Nach Klartext-Aussagen: Härtel übt Kritik an Breier

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© imago images / Jan Huebner

"Platz fünf mit der Mannschaft? Ich weiß nicht, das wird schwer". Es waren durchaus deutliche Worte, die Hansa-Stürmer Pascal Breier nach der 0:1-Niederlage gegen die SG Sonnenhof Großaspach am vergangenen Samstag gewählt hatte. Bei Trainer Jens Härtel stießen die Äußerungen auf wenig Begeisterung.

"Muss sich selber hinterfragen"

Mit nur vier Punkten aus den ersten fünf Spielen ist die Kogge erstmals seit einem Jahr wieder auf einen Abstiegsplatz gerutscht. Da überrascht es nicht, dass die Stimmung bei den Spielern derzeit weniger gut ist. "Dass die Spieler unzufrieden sind, ist völlig normal und auch gut so", bewertete Trainer Jens Härtel auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Ingolstadt die Lage innerhalb der Mannschaft.

Dass Pascal Breier seinen Unmut über die aktuelle Situation allerdings öffentlich Luft gemacht hatte, gefiel dem Hansa-Coach nur bedingt: "In erster Linie ist ein Spieler dafür zuständig, seine eigene Leistung zu beurteilen und über sich zu sprechen", stellte er klar. Erst im nächsten Schritt "kann man vielleicht auch mal was zur Gesamtsituation sagen", meinte Härtel. Zumal sich der Stürmer auch selber hinterfragen müsse, "denn es war auch nicht viel, was er in diesem Spiel gebracht hat."

Konkret hatte Breier den personellen Umbruch im Sommer kritisiert: "Irgendwann kriegst du dafür die Quittung, wenn du keine Konstanz reinbringst in den Kader." Härtel entgegnete, dass der Umbruch größer ausgefallen sei als geplant und zudem nicht hausgemacht gewesen sei. "Die Schuld auf andere abzuweisen, ist mir zu einfach", so der Rostocker Trainer, der in den vergangenen Tagen das Gespräch mit Breier suchte: "Er fühlte sich nicht korrekt wiedergegeben." Zeitgleich sei Frust über die Niederlage hinzugekommen.

Pepic vor Rückkehr

Konsequenzen hat der 27-Jährige aber wohl nicht zu befürchten. Auch mit dem zuletzten suspendierten Mirnes Pepic scheint Härtel wieder zu planen: "Er hat sich sehr gut verhalten und hatte innerhalb der Mannschaft ein gutes Auftreten. Wenn das so bleibt, steht dem nichts im Wege, dass er wieder dabei ist", berichtete der Hansa-Coach, nachdem er ihn aufgrund einer kritischen WhatsApp-Nachricht für das Heimspiel gegen Großaspach aus dem Kader gestrichen hatte. Eine interne Geldstrafe war die Folge. Durchaus möglich, dass Pepic beim Auswärtsspiel in Ingolstadt (Freitag, 19 Uhr) zur Startelf gehören wird. Ohnehin denkt Härtel über Änderungen in der ersten Elf nach.

   
  • Kunde

    "Härtel entgegnete, dass der Umbruch größer ausgefallen sei als geplant
    und zudem nicht hausgemacht gewesen sei. "Die Schuld auf andere
    abzuweisen, ist mir zu einfach"

    Irgendwie beißt sich der 1. und 2. Satz. Wer hat denn jetzt Schuld? Schlechte Angebote zur Vertragsverlängerung, schlechte Einkaufspolitik, schlechte Taktik auf dem Platz? Platz 5 kannst du abhaken, man kann froh sein wenn wir die Kurve bekommen und nicht im Abstiegssumpf mit entsprechendem Ausgang landen.

    • Sterneneisen

      Ist natürliche Hanebüchen. Ein Umbruch ist IMMER hausgemacht, außer man meldet Insolvenz an. Dann kommt einer, der diesen Umbruch vollzieht.

      Rostock hat eben den Etat deutlich gesenkt, und rangiert damit im (unteren?) Mittelfeld. Da reihen sich eben die aktuellen Ergebnisse ein. Dazu ein durchschnittlicher Trainer & du hast durchschnittliche Punktezahlen.

      • Nikita

        Wenn Verträge auslaufen und gleichzeitig Vereine aus der 2. oder sogar 1. BL um die Spieler werben, dann kann ein relativ klammer Drittligist nicht viel dagegen tun. Das war bei Hüsing, Soukou und Hilßner der Fall. Nun kann man sagen, dass sie dann eben längerfristige Verträge abschließen sollen. Aber auch das liegt nicht allein in Hansas Hand. Welcher ambitionierte junge Spieler mit Ambitionen und genug Talent für höhere Ligen wie diese drei bindet sich denn schon freiwillig auf vier, fünf Jahre an einen Drittligisten?

        Hausgemacht ist nur der Abgang von Biankadi. Deshalb habe ich diesen Transfer auch nicht verstanden, während die Wechsel von Hüsing, Soukou und Hilßner logisch waren. Alle anderen Abgänge fallen dagegen nicht ins Gewicht. Am ehesten noch Wannenwetsch, aber sehr viel würde er uns in der jetzigen Situation auch nicht helfen.

      • Nikita

        P.S.: Meines Wissens ist der Spieleretat bei ca. 4,4 Mio € gleich geblieben (vor der Saison, jetzt soll er ja nochmal erhöht werden). Damit liegt Hansa – wiederum meines Wissens – immerhin im oberen Drittel. Allerdings gibt es Vereine, die deutlich mehr haben. Ingolstadt, Braunschweig, Kaiserslautern, wahrscheinlich auch Uerdingen, dürften so 6-8 Mio € zur Verfügung haben. Andererseits zeigen Halle oder in der letzten Saison Osnabrück, dass man auch mit einem Etat unter 4 Mio € viel bewegen kann.

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