Nach Pleite: Rehm kritisiert Spielweise seiner Mannschaft

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Die Tormaschinerie blieb stumm, der SV Wehen Wiesbaden kassierte zuhause eine 0:1-Niederlage gegen den TSV 1860 München. Zum Auftakt der Englischen Woche lieferten die Hessen eine harmlose Vorstellung ab, die schon das dritte sieglose Spiel in Folge bedeutet. Ohne eine schnelle Trendwende bleibt für Wiesbaden wieder nur Platz vier.

Mannschaft spielt zu kompliziert

Wer in der Vorsaison auf Platz vier in der Tabelle landet, der gehört allgemein erst einmal zu den Favoriten für die folgende Spielzeit. Nach einem schwachen Saisonstart – Platz 18 nach sechs Spielen – traf die Theorie auf den SV Wehen Wiesbaden augenscheinlich nicht zu, doch das Team von Rüdiger Rehm stabilisierte sich rasch und erkämpfte sich vor drei Wochen den Relegationsplatz. "Wir sind natürlich enttäuscht, das ist ganz klar", erklärte dann aber Trainer Rüdiger Rehm im Vereins-TV nach der 0:1-Niederlage gegen 1860 München. Es war Wehens drittes siegloses Spiel in Folge, der dritte Rang ist plötzlich wieder fünf Punkte entfernt.

Statt vom Aufstieg zu träumen, konzentrierte sich Rehm eher auf die Gegenwart – und die war harmlos gewesen: "Ich habe nicht die wahnsinnige Gefahr nach vorne gesehen, weil es immer wieder zu kompliziert war", bemängelte der Coach die Spielweise seines Teams gegen die Münchener Löwen. "Wir müssen einfach nur unseren Fußball spielen. Aber immer denken wir, wir müssen vielleicht nochmal etwas besser machen: Haben wir noch eine bessere Idee? Haben wie noch einen anderen Laufweg? Haben wir noch einen anderen Passweg?"

"Fußball ist einfach Kampf"

Dem Fußballlehrer fehlte die klare Linie im Offensivspiel, aber auch der letzte Wille seiner Mannschaft: "Fußball ist einfach Kampf", sagte Rehm, der keinen Schönheitspreis und keinen Zirkus aus dem Sport machen wolle. "Vor allem in der 3. Liga muss man fighten. Da habe ich leider nicht alle Spieler gesehen, die diesen Kampf angenommen haben." Hinten heraus habe man dann – nicht zum ersten Mal in dieser Saison – den Lucky Punch gegen sich bekommen.

Ein diskutables Abseitstor von Daniel Kofi-Kyereh in der ersten Halbzeit hätte das Spiel allerdings auch in eine andere Richtung lenken können, für Jubiläums-Torhüter Markus Kolke war die Partie frustrierend: "Wenn wir gewonnen hätten, wäre mir das lieber gewesen. Da hätte ich auch auf die 200 Ligaspiele verzichtet." Der Torwart, der den Kasten des SVWW seit Oktober 2013 bis auf wenige Ausfälle durchgehend hütet, hat außerdem nicht die nötige Gier bei seinem Team vermisst. Dem stimmte auch Torjäger Manuel Schäffler trotz drei siegloser Spiele in Folge zu: "Warum muss man sich Sorgen machen? Ich glaube, wir gehen weiter in jedes Spiel, um es gewinnen zu wollen." Die nächste Chance dazu bietet das Auswärtsspiel in Großaspach am Mittwoch.

   

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