Preußen Münster: Jahresabschluss mit Nebengeräuschen

Es ist die zweite Negativserie, die den SC Preußen Münster in diesen Wochen heimsucht. Schon recht früh in der Spielzeit gab es eine Phase, in der drei Spiele am Stück verloren wurden und das Umfeld nervös wurde. Nun setzte es erneut mehrere Pleiten, zudem scheinen Trainer und Sportdirektor gewisse Differenzen überbrücken zu müssen. Droht schlechte Laune zum Jahreswechsel?

Dieses Mal selbst Schuld

Einer war an der Niederlage des SC Preußen beim 0:2 gegen den FSV Zwickau wahrlich nicht schuld: Schiedsrichter Frank Willenborg, gekommen aus der Stadt des größten Rivalen aus Osnabrück, benachteiligte keine der Mannschaften, sondern leitete die Begegnung unaufgeregt und weitestgehend im Hintergrund. Im Gegensatz zur Klatsche in Karlsruhe, ein saftiges 0:5 gab es in der Vorwoche, blieben deshalb auch die Proteste der Adlerträger aus – dieses Mal hatten sie es selbst verbockt.

Und das in einem Heimspiel, das in die Kategorie "Pflichtsieg" fallen sollte, auch wenn die Westsachsen den SCP im Vorjahr auf ganz ähnliche Art und Weise düpierten. Dieses Mal war es ein kapitaler Fehler des in dieser Saison unsicheren Kapitäns Simon Scherder, den der FSV nach nur fünf Minuten effektiv ausnutzte. Fortan verließ er die Siegerstraße nicht mehr, Münster fehlte einmal mehr das Schussglück – doch das war mehr als nur Zufall. Ohne den verletzten Rufat Dadashov fehlt dem Angriff der Westfalen ein wichtiger, stets torgefährlicher Baustein.

Zuschauer bleiben fern

Die dritte Niederlage in Folge drückte ebenso auf die Laune wie die Minuskulisse von nur noch gut 4.900 Zuschauern – erst vor rund sechs Wochen pilgerten noch mehr als 12.000 Besucher zum Heimspiel gegen 1860 München, das gewissermaßen den Beginn einer längeren Schwächeperiode darstellen sollte. Nur eines der vergangenen sechs Spiele hat Preußen Münster gewonnen, obgleich die Mannschaft von Marco Antwerpen in diesem Zeitraum viermal im eigenen Stadion antreten durfte.

Dass auch das letzte Pflichtspiel eines insgesamt zufriedenstellenden Jahres gegen die unter Tomasz Kaczmarek noch sieglosen Fortunen aus Köln wieder an der heimischen Hammer Straße stattfindet, ist angesichts der vergangenen Ergebnisse also nicht unbedingt ein Vorteil. Trainer Antwerpen kündigte diesbezüglich bereits an, eine veränderte Elf auf den Rasen schicken zu wollen.

Metzelder kritisiert das Verhalten von Antwerpen

Dass der meinungsstarke Coach einerseits kein Blatt vor den Mund nimmt und etwa Scherder nach Spielende deutlich in die Mangel nahm, andererseits aber recht vehement im Winter Verstärkungen fordert, für die nach aktuellem Stand eher keine Geldsummen freigemacht werden können, könnte innerhalb des Klubs für Unstimmigkeiten sorgen. Sportchef Metzelder wird in den "Westfälischen Nachrichten" mit den Worten zitiert: "Ein Bewerbungsschreiben vom Trainer ist das nicht."

Denn auch, nein gerade ihn, der mit immer noch geringen Mitteln einige Leistungsträger mit auslaufenden Verträgen vom Bleiben überzeugen muss, trifft die Kritik. Immerhin dürften die Akteure nicht teurer werden, sollte die Leistungskurve weiter nach unten zeigen. Antwerpens Vertrag läuft ganz nebenbei ebenso im Sommer aus wie der von Co-Trainer Kurtulus Öztürk. Nach aktuellem Stand könnte der SCP im Sommer ohne diverse Stammkräfte (Kobylanski, Menig, Schweers, Klingenburg, Rühle) und ohne Trainergespann dastehen.

Abstieg und Aufstieg sind gleich weit entfernt

Düstere Aussichten, die der Blick auf die Tabelle nicht verbessert. Mittlerweile sind die Abstiegsränge, obgleich die Preußen vor dem Montagabend-Spiel noch immer auf dem sechsten Rang den Anker geworfen haben, ebenso neun Punkte entfernt wie die direkten Aufstiegsplätze. Der Trend aber zeigt mehr als deutlich nach unten, und wird gegen Fortuna Köln – eines dieser Teams, das aktuell mit 20 Punkten zwischen Klassenerhalt und Regionalliga schwebt – keine rasche Trendwende eingeleitet, so dürfte das Weihnachtsfest unruhig werden.

   
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