Ostvereine wollen Aufstiegsregelung zur 3. Liga kippen

Wieder einmal gerät die Aufstiegsregelung aus den Regionalligen in die 3. Liga in den Blickpunkt: Wie der "MDR" berichtet, fordert ein Großteil der Ostvereine vom Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) die Beantragung eines Außerordentlichen DFB-Bundestages, auf dem die bestehende Aufstiegsregelung gekippt werden soll. 

Ostvereine pochen auf Außerordentlichen DFB-Bundestag

Schon seit einigen Jahren gilt: Die Meister aus den Regionalligen West und Südwest steigen immer direkt auf, die Meister aus den Regionalligen Nord, Nordost und Bayern haben im Wechsel hingegen nur alle drei Jahre ein festes Aufstiegsrecht und müssen ansonsten Relegationsspiele gegeneinander absolvieren. Für viele Vereine ein Unding, weswegen seit Jahren immer wieder Versuche unternommen werden, eine andere Regelung zu finden. Dem "MDR" zufolge ist es nun ein Großteil der Ostvereine, der einen neuen Anlauf wagt. Demnach sollen sich unter anderem die Nordost-Regionalligisten Carl Zeiss Jena, Rot-Weiß Erfurt, Chemnitzer FC und Energie Cottbus mit der Forderung an den NOFV gewandt haben, einen Außerordentlichen DFB-Bundestag zu beantragen.

"Wir möchten die vor Jahren eingeführte Ungleichbehandlung der Regionalliga-Meister nicht länger hinnehmen", so Chris Förster, Geschäftsführer von Viertligist Carl Zeiss Jena. "Das Prinzip der Chancengleichheit und des Fairplay wird mit der bestehenden Regelung ad absurdum geführt. Die aktuelle Aufstiegsregelung, die als Übergangslösung gelten sollte, manifestiert zudem gegenüber der vorherigen Aufstiegsregelung erstmals eine Ungleichbehandlung und stellt einen eklatanten Verstoß gegen den Gedanken des Fair Play dar". Unterstützung erhalten die Viertligisten dabei wohl auch aus der 3. Liga, aus der der FSV Zwickau, der Hallesche FC und Erzgebirge Aue das Anliegen mittragen wollen.

Ziel: Chancengleichheit in der Aufstiegsfrage

Ihr Ziel: Die "(Wieder-)Einführung von Gleichbehandlung, Chancengleichheit und Fair Play in Bezug auf die Aufstiegsregelung aus den fünf Regionalligen in die 3. Liga", was so nur auf einem Außerordentlichen DFB-Bundestag beschlossen werden könnte. Diesen muss das DFB-Präsidium laut eigener Satzung abhalten, wenn "mindestens zwei Regional- oder sechs Landesverbände Anträge auf Einberufung eines Außerordentlichen Bundestags in gleicher Sache stellen." Da im NOFV sechs Landesverbände (Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern) organisiert sind, wären die Bedingungen bei einem Einlenken des Regionalverbandes erfüllt.

Der NOFV wird über entsprechenden Antrag der Vereine nun beraten, wie deren Präsident Hermann Winkler dem MDR bestätigt: "Wir sind diesbezüglich mit den Vereinen in engem Austausch. Wir werden den Antrag jetzt eingehend prüfen und uns zu gegebener Zeit inhaltlich dazu äußern." Möglich wäre das am 19. November, wenn der NOFV-Verbandstag steigt. Wobei dann auch konkrete Lösungsvorschläge erarbeitet werden müssten, die von den Vereinen im Sinne einer ergebnisoffenen Diskussion bisher noch nicht erbracht wurden.

Kompromisse nötig

Sollte der Plan der Vereine aufgehen, könnte es allerdings ganz schnell gehen. "Ein ordnungsgemäß beantragter Außerordentlicher Bundestag muss spätestens neun Wochen nach Einreichung der Anträge auf Einberufung stattfinden", schreibt die Satzung des DFB vor. Theoretisch könnte es dann also bereits zur neuen Saison eine überarbeitete Aufstiegsregelung geben.

Allerdings wohl nur, wenn die Landesverbände zu Kompromissen bereit sind. Das war in den letzten Jahren nicht der Fall, niemand wollte "seine" Staffel aufgeben. Das wird aber nötig sein, um die Anzahl der Staffeln auf vier zu reduzieren, damit alle Meister direkt aufsteigen. Bereits vor drei Jahren stand eine viergleisige Regionalliga im Raum. Weil dafür jedoch die Nordost-Staffel zerschlagen werden sollte – 19 von 20 Drittligisten forderten das -, hatte der NOFV abgelehnt. Eine andere Option wäre die Beibehaltung mit fünf Staffeln und fünf Absteigern aus der 3. Liga, was jedoch auf heftigen Widerstand der Drittligisten stoßen würde. Zumal die Klubs bereits bei der letzten Anpassung der Aufstiegsregelung im September 2019 einem vierten Absteiger zugestimmt hatten, damit mehr Vereine aus der Regionalliga direkt aufsteigen. Dass die Drittligisten nun erneut nachgeben, dürfte ausgeschlossen sein.

   
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