"Ruhe in Frieden": Hansa- und FCS-Fans gedenken verstorbenen Fans
Beim Duell zwischen dem 1. FC Saarbrücken und Hansa Rostock stand am Sonntagnachmittag nicht nur das Spiel, sondern auch das Gedenken an zwei verstorbene Fans im Vordergrund. Dabei kam es zu bewegenden Momenten.
FCS-Fans überreichen einen Kranz
Für gewöhnlich gehört das Aufeinandertreffen zwischen dem FCS und dem F.C. Hansa zu den stimmungsvollsten Spielen der 3. Liga. Nicht so an diesem Sonntag. Weil beide Fanlager um einen verstorbenen Fan trauerten, war die Atmosphäre im Ludwigspark gedrückt. Schon vor Anpfiff kam es dabei zu einer bewegenden Szene, als FCS-Fans den mitgereisten Rostocker Anhängern einen Blumenkranz für Moritz überreichten. Dieser war beim letzten Duell der beiden Klubs im Mai mehrere Meter von der Tribüne gestürzt. In einem Krankenhaus erlag er wenige Tage später seinen schweren Kopfverletzungen.
In Gedenken an Moritz reisten die Hansa-Fans in schwarzer Kleidung nach Saarbrücken und verzichteten auf die sonst üblichen Zaunfahnen vor dem Block. Stattdessen hing dort lediglich ein schwarzes Spruchband mit der Aufschrift: "Ruhe in Frieden, Moritz." Hansa-Sportchef Amir Shapourzadeh sprach dem FCS bei "MagentaSport" schon vor der Partie ein "riesengroßes Dankeschön" für den Kranz aus und überbrachte im Namen der Kogge zudem ein aufrichtiges Beileid in die Richtung der Saarbrücker.
Zunächst kein Support in der Virage Est
Diese trauerten ihrerseits um einen 53-Jährigen, der vor einer Woche beim Pokalspiel gegen Hertha BSC auf der Tribüne zusammengebrochen und anschließend verstorben war. "Ruhe in Frieden, B", stand auf einem ebenfalls schwarzen Spruchband vor der Fankurve. Um ihrer Trauer zusätzlichen Ausdruck zu verleihen, schwiegen die FCS-Fans – in Anlehnung an das Gründungsjahr – für die ersten 19:03 Minuten. Auch aus dem Gästeblock gab es keine Gesänge.
Nach acht Minuten brandete dann aber Applaus auf, nachdem die Hansa-Fans ein Spruchband mit der Aufschrift "Virage Est & 1. FCS – Danke und Respekt für Eure Anteilnahme und Unterstützung" präsentiert hatten. Als die 19 Minuten abgelaufen waren, nahm die FCS-Kurve den Support auf, auch aus dem Hansa-Block waren nun vermehrt Anfeuerungsrufe zu hören. Auf einen organisierten Support verzichteten die Rostocker Anhänger aber über die komplette Spielzeit, auch Fahnen und Zaunfahnen waren nicht zu sehen.
"Sehr respektvoll"
Hansa-Trainer Daniel Brinkmann hatte Verständnis dafür, zumal einige Hansa-Fan den Sturz von Moritz im vergangenen Mai mit ansehen mussten. "Da werden sie Bilder gesehen haben, die sie nie wieder vergessen werden. Daher ist es ihr gutes Recht, dann so mit der Situation umzugehen." Insgesamt sei der Umgang beider Fanlager mit den Todesfällen "sehr angemessen respektvoll" gewesen, so der 40-Jährige. "So wünscht man sich den Fußball dann auch."