Klubs, Spieler, Trainer: Die Verlierer der ersten Saisonphase

Nach elf Spieltagen blicken wir auf eine unglaublich enge und spannende 3. Liga. Nur vier Punkte trennen die ersten sieben Plätze, und auch dahinter gibt es ein enges Hauen und Stechen um jeden Rang. Das liegt auch daran, dass einige Klubs glänzend aufgelegt sind – und mit ihm auch einige Spieler und Trainer. Im zweiten Teil benennen wir in jeder dieser Kategorien drei Verlierer.

Wir würden uns wenig glaubwürdig darstellen, wenn wir in der Liste dreier Verlierer den abgeschlagenen Letzten nicht nennen würden. Mit nur einem Punkt ist Carl Zeiss Jena nach elf Spieltagen schon mit gefühlt einem Bein in der Regionalliga. Die Konkurrenz punktete zuletzt munter, der erste Nichtabstiegsplatz ist zwölf Zähler entfernt. Noch nie zuvor in der Geschichte der 3. Liga ist ein Team derart schlecht in die Saison gestartet. Nun soll es der neue Trainer Rico Schmitt richten. Aber auch er wird keine Wunder vollbringen können – die Qualität scheint für die 3. Liga nicht auszureichen.

 

Auch beim FCK wurde der Fehler gemacht, Ziele in den Mund zu nehmen, die in entfernten Galaxien liegen. Flavio Becca ist kein Raumfahrer, aber er sprach von der Champions League – die Realität lautet Drittliga-Abstiegskampf. Aktuell läuft auch innerhalb des Klubs ein gewaltiger Veränderungsprozess, die Mannschaft kann nach dem 3:1 gegen Jena kurz durchschnaufen. Für bessere Gegner genügt vor allem die slapstickreife Defensivleistung aktuell nicht.

 

Anspruch und Realität klaffen nur noch bei einem weiteren Verein derart weit auseinander wie beim KFC, der die fast schon obligatorische erste Trainerentlassung ebenso wie anderen beiden genannten Drittligisten bereits hinter sich hat. Waren es im Frühjahr noch horrende Patzer im Spielaufbau, so ist derzeit die Offensive der Schwachpunkt – nur Carl Zeiss hat weniger Tore erzielt. Das triste Dasein nahe an den Abstiegsplätzen, es ermüdet. Wie viel Geduld wird Investor Mikhail Ponomarev aufbringen, um sein Vorzeigeprojekt voranzubringen? Und kann Stefan Effenberg die Krefelder wieder in die Spur bringen?

 

 

Vom Tellerwäscher zum Millionär zum Tellerwäscher: Das Standing von Lukas Kwasniok in Jena hat sich zweimal krass geändert. Auf eine Negativserie kurz nach Amtsantritt folgte der nicht für möglich gehaltene Klassenerhalt – und der Absturz, als eigentlich eine ruhigere Spielzeit angestrebt worden war. Nach zehn Spielen mit nur einem Punkt war für den Übungsleiter, der sich dennoch einige Sympathiepunkte bei den Fans erspielt hatte, im Paradies Geschichte. So hart ist das Geschäft.

 

So schnell seinen Aufstiegstrainer zu verlieren – das schaffen nicht viele Vereine. Anfang September legte David Bergner sein Amt beim Chemnitzer FC gemeinsam mit Geschäftsführer Thomas Sobotzik nieder, die Himmelblauen hatten zu dem Zeitpunkt nur drei Zähler aus sieben Partien gesammelt und sich zudem innerhalb des Klubs in zahlreiche, teils mit politischer Note behaftete Auseinandersetzungen verstrickt. Nachfolger Patrick Glöckner hat bislang mehr Glück und hat kürzlich mit dem Heimsieg über Duisburg den Kontakt zum hinteren Mittelfeld wiederhergestellt.

 

Während der vierte bereits geschasste Übungsleiter im Bunde, Heiko Vogel, wohl schon beim Amtsantritt in Uerdingen einen schnellen Abgang zumindest einkalkulieren musste, platzte für Sascha Hildmann beim 1. FC Kaiserslautern ein Kindheitstraum – er ist Lautrer, fieberte immer mit seinem Herzensverein mit. Konstante Leistungen ließ er den für die 3. Liga zu teuren Kader aber nicht erbringen. Einige Chancen gab der FCK ihm, dann zogen die üblichen Mechanismen, die keinen Platz für Fußballromantik lassen.

 

 

Sein überflüssiger Tritt gegen Großaspach-Stürmer Dimitri Imbongo bescherte dem Weltmeister und Ex-Dortmunder früh in der Saison eine Sperre für vier Spieltage – und dürfte ihm wenige Sympathien beschert haben. Auch nach Ablauf der Sperre kam der Verteidiger in nur einer von drei Ligapartien zum Einsatz und verlor dieses deutlich mit 0:3 gegen Waldhof Mannheim. Danach wurde der Topstar der Uerdinger Mannschaft verletzungsbedingt nicht mehr für den Spieltagskader nominiert.

 

Der Innenverteidiger tat fast allen Zuschauern am ersten Spieltag leid, als er mit gleich zwei Eigentoren, bei dem ihn teils nicht einmal Schuld traf. Von dieser kuriosen und bitteren Erfahrung erholte sich der Neuzugang aus Aalen jedoch nicht mehr, nach fünf Spieltagen flog er aus der Mannschaft und wurde zuletzt sogar in die Oberliga-Reserve degradiert. Auch wenn er unter Schmitt, den er aus Aalen kennt, nun eine neue Chance erhält: Dass er den zweiten Drittliga-Abstieg in Folge miterleben wird, ist derzeit durchaus wahrscheinlich.

 

Für einen Stürmer, der knapp 200.000 Euro Ablöse kostet und für die isländische Nationalmannschaft aktiv ist, sind drei Kurzeinsätze und 50 Minuten Gesamtspielzeit in der 3. Liga einfach zu wenig. Freilich trägt auch der erlittene Muskelbündelriss dazu bei, dass einer der Toptransfers des 1. FC Kaiserslautern so schwer in Fahrt kommt. Nun aber muss Bjarnason alsbald für die Startelf nominiert werden, sonst werden rasch Stimmen laut, die die Sinnhaftigkeit des riskanten Transfers aus der schwedischen Liga hinterfragen.

 

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