"Sehr enttäuschende Leistung": Mota nach erster Ligapleite bedient
Wie schon vor zwei Wochen in Rostock gab der SV Waldhof Mannheim auch beim TSV Havelse eine 2:0-Führung noch aus der Hand. Dieses Mal sogar komplett, sodass die erste Niederlage der Saison zu Buche stand. Trainer Rui Mota war bedient.
Mota vermisst den Einsatz
Mit ernster Miene und in Gedanken versunken ging er nach Spielende über den Rasen, Waldhof-Coach Rui Mota. Es war offensichtlich: Das, was er insbesondere in der zweiten Halbzeit von seiner Mannschaft gesehen hatte, konnte ihm nicht gefallen haben. Denn nachdem die Buwe per Doppelschlag durch Gregorio (21.) und Thill (23.) in Führung gegangen waren, gaben sie die Partie noch komplett aus der Hand. "Ich bin mit dem Auftritt überhaupt nicht zufrieden", sagte der Portugiese bei "MagentaSport" und sprach von einer "sehr enttäuschenden Leistung". Der 47-Jährige machte klar: "Wir können verlieren, aber es ist nicht verhandelbar, dass wir Einsatz zeigen. Und der war heute nicht da. Wenn wir die drei Punkte wollen, müssen wir mehr zeigen als der Gegner – gerade was Wille und Aggressivität angeht."
Wie der Waldhof-Coach analysierte, habe das 2:0 seiner Mannschaft nicht gut getan. "Wir haben danach aufgehört zu spielen und komplett den Faden verloren." Die Folge: Nur zwei Minuten nach dem 2:0 gelang Havelse der Anschluss. Zudem bemängelte Mota, dass sein Team den Hausherren "zu viel Platz gelassen" habe. So kam der TSV über Vertikalpässe immer wieder gefährlich nach vorne, während die Lücken beim Waldhof viel zu groß waren. Entsprechend einfach fielen auch die Gegentore. Da half es auch nichts, dass Torhüter Nijhuis gleich zwei Elfmeter parieren konnte. Motas Fazit zur Niederlage: "Wir waren einfach nicht gut genug, um ein Spiel zu gewinnen."
Ungewohnte Kulisse keine Ausrede
Dabei hatten die Buwe im Pokalderby gegen den 1. FC Kaiserslautern vor einer Woche noch gezeigt, wie viel Einsatz und Willen in ihnen steckt. Hat die ungewohnte Atmosphäre in der fast vollständig leeren Heinz von Heiden Arena eine Rolle gespielt? "Damit würden wir uns das Leben zu einfach machen", wollte Kapitän Lukas Klünter die kleine Kulisse nicht als Ausrede nutzen. Natürlich sei die Atmosphäre eine andere gewesen als zuhause, "aber dann hätte ein bisschen intrinsisch was dazukommen müssen. Das hat anscheinend nicht so wirklich stattgefunden, weshalb wir uns da hinterfragen müssen". Zu hoch hängen wollten Klünter diese Tatsache aber auch nicht.
Wenngleich er einräumen musste, dass die Niederlage "verdient" gewesen sei. "Wir sind natürlich enttäuscht und haben nicht das auf den Platz gebracht, was wir in den letzten Spielen gezeigt haben und haben uns nicht dagegengestemmt, nichtsdestotrotz haben wir eine gute Mannschaft. Da ist noch einiges möglich in dieser Saison." Zunächst wird es nun aber in die Analyse mit Mota gehen, die nicht angenehm werden dürfte. "Ich bin mir sicher, dass es in ihm genauso brodelt wie in uns", so Klünter. Nichtsdestotrotz ist er Profi genug, das einzuordnen. Wir werden natürlich darüber sprechen, denn es gibt auch einiges, was wir besprechen müssen. Aber die Emotionen sollten trotzdem im Griff bleiben." Im Heimspiel gegen den SC Verl wollen die Buwe am nächsten Samstag dann wieder ein anderes Gesicht zeigen.