Quartett im Tiefflug: Tristesse im Abstiegskampf

Eins steht schon vor dem 17. Spieltag fest: Die vier Abstiegsplätze werden auch am Montagabend noch von den gleichen Mannschaften eingenommen wie bisher. Fest zementiert ist die Lage im Abstiegskampf – zumindest für eine Woche. Wir schauen uns an, wo sich das berühmte Gespenst aktuell herumtreibt und wer aus dem Quartett der Tristesse Hoffnung schöpfen darf.

Als Siebzehnter rangieren die Sachsen mit 15 Punkten zwar vier Punkte hinter dem FCK, die Stimmung aber ist im Vergleich zu den drei weiteren momentanen Absteigern gut. Zuletzt blieben die Himmelblauen fünfmal in Folge ungeschlagen, ehe es bei Eintracht Braunschweig eine sehr bittere 1:2-Niederlage nach langer Führung setzte. Dennoch: Die Probleme der Startphase sind überwunden, Trainer Patrick Glöckner hat die Mannschaft auf Drittliga-Niveau gebracht und auch die Streitereien im Umfeld sind teils überwunden, zumindest aber für den Moment in den Hintergrund verdrängt.

Zum Jahresabschluss empfängt der CFC zunächst den KFC Uerdingen und den FSV Zwickau daheim – Uerdingen ist eine Wundertüte, gegen Zwickau geht es im Sachsenderby am Nikolausfreitag um den Status als dritte Kraft im Bundesland. Abschließend reist Chemnitz nach Rostock sowie nach Mannheim, hier wäre ein Sieg jeweils eine echte Überraschung.

 

Großaspach kommt auf die gleiche Punktzahl, das Torverhältnis ist mit 17:34 Treffern aber viel schlechter als das aller Kontrahenten im Abstiegskampf – Jena einmal ausgenommen. Auffällig ist, dass die SGS drei ihrer vier Saisonsiege in der Fremde geholt und damit eine seit Jahren bestehende Stärke des Dorfklubs wieder aufgefrischt hat. Der immer noch junge Verein, der kürzlich seinen 25. Geburtstag gefeiert hat, ist nach zwei Niederlagen gegen Mannheim (0:3) und in Meppen (2:1) wieder tief im Keller. Die Probleme: Leistungsträger wie Kai Gehring kommen nicht an das Niveau früherer Spielzeiten heran, von den Neuzugängen ist einzig Panagiotis Vlachodimos eingeschlagen und vorne fehlt der Knipser (keiner hat mehr als drei Tore erzielt). Über Trainer Oliver Zapel wurde bislang nicht diskutiert, seine Bilanz aber ist sehr ausbaufähig. Ist das Kapitel in der 3. Liga bald vorbei?

Großaspach spielt nun noch zunächst gegen den FCM, dann auswärts bei 1860 München. Eminent wichtig wird das Heimspiel gegen Carl Zeiss Jena am 15. Dezember, ehe es beim Jahresabschluss gegen den souveränen Spitzenreiter MSV Duisburg sechs Tage darauf im Normalfall keine Punkte gibt.

 

Ähnlich wie den VfR Aalen im Vorjahr könnte es nun Preußen Münster erwischen als einen Klub, den die 3. Liga langsam, aber sicher finanziell zermürbt und schließlich zerstört. Abstiegskampf kennen sie im Münsterland, aber so schlimm wie aktuell sah die Tabelle für die Fans der Adlerträger noch nie aus. 13 Punkte aus 16 Spielen, sechs Zähler Rückstand auf Kaiserslautern – Hoffnung oder gar Optimismus zu schöpfen, fällt schwer. Vor allem, weil es der SCP seit dem zweiten Spieltag gegen Jena nicht einmal geschafft hat, kein Gegentor zu kassieren. Zuletzt dachte man nach dem 1:1 im Heimspiel gegen Braunschweig noch an einen Aufwärtstrend, das 2:4 in Zwickau relativierte vieles. Noch vertraut der SCP Trainer Sven Hübscher, der aber massiv unter Druck steht. Auch Sportchef Malte Metzelder muss sich Kritik anhören.

Zum Jahresende hin wartet ein knackiges Programm: Daheim gegen die auswärts unbesiegten Mannheimer, dann geht es nach Meppen, dann kommt der 1. FC Magdeburg. Zuletzt wartet 1860 München, ebenfalls an der heimischen Hammer Straße. Es wäre ein kleines Wunder, wenn der SC Preußen nach diesen vier Partien auf einem Nichtabstiegsplatz stehen würde.

 

"Die Meisterschaft ist noch nicht beendet", sagte Rico Schmitt nach der 0:3-Niederlage gegen den Halleschen FC trotzig. Zwar ging es mit den Ergebnissen bei Carl Zeiss in den vergangenen Wochen etwas aufwärts, der Rückstand des Letzten ist aber happig: 13 Punkte müssen die Thüringer aufholen. "Man kann schnell drei Spiele gewinnen", wird der Cheftrainer des mit nur sechs Punkten aus 16 Spielen bereits designierten  Absteigers in der Bild zitiert. Die braucht Jena nun auch, um ein wenig Hoffnung auf den Drittliga-Verbleib ins neue Jahr zu übertragen. Jedwede Rechnung auf die 45-Punkte-Marke ist Gift für Carl Zeiss: 39 Punkte aus 22 Spielen entsprechen einem Schnitt von fast 1,8 Zählern pro Partie. Wo soll Jena die nur herholen?

Zwei, eher drei Siege sind bis zur Winterpause Pflicht. Allerdings muss Jena dreimal auswärts ran: Beim FC Bayern II, in Großaspach und beim FC Ingolstadt. Sollte der Sieg zumindest in Großaspach gelingen, müsste zudem noch ein schweres Heimspiel erfolgreich gestaltet werden: Am 7. Dezember kommt Aufstiegskandidat Unterhaching ins Paradies.

   
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