Kommentar zur Böger-Entlassung: Mutige Entscheidung

Das Fußballgeschäft ist ein doch recht merkwürdiges. Nach außen hin schien bei der SG Dynamo Dresden alles zu passen. Nach dem bitteren Abstieg aus der 2.Bundesliga lagen die Sachsen am Boden, standen wieder auf und fanden mit Stefan Böger einen Trainer, der perfekt in das ausgerufene Anforderungsprofil von Sportchef Ralf Minge passte. Am 16. Februar 2015 war die Amtszeit von Böger in Dresden beendet. Am Ende waren es nicht nur die letzten drei Pleiten in Folge, die Böger den Job kosteten, sondern wohl eine Anhäufung von kleinen und großen Dingen, die im Verhältnis Minge-Böger–Mannschaft nicht stimmen. Über genaue Hintergründe lässt sich nur spekulieren.

Mutige, aber richtige Entscheidung

Eines ist jedoch Fakt: Die Dresdner Mannschaft blieb in den letzten Spielen einiges schuldig und hinkte ihren Leistungen aus der Hinrunde hinterher. Für die Fans der Sportgemeinschaft kam die Trainerentlassung am Ende zwar nicht mehr zwingend überraschend, löste aber dennoch hitzige Diskussionen unter den Anhägern aus. Viele können die Entscheidung von Ralf Minge nicht verstehen und sind auf der Seite des Trainers. Doch was wirklich hinter den Kulissen passierte, kann niemand ausreichend bewerten. Daher ist die Entlassung von Böger eine mutige Entscheidung des Vereins, aber auch die richtige. Wie zuletzt konnte es nicht weiter gehen. Die Mannschaft agierte fast schon lethargisch und der Trainer sorgte selbst mit umstrittenen Personalentscheidungen im Kader für Debatten. Die Leichtigkeit der ersten Wochen und Monate war innerhalb der Mannschaft längst verfolgen. Kurz vor Weihnachten kehrte die Mannschaft zwar ergebnistechnisch zurück in die Erfolgsspur, spielte aber längst nicht mehr so überzeugend wie zu Beginn der Saison. Nun könnte man meinen, Schwankungen in den Leistungen der jungen Spieler sind normal. Klar, Durststrecken waren von Verein und Fans von Beginn an eingeplant. Doch eine Entwicklung eines jeden einzeln und der Mannschaft im gesamten war nicht mehr zu erkennen. So trat man in Dresden auf der Stelle und musste sich auch verdient zuletzt der Konkurrenz aus Münster, Erfurt und Kiel geschlagen geben.

Kontinuität würde den Sachsen gut tun

Im Hinblick auf das ausgegebene Saisonziel liegen die Schwarz-Gelben voll im Soll, allerdings weckte die erfolgreiche Hinrunde Begehrlichkeiten. Jeder Sportler möchte das Maximale herausholen. Stefan Böger verstand es aber zuletzt nicht, mehr das Potenzial aus seinen Spielern heraus zu kitzeln. Nun wird sich in den kommenden Wochen zeigen, ob Peter Nemeth für neue Impulse sorgen kann. Der 26. Trainer im 25. Nachwendejahr sagt dabei alles über die Kontinuität im Verein ein aus. Und genau diese würden den Sachsen mal richtig gut zu Gesicht stehen

   
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