Kickers weiter im freien Fall: "Dumm genug, das zu verlieren"

Neues Jahr, altes Leid bei den Würzburger Kickers: Mit dem 0:2 gegen den SC Verl setzt sich die Talfahrt beim Zweitliga-Absteiger weiter fort. Dabei sah es im Lotter Stadion lange nach einer Nullnummer aus, doch defensive Unzulänglichkeiten und ein schwerer Patzer sorgten für die zehnte Niederlage der Saison. Es wird immer enger für den Absteiger. 

Bonmann-Patzer bringt Entscheidung

Es war das blanke Entsetzen bei den Kickers. Ungläubig schauten sich die Spieler an, verstanden die Welt nicht mehr. Ganz spät gab der Absteiger noch diesen einen Punkt aus der Hand. Klar, es wäre kein Auftakt nach Wunsch gewesen, aber immerhin einen Zähler hätten die Kickers aus Lotte entführt. Damit kann man als Tabellenvorletzter ohne allzu große Bauchschmerzen leben. Danach sah es auch bis zur letzten Minute aus. "Wir sind dann dumm genug, das Ding zu verlieren", sagte ein angefressener Christian Strohdiek, der die Kapitänsbinde an Torhüter Hendrik Bonmann abgeben musste, beim Vereins-TV. "Du musst in der Lage sein, diesen Punkt mitzunehmen, auch mal zu Null zu spielen. Wenn wir das nicht schaffen, wird es ganz schwer", so der 33-Jährige.

Denn am Ende zeigten sich die entscheidenden defensiven Schwächen beim Team. Nach einem Pass von Verls Luca Stellwagen auf Kasim Rabihic setzte sich der Stürmer viel zu leicht gegen Dominik Meisel durch, wuchtete den Ball kurz darauf aus kurzer Distanz in die Maschen des Kickers-Gehäuse – 1:0 für den SCV in der 90. Minute. Kurz darauf patzte auch noch Keeper Hendrik Bonmann. Ein Klärungsversuch des 27-Jährigen per Kopf 30 Meter vor dem Tor misslang völlig. Cyrill Akono musste nur noch ins leere Tor einschieben und sorgte für den Endstand (90.+3).

Schon fünf Punkte Rückstand

"Es ist gefühlt das zehnte Spiel, das wir in der letzten Sekunden hergeben", ärgerte sich FWK-Coach Danny Schwarz bei "MagentaSport". Das Duell, meinte der 46-Jährige, "hätte in beide Richtungen ausschlagen können. Doch es ging wieder in die falsche Richtung." Nun bleibe nichts anderes übrig, "als uns zu schütteln und nächste Woche einen weiteren Anlauf zu nehmen". Die Durchhalteparolen lassen durchblicken, wie groß die Verzweiflung ist. Seit Ende Oktober wartet der Zweitliga-Absteiger bereits auf einen Sieg, holte seitdem in sieben Partien nur drei Punkte. Das rettende Ufer liegt bereits fünf Punkte entfernt – und das sogar bei einem Spiel mehr.

Die erste Halbzeit hätte Schwarz seine Mannschaft bewusst defensiver agieren lassen. "Wir wollten dem Gegner das Feld überlassen. Verl hatte dominiert, aber ohne die klaren Chancen zu haben." Was auch zur Wahrheit gehört: Nach acht Minuten hätten die Hausherren schon in Führung gehen können. Doch Verteidiger Tobias Kraulich bügelte einen zunächst begangenen Fehler wieder aus und klärte einen Abschluss kurz vor der Linie. Ansonsten standen die Gäste sicher, trugen jedoch selber kaum etwas Produktives in der Offensive zum Spiel bei und blieben zum vierten Mal in den letzten fünf Partien ohne Tor. Nicht umsonst stehen mit 14 eigenen Treffern die wenigsten bei allen Drittligisten zu Buche. "Die Jungs haben alles gegeben und sind riesig enttäuscht. Es reicht momentan nicht", sagte der Trainer ernüchtert.

Die Suche nach Verstärkungen in der noch rund zwei Wochen andauernden Wintertransfer-Periode wird nach der erneut schwachen Leistung sicherlich intensiviert. Denn am Sonntag gab die Mannschaft erneut ein Bewerbungsschreiben für die kommende Regionalliga-Saison ab. Weiter geht es am kommenden Samstag mit einem Heimspiel gegen den SV Waldhof Mannheim. "Ein Sieg würde uns guttun", meinte Schwarz. "Wir geben nicht auf."

   
  • Neutraler Fanatiker

    Verd

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