Restprogramm & Prognose: Der Jahres-Endspurt #2

Noch fünf Spiele haben die Drittligisten, sofern keine Partien witterungsbedingt verschoben werden müssen, in diesem Jahr noch vor sich. Für manche geht es um Schadensbegrenzung, für andere kommt die Winterpause vielleicht sogar ungelegen. liga3-online.de blickt in drei Teilen auf das Restprogramm aller 20 Mannschaften und schätzt ein, wie viele Punkte realistisch sind. Im zweiten Teil geht es für uns ins Tabellenmittelfeld.

Durchaus überrascht haben wir zur Kenntnis genommen, dass die Würzburger Kickers in dieser Saison auch 0:0 spielen können – so geschehen am Sonntag in Chemnitz. Bis dato waren pro Partie mit FWK-Beteiligung vier Tore gefallen, noch immer stellen die Rothosen die schwächste Defensive der 3. Liga (33 Gegentore). Überhaupt ist die ganze bisherige Saison ein einziges Auf und Ab, Konstanz ist ein Fremdwort und der aktuelle Tabellenplatz daher wohl oder übel gerechtfertigt.

Restprogramm:

  • KFC Uerdingen (H)
  • Hansa Rostock (A)
  • Viktoria Köln (H)
  • Hallescher FC (A)
  • FC Bayern II (A)

Prognose: 4 bis 8 Punkte

Würzburg trifft auf ambitionierte Gegner, fährt zu drei knackigen Auswärtsspielen und hat auch daheim keine Selbstläufer vor der Brust. Zwei Siege wären einiges wert, aber auch ein Ausreißer nach unten ist vor dem Jahreswechsel möglich.

 

Der TSV 1860 ohne Daniel Bierofka, das war ein schier unvorstellbares Szenario. Nichts, aber auch gar nichts sprach vor dem Auswärtsspiel in Halle für die Löwen – sie sollten alle Lügen strafen und hätten beim 1:0-Erfolg an der Saale noch einige Treffer mehr erzielen können. Mit Michael Köllner macht es nun ein etablierter Bayer, der durch seine Zeit beim 1. FC Nürnberg ein Gespür für mächtige Traditionsvereine besitzt.

Restprogramm:

  • Bayern II (H)
  • Unterhaching (A)
  • Großaspach (H)
  • FC Ingolstadt (A)
  • Preußen Münster (A)

Prognose: 7 bis 10 Punkte

Die Löwen-Fans werden sich freuen: Vier Spieltage in Folge werden vor der Haustür bestritten. Erst das so wichtige Derby gegen die Bayern-Reserve, das es zuletzt in der Viertklassigkeit gab. Dann geht es mit dem Fahrrad zum zweiten Derby nach Unterhaching, auch die Auswärtsfahrt nach Ingolstadt ist nicht weit. Bleiben die Löwen derart gefestigt, ist eine überdurchschnittliche Ausbeute drin.

 

Drittliga-Statistiken können herrlich verrückt sein. So auch diese: Keine Mannschaft kassiert weniger Tore als der FCM (14). Nur Unterhaching hat weniger Spiele verloren als Magdeburg, das bislang dreimal punktlos blieb. Zu vermuten ist anhand dieser Aussagen eine spitzenmäßige Platzierung, dabei versauern die Elbestädter im grauen Mittelfeld. Auch hier fehlt die Konstanz – letztlich wird es eine Qualitätsfrage sein.

Restprogramm:

  • Unterhaching (H)
  • Großaspach (A)
  • FC Ingolstadt (H)
  • Preußen Münster (A)
  • Braunschweig (A)

Prognose: 6 bis 10 Punkte

Haching und Ingolstadt könnten daheim trotz ihrer starken Platzierung bezwingbar sein, wenn die Kulisse ihr Übriges tut – akustisch sind die Gegner Anderes gewohnt. Auswärts scheint Großaspach schlagbar, Münster als Vorletzter und FCM-Lieblingsgegner ebenso. Die spannende Frage: Schafft Magdeburg erstmals zwei Siege am Stück? Es wäre ein wichtiger Fortschritt.

 

Spektakulär ist der Fußball beim SV Meppen zumeist, und die Saison darüber hinaus auch noch absolut zufriedenstellend. Mit fünf Siegen, fünf Remis und fünf Niederlagen sowie dem zehnten Platz sind die Emsländer absoluter Durchschnitt – und zufrieden damit. 30 erzielte Tore (und damit die drittbeste Offensive) bringen eine regelmäßige Jubelgarantie mit sich.

Restprogramm:

  • Großaspach (H)
  • FC Ingolstadt (A)
  • Preußen Münster (H)
  • Braunschweig (A)
  • Zwickau (A)

Prognose: 6 bis 9 Punkte

So durchschnittlich wie die aktuelle Bilanz ist auch das SVM-Restprogramm. Bringt Meppen die beiden Heimspiele durch, wäre der Jahresabschluss schon voll im Soll – vielleicht kommen sogar noch Auswärts-Bonuszähler dazu.

 

Man muss die Rekordmeister-Reserve nicht mögen, aber ihre Leistungen akzeptieren. Bislang ist erkennbar: Die "Zwote" des FCB spielt einen gepflegten und riskanten Fußball, es fallen viele Tore, daheim herrscht dank des Amateur-Supports gute Stimmung und bei den Gastspielen der Bayern-Bubis sind die Stadien meist dennoch voller als sonst – der Name zieht eben. Sportlich, das können wir knapp festhalten, sind die Bayern auf Kurs.

Restprogramm:

  • 1860 München (A)
  • Carl Zeiss Jena (H)
  • MSV Duisburg (A)
  • Kaiserslautern (H)
  • Würzburger Kickers (H)

Prognose: 7 bis 10 Punkte

Unbeschwert geht der Bayern-Nachwuchs zunächst mit guten Chancen ins Münchner Derby, danach geht es noch dreimal daheim gegen schlagbare Gegner. Duisburg auswärts ist ein Bonus.

 

Spektakulär startete der Aufsteiger in die Saison und mischte zwischenzeitlich weit oben mit, jetzt hat die tabellarische Talfahrt eingesetzt. Ursächlich dafür sind mittlerweile sieben sieglose Spiele in Folge, zuletzt gewannen die rechtsrheinischen Kölner Mitte September in Münster. Dazu flog Viktoria bei Fünftligist Hennef aus dem Landespokal, es war die wohl peinlichste Niederlage.

Restprogramm:

  • MSV Duisburg (A)
  • Kaiserslautern (H)
  • Würzburger Kickers (A)
  • KFC Uerdingen (H)
  • Hansa Rostock (H)

Prognose: 4 bis 7 Punkte

Vor allem auf die Heimspiele darf man sich im Sportpark Höhenberg freuen: Kaiserslautern, Uerdingen, Rostock – da kommen große Namen. Dazu geht es bald zum nahen Auswärtsspiel nach Duisburg. Feine Duelle, die mit reduzierter Aufstiegseuphorie aber schwierig werden. Allmählich wird deutlich, dass die Qualität im Kader nicht dauerhaft für das obere Drittel reicht, dementsprechend sind weitere Enttäuschungen zumindest denkbar.

 

Beinahe, aber nur beinahe hätte sich Hansa Rostock tatsächlich in die Spitzengruppe der 3. Liga verirrt. Offenbar wurde der Kogge dann der eigene Erfolg etwas unheimlich – die Niederlagen beim Letzten Jena (1:3), der seinen Premierensieg feierte, sowie daheim gegen Duisburg (1:2) lassen Rostock mit sechs Punkten Sicherheitsabstand zur Spitze verweilen. Verloren ist noch nichts, aber frustrierend ist es für die Anhänger doch, dass der FCH diese Chancen verpasst hat.

Restprogramm

  • Kaiserslautern (A)
  • Würzburger Kickers (H)
  • KFC Uerdingen (A)
  • Chemnitzer FC (H)
  • Viktoria Köln (A)

Prognose: 8 bis 11 Punkte

Hansa, derzeit nur Vierzehnter der Auswärtstabelle, muss dort alsbald nachlegen – und bekommt bei drei heimschwachen Mannschaften die Gelegenheit dazu. Die Heimsiege gegen Würzburg und Chemnitz gehören zum Pflichtprogramm eines Aufstiegskandidaten.

 

Weiterlesen: Restprogramm & Prognose: Der Jahres-Endspurt #1

 

   
  • anteater

    "Der TSV 1860 ohne Daniel Bierofka, das war ein schier unvorstellbares Szenario."

    Kritik gab es von den Rängen und in den Foren schon lange. Spätestens die derben Auswärtsklatschen letzte Saison in Halle, Zwickau, Jena, die Chancenlosigkeit in Würzburg und der lust- und planlose Auftritt im Pokal in Aschaffenburg haben der Löwenseele doch arg zugesetzt. So wirklich besser wurde es mit dem 0-4 in Mannheim und dem 1-5 in Magdeburg nicht.

    An anderer Wirkungsstätte wäre Herr Bierofka längst entlassen worden. Klassenerhalt am vorletzten Spieltag trotz Etat in den Topp 5? Vor Saisonbeginn die eigene Mannschaft öffentlich als Abstiegskandidat bezeichnen und ihr die Drittligatauglichkeit absprechen. Er hatte halt einen Bonus, weil er nach sechs Jahren beim FCB zu Sechzig gegangen ist. Und immerhin ging er jetzt von allein, auch wenn die Umstände fragwürdig sind.

    Sechzig ohne Bierofka, das war schon lange vorstellbar. Und wie bei seinem Vater damals, wird es auch dieses Mal weitergehen, vielleicht wieder erfolgreicher als zuvor. Wir sind kein FC Bierofka. Trainer und Spieler kommen und gehen. Die Überhöhung von Einzelpersonen ist im Fußball ziemlich unangebracht.

    Das erste Spiel ohne Biero macht Mut. Endlich mal eine Taktik und die Mannschaft hat gezeigt, dass sie sehr wohl drittligatauglich ist!

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