"Luxus nicht überbewerten": RWE will in Cottbus auf Sieg gehen
Lange Zeit tat sich Rot-Weiss Essen nicht leicht damit, mal zwei Siege am Stück zu holen. Jetzt blickt der Revierklub auf eine Erfolgsserie von sieben Siegen hintereinander zurück – rechtzeitig zum Endspurt bedeutet das einen Vorsprung von vier Punkten gegenüber Energie Cottbus auf Platz 3. Und nun geht es auch noch in die Lausitz (Sonntag, 13:30 Uhr).
"Schwierige Aufgabe und maximal hohe Anforderung"
Schon in der Hinrunde war es ein Topspiel zwischen Rot-Weiss Essen und Energie Cottbus, das der Revierklub im eigenen Stadion mit 2:3 verloren hatte. Nun ist es ein wahres Spitzenspiel, weil der Zweite beim Dritten gastiert. "Ganz sicher dürfen wir den Luxus nicht überbewerten, dass wir mit einem Vorsprung von vier Punkten dorthin fahren, weil das würde ja vielleicht ableiten, dass wir nur darauf setzen, diesen Vorsprung halten zu wollen", erzählte Cheftrainer Uwe Koschinat ausführlich vor dem Aufeinandertreffen. Was der RWE-Coach meinte: In Cottbus wird RWE nicht für die Tabelle auf Unentschieden spielen.
"Wir sind selbstverständlich darauf aus, alles zu tun, um auch in Cottbus zu gewinnen. Dass das eine sehr, sehr schwierige Aufgabe und eine maximal hohe Anforderung ist, versteht sich von selbst", betonte der 54-Jährige. Angesichts der aktuellen Siegesserie wird Essen mit breiter Brust in die Lausitz fahren, zumal sich Risiko und Chance die Hand geben. Denn bei einem Sieg des Revierklubs könnte RWE den Vorsprung vor den Cottbusern auf sieben Punkte ausbauen – und damit die Lausitzer womöglich aus dem Rennen um die direkten Aufstiegsplätze schießen.
Ohne Brumme, aber mit Bouebari
Ohne Lucas Brumme, der aufgrund einer Gelbsperre fehlen wird, aber mit Rückkehr Franci Bouebari kann Koschinat die Aufgabe in Cottbus angehen. Im Energie-Stadion kann ein hitziges Gefecht entstehen. "Das Stadion kann zu einem extremen Faktor werden. Deswegen bin ich froh, dass uns eine hohe Anzahl an RWE-Fans begleiten werden", freute sich Koschinat darüber, dass fast 1.500 Essener beim Spitzenspiel dabei sind. Um das Spielerische wird sich die Mannschaft rund um die Führungsspieler kümmern, wie der Coach forderte. Und zugleich warnte Koschinat: "Ich habe sehr großen Respekt vor der Komplexität, mit der Energie Cottbus das Spiel versteht. Über ihre Ballbesitzstruktur und das permanente Bespielen sind sie in der Lage, einen Gegner tief hinten einzuschnüren."
Das wird RWE am Sonntag verhindern wollen. "Deswegen wird es ein Topspiel, bei dem wir eine hervorragende Leistung benötigen, um zu bestehen. Aber ich glaube, mit den Erfolgen der jüngeren Vergangenheit fahren wir auch mit ausreichend Selbstbewusstsein in die Lausitz", so Koschinat. Nur der schmale Grat zwischen Selbstsicherheit und -überschätzung war ein Faktor, auf den der 54-Jährige ein großes Augenmerk legen wird. Denn wie Koschinat eingangs betonte, fährt RWE nicht in die Lausitz, um dort nur auf Vorsicht zu spielen. "Denn das geht erfahrungsgemäß in Cottbus nicht gut", so der Fußballlehrer.