. Ganz anders war die Lage im ersten Drittel der Spielzeit: Da strömten 10.056 Besucher zum Heimspiel gegen den FC Bayern II – Bestwert! Auch gegen Rostock (9.430) und Münster (9.021) klingelten die Kassen.

Insgesamt kann sich der HFC noch nicht beklagen, zwischenzeitlich war er schließlich von einst 8.000 Besuchern pro Spiel (2013/14) auf nur noch 6.108 in der Saison 2017/18 abgerutscht. Sollte sich Halle allerdings wieder zur "grauen Maus" der 3. Liga zurückentwickeln, ist es nicht unwahrscheinlich, dass Halle die neu hinzugewonnenen Fans vorerst wieder verlieren wird.

 

Schnitt: 11.177 Zuschauer

Angekommen im oberen Drittel machen wir einen ordentlichen Sprung: Ab sofort sind die Durchschnittswerte der verbleibenden Klubs allesamt fünfstellig. Den Anfang macht einer, der lange von der Bildfläche verschwunden war: Waldhof Mannheim präsentiert sich erstmals in der eingleisigen 3. Liga, war lange abstinent vom Fußball auf nationaler Ebene. Die Fans zeigen, dass sie hungrig waren auf attraktivere Gegner und hochklassigen Sport: Weniger als 7.500 von ihnen kamen zu keinem der Heimspiele – und das, obwohl Waldhof auswärts viel öfter punktet.

Das bisherige Saisonhighlight liegt noch nicht lange zurück: Zum Derby gegen den 1. FC Kaiserslauterns strömten 23.153 Besucher. Damit war das Carl-Benz-Stadion erstmals seit 1996 wieder in einem Liga-Heimspiel ausverkauft. Auch 1860 München (14.221) und Rostock (13.025) lockten viele Zuschauer an. Im Schnitt kamen letztmals 1995 (!) zu Zweitliga-Zeiten mehr Fans ins Carl-Benz-Stadion, das damals frisch eröffnet war. Bleibt Waldhof auf Aufstiegskurs, könnte der damalige Schnitt von gut 12.500 aber in dieser Spielzeit noch fallen.

 

Schnitt: 13.705 Zuschauer

Hansa Rostock ist nicht unter den Top 5 in der Drittliga-Zuschauertabelle? Dieses Ereignis hat absoluten Seltenheitswert, spricht aber letztlich nur dafür, wie viele große und bedeutsame Klubs in der aktuellen Spielzeit in der 3. Liga um ihre Zukunft kämpfen. Das Zahlenwerk verrät vieles, aber keinen besorgniserregenden Einbruch: Knapp 200 Zuschauer weniger kommen im Vergleich zur Vorsaison (13.874), allerdings kommen auch noch Gegner wie Kaiserslautern und Magdeburg. Für die bisherigen Bestwerte sorgten Münchner Mannschaften: 1860 München zog 17.727 Zuschauer ins Ostseestadion, der FC Bayern II immerhin 17.178.

Insgesamt halten die Fans der Kogge trotz langjähriger sportlicher Stagnation nicht nur die Treue, es kommen sogar immer mehr dazu: Angefangen mit einem Schnitt von nur 9.100 Besuchern in der Saison 2012/13, steigerte Hansa seine Zuschauergunst kontinuierlich und bewegt sich jetzt bereits fast auf dem Niveau der bis heute letzten Zweitliga-Saison 2011/12 (14.106). Man muss kein Hellseher sein, um sich ausrechnen zu können, was ein ersehnter Aufstieg an der Warnow für eine Euphorie auslösen könnte.

 

Schnitt: 13.775 Zuschauer

Minimal vor Rostock platziert sich Zweitliga-Absteiger MSV Duisburg, der sein Publikum in beeindruckender Konstanz hinter sich weiß: Nach 13 Heimspielen liegt die Differenz zwischen dem besten Besuch (15.505 gegen Preußen Münster und 1860 München) und den schwächsten (11.663 gegen den FSV Zwickau) bei nicht einmal viertausend Besuchern oder umgerechnet 32 Prozent. Klar: Diese Spanne wird noch bedeutend größer werden, bevorzugt nach oben. Denn sollten sich die Zebras an der Tabellenspitze behaupten, wird es über kurz oder lang wieder ein Aufstiegsheimspiel geben – und das ist, wenn es die Behörden nach Überstehen der Corona-Pandemie zulassen, in der Regel ausverkauft, unabhängig von der Attraktivität des Gegners. 

Dass Duisburg zur Fahrstuhlmannschaft geworden ist, haben die Fans akzeptiert. Seit Jahren bewegt sich der Zuschauerschnitt in einem gut zu kalkulierenden Rahmen: In der 3. Liga kommen etwa 13.000 bis 14.000, eine Etage höher sind es je nach Erfolg zwei- bis dreitausend Leute mehr.

 

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