Nutzt Würzburg die letzte Chance? "Der Glaube ist da"

Im direkten Duell mit Viktoria Berlin (Samstag, 14 Uhr) zählt für die Würzburger Kickers nur ein Sieg, andernfalls ist der Gang in die Regionalliga besiegelt. Cheftrainer Ralf Santelli hat klare Forderungen.

Volle Offensive

"Jeder weiß, dass wir nur noch über Siege kommen können. Das bedeutet, dass wir hinten weniger bekommen dürfen als vorne zu schießen. Dafür müssen wir Minimum ein Tor machen", bediente sich der 53-Jährige einer gängigen Fußball-Phrase, die jedoch zutreffender nicht sein könnte. Bislang haben die Würzburger nur 26 Tore geschossen – so wenig, wie kein anderes Team. Fällt am Samstag kein Treffer für den FWK, dann ist der Durchmarsch in die Regionalliga nicht mehr aufzuhalten. "Der Glaube ist da. Das strahlt die Mannschaft aus", versicherte Santelli.

Doch vor dem Tor muss der Knoten platzen. Unter Santelli lieferten die Würzburger ansehnliche Partien, doch in der gegnerischen Box versagen die Nerven. "Wenn du eine Quote hast, dass aus drei Chancen ein Tor kommt, dann ist die Quote bei uns fünf zu eins. Dann ist es so, dass wir fünf bis zehn Chancen kreieren müssen", forderte der Übungsleiter volle Offensive von seiner Mannschaft. Allerdings nicht zu jedem Preis: "Wir werden sicherlich nicht Harakiri-mäßig losrennen können. Wir haben 90 Minuten Zeit", so der 53-Jährige. Die Sorge ist groß, dass der FWK andernfalls blindlings ins Verderben laufen könnte.

Santelli macht der Mannschaft Mut

Mit Viktoria Berlin kommt nun der Klub, den es einzuholen gilt. Die Berliner haben ihre Position dadurch verbessert, dass sie eben diese Treffer machten, die Würzburg zuletzt ausließ. Auch gegen Kaiserslautern (1:2) und Braunschweig (0:1) sah Santelli seine Mannschaft nicht als schlechteres Team. "Was uns fehlt, ist, dass wenn wir in die Box reingehen, wir keine Tore schießen", kam der 53-Jährige immer wieder auf die fehlende Torausbeute zurück. Dass die spielerische Qualität beim FWK vorhanden ist, sei erkennbar. Obwohl sich auch stets Patzer einschleichen, wie zuletzt gegen den BTSV. "Wenn der Spielaufbau glückt, wie in allen anderen Situationen auch, dann spielen wir mindestens 0:0", so Santelli zum entscheidenden Tor in der Vorwoche.

Nun muss Würzburg das entscheidende Tor liefern, komme was wolle. "Ich denke, dass unser System am Samstag nicht allzu sehr in die Karten spielt. Wir müssen das Gesamtpaket sehen. Wir haben gute Spiele gezeigt", machte Santelli allen Mut. Ob er mit Doppel- oder Dreifachspitze auflaufen würde, ließ er offen. Dass er im Umkehrschluss eine "persönliche Niederlage" einstecken würde, wenn am Samstag der zweite Abstieg in Folge unter seiner Regie folgt, ließ sich Santelli nicht einreden. "Mir ist der Verein sehr wichtig und ich identifiziere mich zu 100 Prozent mit der Aufgabe. Wir haben mehr Zeit gehabt, als beim letzten Mal, aber wir haben zu wenig Tore gemacht", so Santelli. Das soll sich ändern – denn Würzburg muss nun vier Siege aus vier Spielen holen, angefangen am Samstag.

   
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