Köllner nimmt Anspannung raus und bittet Fans um Vertrauen

Weil die Konkurrenz zuletzt patzte, konnte sich der TSV 1860 München mit vier Erfolgen in Serie wieder ins Aufstiegsrennen zurückspielen. War das Remis gegen Köln daher ein Rückschlag? Nicht für Cheftrainer Michael Köllner, der weiterhin von den Ergebnissen auf fremden Plätzen nichts wissen wollte. Gleichzeitig betonte er jedoch, dass er nichts schönreden würde.

"Man muss realistisch bleiben"

1860 München hält den Druck auf das Spitzentrio hoch, steht nur noch zwei Punkte hinter Ingolstadt. Spannend wird für die Löwen sein, wie Dynamo Dresden seine Nachholspiele bestreitet. Doch das interessierte den 1860-Coach gar nicht primär. "Für mich ist entscheidend, was wir machen. Nur das zählt. Das andere können wir ohnehin nicht beeinflussen", betonte der 51-Jährige, wie er es schon seit Wochen tat. Als die Löwen bereits weit entfernt vom Aufstiegsrennen schienen, blieb Köllner ruhig – und steckt nun wieder mittendrin.

Das 1:1-Remis unter der Woche wertete der Coach als weiteren Schritt. Das teilte er im Mannschaftkreis nach Abpfiff auffällig lange mit. "Es ging darum, die Dinge richtig einzuordnen. Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir sagen, dass das Unentschieden gegen Viktoria Köln ein Dämpfer oder Rückschlag ist", verdeutlichte Köllner, dass es am Ende des Tages immer noch ein Punktgewinn war. Mit der Art und Weise des Auftritts konnte der Oberpfälzer schließlich zufrieden sein – nur das Ergebnis lässt die Fans zittern. Köllner versuchte, die Anspannung herauszunehmen: "Ich rede nichts schön, wie mir manche vorwerfen, aber man muss realistisch bleiben."

Fernsehabend bei Familie Köllner

Am Mittwochabend folgte dann auf dem Familiensofa die Echtzeit-Videoanalyse des kommenden Gegners aus Mannheim. "Aber beim Stande von 4:0 für Saarbrücken sind meine Frau und mein Sohn unruhig geworden und haben gesagt: "Schalt endlich um!", berichtete der 1860-Cheftrainer in seiner gewohnt lockeren Art. An den dunklen Bart mit partiellen Graustellen hat sich Frau Köllner dagegen wohl mittlerweile gewöhnt. Es bleibt ein Signalzeichen für seine Mannschaft, die "eine bockstarke Saison spielt". Ärger über seine Spielern kamen daher bei Köllner nicht auf, auch die Fans bittet er um Vertrauen: "Für mich gibt es überhaupt keinen Grund, nach einem 1:1 gegen eine Mannschaft, die zuvor sieben Spiele ungeschlagen war, zu zweifeln."

In Mannheim wird Köllner lediglich auf Stefan Lex verzichten müssen, der von muskulären Problemen geplagt wird. Spieler wie Richard Neudecker oder Merveille Biankadi sind im Aufgebot fest eingeplant, weil sie entgegen aller früherer Kritik immer formstärker werden. Auf die Offensivkräfte wird es auch beim Waldhof wieder ankommen, dessen war sich Köllner sicher: "Mannheim ist offensiv brandgefährlich, hinten werde sie oft eiskalt für Fehler bestraft. Sie können hinten nicht Beton anrühren!" Im Hinspiel schenkte 1860 dem SVW dabei gleich fünf Tore ein.

   
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