Meppener Last-Minute-Schock: "Fühlt sich einfach scheiße an"

Von

© imago/Team 2

Der Fußballgott meint es derzeit einfach nicht gut mit dem SV Meppen. Trotz zweimaliger Führung und couragierter Leistung mussten sich die Emsländer am Mittwoch in der Nachspielzeit bei Aufsteiger KFC Uerdingen mit 2:3 geschlagen geben. Eine extrem bittere Niederlage, die auch nach Meinung der Spieler trotz 20-minütiger Unterzahl abwendbar gewesen wäre.

"Dürfen niemals als Verlierer vom Platz gehen"

Minutenlang standen die Akteure des SV Meppen rund um Mirco Born, Nico Grantowski und Co. noch fassungslos vor der mit über 700 Anhängern gefüllten Gästekurve. Über 90 Minuten lang hatten die Emsländer um jeden Ball gefightet, dem namhaft bestückten Gegner aus Krefeld gerade in der ersten Halbzeit den Schneid abgekauft, sogar zweimal geführt – und doch stand der SVM nach intensiven 93 Minuten wieder mit leeren Händen da. "Das tut schon sehr, sehr weh", bringt Meppens Kapitän Martin Wagner die Gefühlslage im Lager der Kreisstädter gegenüber der "NOZ" treffend auf den Punkt und bemängelt: "Wenn man sieht, was wir an Chancen liegengelassen haben, dürfen wir hier heute niemals als Verlierer vom Platz gehen."

Platzverweis gegen Posipal sorgt für Unruhe

Damit dürfte der wuselige Sechser nicht nur auf die zahlreichen Chancen des SVM, aber vor allem auf die hochkarätige Möglichkeit durch Vereinskollege Max Kremer anspielen, der unmittelbar vor dem bitteren Knockout des KFC in der 93. Spielminute den Siegtreffer für die Emsländer auf dem Schlappen hatte, diese aber haarsträubend leichtfertig vergab. "Das ist bitter, darf aber einfach nicht passieren. Wir waren gerade noch vorne beim Gegner und kriegen im Gegenzug das 2:3", kritisiert Innenverteidiger Marco Komenda gegenüber der Zeitung. Doch auch der Defensivspezialist hätte den Deckel früh draufmachen können, scheiterte jedoch nach der neuerlichen Führung zum 2:1 durch Nico Granatowski (59.) mit seinem eigenen Abschluss knapp (69.). Quasi im Gegenzug kam es stattdessen zur vielleicht spielentscheidenden Szene: Nach wiederholtem Foulspiel sah Startelfdebütant Patrick Posipal die Ampelkarte, der SVM ab der 70. Spielminute nur noch zu Zehnt gegen drückende Krefelder.

Mangelhafte Chancenverwertung bei ansprechender Leistung

"Wir haben uns in Unterzahl vorgenommen, das Ergebnis irgendwie zu halten und über die Runden zu bringen", zitiert die Osnabrücker Zeitung Angreifer Max Wegner, "haben es aber nicht so ganz geschafft. Weil wir unsere Konter dann auch ganz schlecht ausgespielt haben. Da hätten wir sicherlich sogar – auch in Unterzahl – den Deckel draufmachen können." Eine Erkenntnis, in der dem 29-jährigen Neuzugang seine Vereinskollegen nur beipflichten können. "Uns fehlt im letzten Drittel einfach die letzte Entschlossenheit", moniert etwa Komenda.

Insgesamt aber waren sich die Akteure einig, dass man auf der Leistung in der Duisburger Schauinsland-Reisen-Arena aufbauen kann. "Wir haben es nicht schlecht gemacht", muss auch Linksverteidiger Hassan Amin anerkennen, "aber am Ende des Tages stehen wir mit null Punkten da. Deswegen fühlt es sich einfach scheiße an, auch wenn man positive Dinge sehen kann." Torschütze Nico Granatowski richtet derweil schon den Blick auf den vierten Spieltag: "Wir müssen jetzt wieder aufstehen, es ist ja auch erst der dritte Spieltag und zum Glück spielen wir ja auch am Samstag direkt wieder", so der Meppener Flügelflitzer gegenüber "Telekom Sport". Schon dann haben die Blau-Weißen vor heimischen Publikum die Möglichkeit, sich gegen den VfR Aalen für die bittere Last-Minute-Niederlage am gestrigen Mittwochabend zu rehabilitieren.

 

 

Hinweis: Seit dem 25. Mai gilt unsere neue Datenschutzerklärung.