"Spielen nicht, um keine Fehler zu machen": Hält Aachens Lauf an?

Alemannia Aachen stand nach dem 9. Spieltag schon sieben Punkte hinter Rot-Weiss Essen. Am Samstag (14 Uhr) kann die Mannschaft von Mersad Selimbegovic den Rückstand auf einen Zähler reduzieren. Dazu wäre ein Sieg in einer stimmungsvollen Partie an der Hafenstraße notwendig. Vor der Kulisse hat der Cheftrainer keine Angst.

"Da denkt keiner an Autogrammkarten"

Ein lautstarkes Publikum ist Alemannia Aachen dank der Heimspiele am Tivoli gewohnt. Natürlich steht die Mehrzahl dabei stets auf der eigenen Seite, aber grundsätzlich wird das Team von Mersad Selimbegovic an der Hafenstraße nichts Neues erleben. "Wir reden jetzt über die Stimmung an der Hafenstraße, aber ich finde, bei uns ist das auch so und das ist das beste Training überhaupt", hielt der 44-Jährige in der Spieltags-Pressekonferenz fest. "Wir erleben sowas von Woche zu Woche und sind gut darauf vorbereitet. Für solche Spiele beginnst du als kleiner Junge. Da denkt keiner an Autos oder Autogrammkarten, sondern will in so einem Stadion Fußball spielen. Alle, die jetzt die Chance haben, sollen es einfach genießen."

Wie seine Startelf aussehen wird, verriet Selimbegovic vor dem Westschlager noch nicht. Gewiss ist allerdings der Ausfall von Petros Bagkalianis einer Gelbsperre, sodass sich das Abwehrzentrum verändern wird. Drei Mal in Folge konnte Aachen mit einer Dreierkette gewinnen, aber schaltet Selimbegovic jetzt wieder auf eine Viererabwehr zurück? "Es ist immer eine Option für uns, weil wir da sehr, sehr flexibel sein wollen", schloss der 44-Jährige nichts aus. "Aber mit der Dreierkette gab es Stabilität. Die Jungs fühlen sich gut." Dass es also wieder in diese Richtung geht, zumal Kapitän Mika Hanraths vor einer Rückkehr steht, hielt Selimbegovic für möglich.

"Geduld ist immer eine Sache"

Dass Aachen angesichts der Siegesserie allerdings nicht großartig durchtauschen wird, liegt ebenso auf der Hand. Selimbegovic war entsprechend als Moderator für die aktuellen Reservisten gefordert. "Das sind alles Jungs, die ganz nah dran sind. Da fehlt bei keinem brutal viel, dass er gar keine Option wäre", hob der Cheftrainer hervor. Er könne nicht alle Spieler in jedem Spiel einwechseln, doch in jeder Partie war jeder Akteur ein Kandidat. "Wenn jemand denkt, dass er keine Chance hätte, dann wäre das fatal. Aber das sehe ich im Moment nicht. Von daher ist es wichtig, dass die Jungs, die da sind, gucken, dass sie auch da bleiben und sich nicht irgendwo verlaufen, wenn sie zwei, drei Mal nicht eingewechselt werden."

Dass sich der Gegner zunehmend auf die Aachener Spieler einstellt, sei indes eine Bestätigung für die ansteigende Leistungskurve der Alemannia. "Geduld ist immer eine Sache", gab Selimbegovic noch an. "Die Fans – und wir auch – wollen möglichst schnell Action. Aber wenn du so einen tiefen Block vor dir hast, dann darfst du nicht ins offene Messer reinlaufen." Entsprechend warnte der 44-Jährige vor Essen, das sich infolge der gescheiterten Zweitliga-Relegation im letzten Sommer in Selimbegovics Augen noch einmal gesteigert hat. "Sie haben sehr viel Qualität, sehr viel Ruhe im Spiel und der Trainer hat einen guten Plan. Dann kann so etwas entstehen", so der Aachener Coach. "Unser Spiel wird sehr, sehr intensiv, aber auch sehr, sehr mutig. Das Risiko ist immer dabei, weil wir wollen nicht spielen, um keine Fehler zu machen, sondern, um Spiele zu gewinnen." Auch an der stimmungsvollen Hafenstraße.

   

Das könnte Sie auch interessieren

Auch interessant

Back to top button