Preußen Münster am Ende: In Frankfurt heillos überfordert

Wer beim Tabellenvorletzten überfordert erscheint, der sollte sich in der 3. Liga ernsthafte Gedanken machen. Preußen Münster hat beim FSV Frankfurt mit 1:4 verloren und einen weiteren Tiefpunkt des miserablen Saisonauftaktes erreicht. Erklärungen gab es nach Abpfiff wenige – dafür aber den blanken Frust der eigenen Anhänger.

Frankfurt war da – und die Preußen nicht

Ein wirklich gutes Gefühl hatte die Mehrzahl die Mitgereisten ohnehin vor dem neuerlichen Kellergipfel nicht besessen: In keinem der drei bisherigen Auswärtsspiele hatten die Preußen einen Punkt entführen können, dennoch waren unter der Woche rund 300 Gästefans an den Bornheimer Hang in Frankfurt gereist. Es wartete das Duell des Letzten und des Vorletzten: Krisengipfel pur in der hessischen Metropole. Das Problem aus Preußen-Sicht war, dass dieses Spiel einzig der FSV Frankfurt annahm – und das von der ersten Sekunde an. Obgleich die Elf von Trainer Roland Vrabec im bisherigen Saisonverlauf noch nicht ein Spiel gewinnten konnte, wirkten sie viel sicherer und selbstbewusster, drängten Münster folgerichtig von Beginn an in die Defensive. Dort befindet sich seit Saisonbeginn die Problemzone des SCP und genau das sollte sich auch bestätigen: Nach acht Minuten stocherte Yannick Stark das Leder zum ersten Mal in die Maschen, weil die Frankfurter zuvor nicht entscheidend gestört wurden – der Anfang vom Ende aus Sicht der Preußen.

Schon in der ersten Halbzeit das Spiel verloren

Denn: Eine Reaktion auf den neuerlichen frühen Rückstand blieb dieses Mal völlig aus. Auch als Stark nach einem Flachschuss aus 16 Metern sogar auf 2:0 erhöht hatte (29.), erstand Preußen Münster anders als noch vor wenigen Tagen gegen den 1. FC Magdeburg nicht auf, sondern rettete sich mit Mühe und Not in die Pause. Die einzig gefährliche Aktion kam unvermittelt, hatte es aber in sich: Adriano Grimaldi scheiterte an Sören Pirson, den zweiten Ball brachte Jesse Weißenfels mit einem Fallrückzieher an die Latte (20.). Kein gutes Spiel und auch kein Glück: Wenn diese beiden Faktoren nicht für eine Mannschaft sprechen, sind für gewohnt kaum Punkte zu holen. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Fabian Schleusener frühzeitig auf 3:0 (52.), ehe Adriano Grimaldi das 1:3 aus Preußensicht besorgte (65.). und damit für ein kurzes Aufbäumen sorgte. Schleusener allerdings markierte kurz vor Ende sogar das 4:1. Was für ein bitterer Abend für Preußen Münster!

Es fehlte an fast allem

Klar: Dieser Auftritt wirft gewaltige Fragen auf. Auch Trainer Horst Steffen kann sich der Kritik längst nicht mehr erwehren, denn der SCP ließ in Frankfurt fast alles vermissen, was eine Drittliga-Mannschaft auszeichnet: Neben der taktischen Unterlegenheit fehlten individuell der Wille, Einsatz und die Zweikampfpräsenz bei fast allen Akteuren. Routinier Mehmet Kara blieb über weite Strecken wie Gegenüber Edisson Jordanov auf den Flügeln fast unsichtbar, Denis Mangafic und Danilo Wiebe erwischten ebenso keinen guten Tag. Und die neuformierte Innenverteidigung um Jeron Al-Hazaimeh und Lion Schweers? Die war in den entscheidenden Momenten schlichtweg zu spät dran und kassierte vier Treffer. Auch dort herrscht gewaltiger Handlungsbedarf. „Ich bin ziemlich enttäuscht“, gab Steffen ernüchtert zu, „diese Leistung war nach dem Training und dem letzten Spiel überhaupt nicht zu erkennen gewesen.“

Endspiel gegen Werder Bremen II

Wie geht es in Münster nun aber weiter? Es stehen schwere Tage und Wochen an, das ist klar. „Die Mannschaft hat nach dem 0:1 angefangen zu überlegen, das hängt natürlich auch mit der Situation zusammen. Es hilft jedoch jetzt nicht, laut herumzuschreien.“ Dies fällt insbesondere den Anhängern nach der neuerlichen Niederlage natürlich schwerer denn je – nach Abpfiff hagelte es bereits deutliche Worte, als einige frustrierte Fans sogar über den Trennzaun in den Innenraum sprangen. Gegen Werder Bremen II droht am kommenden Samstag ein Endspiel, denn vier Punkte aus acht Spielen sprechen eine deutliche Sprache: Aktuell ist Preußen Münster nicht mehr als ein Abstiegskandidat.

   
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