Restprogramm & Prognose: Der Jahres-Endspurt #1

Noch fünf Spiele haben die Drittligisten, sofern keine Partien witterungsbedingt verschoben werden müssen, in diesem Jahr vor sich. Für manche geht es um Schadensbegrenzung, für andere kommt die Winterpause vielleicht sogar ungelegen. liga3-online blickt in drei Teilen auf das Restprogramm aller 20 Mannschaften und schätzt ein, wie viele Punkte realistisch sind. Den Anfang machen die letzten sieben Teams.

In Thüringen herrscht nach dem ersten Saisonsieg gegen Rostock (3:1) und dem folgenden 2:2 bei Viktoria Köln zarte Aufbruchsstimmung. Die Konkurrenz im Keller tut den Jenaern allerdings keine Gefallen und punktet erbarmungslos weiter. Angesichts von zehn Zählern Rückstand ist Carl Zeiss weit abgeschlagen und wird zu 99 Prozent auf einem Abstiegsplatz überwintern.

Restprogramm:

  • Hallescher FC (H)
  • Bayern II (A)
  • Unterhaching (H)
  • Großaspach (A)
  • FC Ingolstadt (A)

Prognose: 4 bis 6 Punkte

Drei Aufstiegskandidaten kommen noch, dazu hat Jena drei Auswärtsspiele vor sich. Auch die Bayern-Reserve ist gerade für offensivschwache Gegner ein sehr hartes Brett. Keine idealen Bedingungen, um die Aufholjagd noch im alten Jahr fortzusetzen, realistisch ist eher ein weiterer Sieg plus das eine oder andere Remis.

 

Schon näher an den Nichtabstiegsplätzen ist der SC Preußen, der aber seit Anfang August nicht mehr gewinnen konnte. Die Leistungen zuletzt geben überwiegend Grund zur Hoffnung, auch die Defensive wirkte gegen Braunschweig (1:1) wieder stabiler. Dennoch müssen die Adlerträger höllisch aufpassen, den Anschluss ans Mittelfeld nicht endgültig zu verlieren.

Restprogramm:

  • FSV Zwickau (A)
  • Waldhof Mannheim (H)
  • SV Meppen (A)
  • Magdeburg (H)
  • 1860 München (H)

Prognose: 6 bis 8 Punkte

Drei Heimspiele, die nicht unlösbar scheinen, plus die Auswärtsspiele bei stets unangenehmen, aber nicht überragenden Gegnern in Zwickau und Meppen: Münster kann hier überdurchschnittlich punkten, dürfte aber vor dem Winter auch keine Bäume mehr ausreißen. Im wahrscheinlicheren Fall verbleiben die Westfalen über den Jahreswechsel auf einem Abstiegsrang.

 

Ist es in diesem Jahr vorbei mit dem Drittliga-Traum im fußballbegeisterten Dorf? Auch wenn Platz 16 nicht weit entfernt ist, so präsentiert sich Großaspach immer wieder zu schwach für die 3. Liga, so auch jüngst beim 0:3 gegen Mannheim. Das Torverhältnis von 16:32, nur noch Jena bewegt sich in diesen Dimensionen, spricht Bände. Eine ganz harte Spielzeit deutet sich für die Württemberger an.

Restprogramm:

  • SV Meppen (A)
  • Magdeburg (H)
  • 1860 München (A)
  • Carl Zeiss Jena (H)
  • MSV Duisburg (H)

Prognose: 6 bis 8 Punkte

Drei Heimspiele sollten im Normalfall Gutes bedeuten – aber gilt das auch für eine Mannschaft, die ihre letzten drei Auftritte vor eigenem Publikum mit 2:12 Toren verloren hat? Insgesamt wirkt das Programm machbar, vor allem das Heimspiel gegen Jena ist als Pflichtsieg einzuschätzen. Allerdings ist in Aspach aktuell mehr denn je von der Tagesform abhängig.

 

Chemnitz ist drin in der Saison – nach den Querelen zum Start in die Spielzeit hatte dies wohl kaum einer für möglich gehalten. In Münster und gegen Würzburg fehlte vielleicht die Cleverness, um mehr als jeweils einen Zähler zu holen. Mit insgesamt fünf Partien ohne Niederlage ist Chemnitz aber in starker Form und konkurrenzfähig geworden.

Restprogramm:

  • Braunschweig (A)
  • KFC Uerdingen (H)
  • FSV Zwickau (H)
  • Hansa Rostock (A)
  • Waldhof Mannheim (A)

Prognose: 5 bis 8 Punkte

Die letzten fünf Spiele haben es in sich: Gerade auswärts wird Chemnitz dreimal Außenseiter sein, begibt sich aber zu Gegnern, die zuletzt auch bei Kellerkindern gestolpert sind. Daheim wartet Wundertüte Uerdingen und der FSV Zwickau zum prestigeträchtigen Sachsenderby – interessante Aufgaben, die eine Punktevarianz zulassen.

 

Mit dem 3:0-Auswärtssieg in Uerdingen bewirbt sich Lautern für das Comeback des Jahres, erwartet hatte einen solch verdienten Sieg im Lager der Roten Teufel nun wahrlich niemand. Nur traut dem Braten so recht noch keiner. Kann die Mannschaft das zweifellos große Potenzial vom einen auf den anderen Tag regelmäßig auf den Platz bringen? Auch wir sind uns noch unsicher.

Restproramm:

  • Hansa Rostock (H)
  • Viktoria Köln (A)
  • Hallescher FC (H)
  • Bayern II (A)
  • Unterhaching (A)

Prognose: 5 bis 9 Punkte

Was für schwierige Aufgaben stehen dem FCK noch bevor: Zwei Mannschaften aus der Ligaspitze, alle fünf aus der oberen Tabellenhälfte, dazu erprobt heimstarke Vertreter wie die Bayern-Reserve und Unterhaching. Das Lautern der vergangenen Wochen hätte großes Potenzial, sich zu blamieren. Das Lautern aus dem KFC-Auswärtsspiel würde gegen jede Gegner punkten können.

 

Ab Rang 15 beginnt – aktuell – das breite Mittelfeld der 3. Liga. Der KFC Uerdingen arbeitet jedoch nach einem kurzen Zwischenhoch schon wieder daran, in den Abstiegskampf zurückzurutschen. Die Pleite gegen Lautern war ein Rückfall in schlimmste Zeiten, ein Tor pro Spiel ist für die so stark besetzte Offensive darüber hinaus ein Armutszeugnis. Vom Zweitliga-Aufstieg redet, wieder einmal, keiner mehr.

Restprogramm:

  • Würzburger Kickers (A)
  • Chemnitzer FC (A)
  • Hansa Rostock (H)
  • Viktoria Köln (A)
  • Hallescher FC (A)

Prognose: 5 bis 7 Punkte

Vier (!) der fünf Spiele im Restjahr bestreitet Uerdingen auswärts. Nun lässt sich über den Heimvorteil in der überdimensionierten Düsseldorfer Arena zwar streiten, bevorteilt wird der KFC aber im Restjahr ganz bestimmt nicht. Zwischen Abstiegs- und Aufstiegsanwärtern ist alles dabei, mehr als zwei Siege und ein oder zwei Unentschieden erscheinen nicht realistisch.

 

Mit nur einem Zähler aus den vergangenen drei Punktspielen ging es in der Tabelle für äußerst solide gestartete Zwickauer zuletzt wieder etwas bergab, Platz 17 rückt näher. Vor allem die 0:1-Niederlage daheim gegen Großaspach tat weh, in Ingolstadt (2:4) wurde dann die erste Halbzeit verschlafen. Zwischen oberem Drittel und Abstiegsrang ist bis zum Weihnachtsfest noch alles möglich.

Restprogramm:

  • Preußen Münster (H)
  • Eintracht Braunschweig (A)
  • Chemnitzer FC (A)
  • Waldhof Mannheim (H)
  • SV Meppen (H)

Prognose: 7 bis 10 Punkte

Zwickau könnte ein Gewinner des Spätherbstes werden. Der Grund: drei machbare Heimspiele, dazu das Derby in Chemnitz und die Herausforderung in Braunschweig – der BTSV aber ließ zuletzt deutlich nach und spielerisch viele Wünsche offen. Selbst eine zweistellige Punktzahl ist für die Westsachsen nicht völlig abwegig.

 

   
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