"Sehe keine Krise": Hirsch wehrt Stimmungstief ab und will punkten
Ergebnistechnisch ließ der MSV Duisburg zuletzt Federn. Auf dem Platz sah Cheftrainer Dietmar Hirsch keinen grundsätzlichen Leistungseinbruch seiner Mannschaft, sondern vermehrt individuelle Kleinigkeiten, die zu Punktverlusten führten. Am Samstag (16:30 Uhr) sollen beim SC Preußen Münster nach drei sieglosen Spielen wieder drei Zähler her.
"Das war alles extrem ärgerlich"
Zwei Punkte aus drei Spielen – der MSV Duisburg, der die Tabellenführung aufgrund der schlechteren Tordifferenz gegenüber Viktoria Köln abgegeben hat, wartet seit Mitte Oktober auf einen Sieg. Obwohl die Zebras in jeder der letzten Partien führte, sprang kein Dreier heraus. "Wenn man das große Ganze sieht, dann sind wir punktgleich mit Köln da oben und haben einen Punkt mehr als letztes Jahr. Ich sehe keine Krise", verneinte Cheftrainer Dietmar Hirsch in der Spieltags-Pressekonferenz klar. "Dass wir immer mit einem Dreier herausgehen, wäre ein bisschen vermessen. Man kann es ja aber auch positiv sehen, dass wir von den letzten drei Spielen nur eines verloren haben."
Die Art und Weise, wie der MSV in den letzten Wochen eine bessere Ausbeute verspielte, ärgerte Hirsch gleichermaßen wie die Fans. "Man hätte alle Spiele gewinnen können, haben wir aber nicht. Weil es kein Wunschkonzert ist", fokussierte sich der MSV-Coach aber wieder auf das Wesentliche – nämlich die nächste Aufgabe: "Das war alles extrem ärgerlich, das hat sich nicht gut angefühlt. Aber das muss man dann auch mitnehmen und akzeptieren. Wir haben das verarbeitet." Mit fast 2.000 Fans reisen die Duisburger am Samstag zum Westkracher nach Münster. An Bord dann auch wieder Dennis Borkowski – und möglicherweise auch Christian Viet, bei dem das Fragezeichen jedoch noch größerer Natur war. Tobias Fleckstein fehlt dagegen gesperrt.
"Manchmal ist das nicht zu erklären"
In Münster wartet ein Zweitliga-Absteiger, der mit seiner Saison noch nicht zufrieden sein kann. "Manchmal ist das nicht zu erklären, so wie es mit Ulm und Regensburg letztes Jahr schon war. Es ist schwer zu sagen, woran das liegt, weil Münster hat schon eine gute, individuelle Klasse. Das ist eigentlich ein guter Kader, der überraschend da steht, wo er steht", fasste Hirsch zusammen. Entsprechend rechnete der 54-Jährige mit einer Art Wundertüte im Münsterland. "Wenn wir vielleicht früh in Führung gehen, dann kann dort Unruhe entstehen. Andersherum stehen sie mit dem Rücken zur Wand und wollen sich gegen eine Mannschaft von oben freischwimmen", so Hirsch. "Irgendwann wird der Knoten platzen, aber ich hoffe, dass es nicht gegen uns sein wird."
Dazu braucht der MSV Duisburg wieder höchte Konzentration, um sich nicht selbst aus dem Tritt zu bringen. "Die Spiele waren gut, wir spielen nicht schlecht. Wir haben mehr Tore erzielt, sind offensiv stärker geworden, und haben uns mit dem Ball weiterentwickelt", fasste Hirsch auf Nachfrage zu einem Vergleich im Vorjahr zurück, als der MSV zu einem ähnlichen Zeitpunkt schwächelte. "In erster Linie wollen wir wieder so verteidigen, wie es uns in den letzten Jahren stark gemacht hat, indem wir uns in alles reinwerfen. Das hat etwas mit dem individuellen Verhalten zu tun, aber auch an der Kompaktheit im Mannschaftsverbund haben wir gearbeitet." Ob Hirsch angesichts der Fleckstein-Sperre wieder von einer Dreier- zur Viererkette umstellen wird, ließ der 54-Jährige vor dem Spiel naturgemäß offen.