MSV: Heskamp sieht ein "Kopfproblem" und zu viele Verletzte

Nach einem verheißungsvollen Saisonstart mit zehn Punkten aus fünf Spielen legte der MSV Duisburg zuletzt eine Bruchlandung hin: drei Ligapleiten in Serie. Zudem gab es am vergangenen Freitag das Pokal-Aus beim Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen. Der Druck bei den Zebras nimmt zu. Das weiß auch Sport-Geschäftsführer Ralf Heskamp, der erklärt, warum es aus seiner Sicht aktuell nicht läuft.

Tendenz geht klar nach unten

"Das ist schon eine schwierige Situation. Wir sind an einem Punkt, wo es wichtig ist, dass du mal wieder ein Spiel gewinnst oder vielleicht auch mal unentschieden spielst. Dass du mal wieder ein Erfolgserlebnis hast, das ist ganz, ganz wichtig", sagt der 57-Jährige in einem Interview mit der "WAZ" mit Blick auf das Duell gegen den Halleschen FC am Samstagnachmittag.

Nach dem guten Saisonstart war die Hoffnung groß, den Abstiegskampf aus den vergangenen beiden Jahren nicht erneut durchleben zu müssen. Doch die Tendenz der vergangenen Partien geht wieder genau in diese Richtung. Drei Punkte liegen die Meidericher vor dem ersten Platz unter dem Strich.

Verletzungen seien großes Problem

Eine Erklärung für die Misere habe der Kaderplaner. Es höre sich "nach außen hin" zwar nach  "Ausreden an". Doch es sei Fakt, dass nach dem guten Start "immer mehr Verletzte" dazukamen "und das gerade auf Positionen, auf denen es spielerisch nach vorne klappen sollte. Ich nenne hier Caspar Jander und Alaa Bakir im Mittelfeld".

Zu Beginn der Saison habe die Mannschaft "hohen Aufwand betrieben. Wenn man dann aber die Mannschaftsaufstellung gegen Verl anschaut: Da sind ganz viele Spieler dabei, die lange verletzt waren, in der vergangenen Saison nicht oder wenig gespielt haben oder die gerade aus der Regionalliga kommen", erklärt Heskamp. Und durch die angesprochenen Ausfälle müssten diese Spieler "jetzt die Verantwortung tragen – und dann kommst du eben auch mal in so eine Phase, wie wir sie jetzt erleben. Man kennt das ja: Spieler, die lange verletzt waren, sind danach drei, vier Spiele gut, fallen dann in ein Loch".

"Die Mannschaft will"

Es seien nun Profis dabei, die "das eine oder andere Mal durchschnaufen müssten". Aber das können sie nicht, weil die Alternativen fehlen. "Es kommt nach den Niederlagen ein Kopfproblem hinzu. Gegen Oberhausen sind wir erst gut geworden, nachdem es 0:2 stand und wir eine gelb-rote Karte bekommen hatten. Da hatten wir nichts mehr zu verlieren und dann hat es funktioniert. Es sind mehrere Dinge, die eine Rolle spielen."

Doch Heskamp lege für eine Sache "die Hand ins Feuer: Die Mannschaft will. Das, was ich im Training sehe, das, was ich im Spiel sehe: Die Einstellung stimmt". Stattdessen fehle jemand wie der verletzte Stürmer Benjamin Girth (Schulter-OP), "der unbedingt ein Tor schießen will. Aziz Bouhaddouz ist ein guter Fußballer, aber er hat nicht diese Gier wie Girth. Er ist ein anderer Typ mit anderen Qualitäten". Nachverpflichtungen hatte Heskamp zuletzt aber ausgeschlossen.

 
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