Krise bei Hansa: Breier spricht Klartext, Pepic-Rückkehr offen

Fünf Spiele, erst vier Punkte und Tabellenplatz 17: Der F.C. Hansa Rostock läuft seinen Ansprüchen bereits früh in der Saison hinterher. Der Kredit bei den Fans ist verspielt, es wird ungemütlich an der Ostsee. Pascal Breier sprach nach der 0:1-Niederlage gegen Großaspach Klartext.

"Piecke raus"

Es war ein gellendes Pfeiffkonzert, das den Hansa-Profis am Samstagnachmittag im Anschluss an die Pleite gegen Großaspach entgegen schlug. Zudem skandierten die Fans "Das hat mit Fußball nichts zu tun" und forderten den Rauswurf von Sportvorstand Martin Pieckenhagen ("Piecke raus"). Trainer Jens Härtel zeigte Verständnis für die Pfiffe, auch Pieckenhagen konnte den Unmut der Anhänger nachvollziehen, wie er der "Bild" sagte: "Wir haben vier Punkte. Da ist es normal, dass jeder, der mit der Mannschaft in Verbindung steht, kritisiert werden kann."

Doch auch aus der Mannschaft gibt es Kritik: "Wir hatten einen Riesem-Umbruch, zum dritten, vierten Mal. Irgendwann kriegst du dafür die Quittung, wenn du keine Konstanz reinbringst in den Kader", fand Pascal Breier gegenüber der Zeitung deutliche Worte und meinte: "Platz fünf mit der Mannschaft? Ich weiß nicht, das wird schwer. Da sind andere besser." Dabei wollte sich die Kogge im Vergleich zur Vorsaison (Platz 5) verbessern. Doch von den oberen Rängen ist der FCH als Vierletzter derzeit deutlich entfernt.

Abgänge nicht kompensiert

Ein Grund, warum es noch nicht läuft: Die Abgänge von Merveille Biankadi, Oliver Hüsing und Cebiou Soukou konnten bislang nicht kompensiert werden. Für Härtel aber keine Ausrede: "Wir brauchen nicht immer nach Neuzugängen rufen. Es war eine Mannschaft auf dem Platz, die Drittliga- und Zweitliga-Erfahrung hat." Daher müsse sich jeder selbstkritisch hinterfragen, warum er nur eine Halbzeit auf den Platz bringe. Zeitgleich läuft die Suche nach Verstärkungen. Am vergangenen Donnerstag gab der Aufsichtsrat zudem 500.000 Euro aus dem Biankadi-Transfer für Neuzugänge frei. Bis zum Ende der Transferperiode am 2. September dürfte also noch Bewegung in den Kader kommen.

Vorerst ist die Stimmung aber auf dem Tiefpunkt: "Wenn du so ein Spiel verlierst, guckst auf die Tabelle und hast nach fünf Spieltagen vier Punkte, dann ist das total unbefriedigend", stellte Härtel im "NDR"-Interview fest. Bei einem Verein wie Hansa Rostock sei das besonders bitter: "Weil das dann natürlich Ausschläge hat. Ob das die Fans sind, die Leute, die unzufrieden sind, und natürlich die Medien." Daher fordert Härtel: "Wir sollten schon schnell die Kurve kriegen, sonst wird es ungemütlich."

Was wird aus Pepic?

Doch ausgerechnet jetzt geht es zu Tabellenführer Ingolstadt (Freitag, 19 Uhr). Ob Mirnes Pepic dann wieder im Kader stehen wird, ist offen. "Es liegt an ihm", so Härtel. Wie die "Bild" erfahren haben will, soll die Mannschaft über Pepic' Rückkehr in den Kader entscheiden. Für die Partie gegen Großaspach war der 23-Jährige aus dem Aufgebot gestrichen worden, nachdem er in einer WhatsApp-Nachricht im Anschluss an das Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart (0:1) gegen seine Mitspieler geschossen hatte: "Mit mir war ich sehr zufrieden, Digga. Aber meine Mannschaft war nicht so gut, find ich."

Breier sprach sich beim "NDR" unterdessen für eine Begnadigung des Mittelfeldspielers aus: "Wir brauchen den Jungen, der hat eine Riesenqualität für uns. Da muss man dann vielleicht auch mal ein Stück weit darüber hinwegsehen." Für Härtel war mit den Äußerungen des 23-Jährigen jedoch eine "rote Linie überschritten". Nur vier Punkte, fehlende Qualität im Kader und Unruhe hinter den Kulissen: Beim F.C. Hansa brodelt es an mehreren Stellen.

   
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